Großeinsatz in Berlin: Polizei sucht vermisste Schülerin
In dem Wohngebiet stehen viele Hochhäuser, das erschwert die Suche. (Foto aktuell vom 8.11.) Foto: Manuel Genolet/dpa
Seit Tagen wird in Berlin ein Mädchen vermisst. Die Ermittler gehen von einem schweren Verbrechen aus. Mehrere hundert Polizistinnen und Polizisten sind im Einsatz.
Berlin. Seit Tagen fehlt von der 13 Jahre alten Lisa T. aus Berlin-Marzahn jede Spur. Die Ermittler gehen inzwischen von einem Kapitalverbrechen aus und suchen seit Freitag mit einem Großeinsatz nach dem vermissten Mädchen. Der Schwerpunkt der Ermittlungen liegt bislang auf dem Bezirk Marzahn-Hellersdorf im Nord-Osten Berlins, in dem das Mädchen wohnt. Als Kapitalverbrechen werden besonders schwere Verbrechen wie Mord, Totschlag, Vergewaltigung oder schwere Sexualdelikte bezeichnet.
„Alle Spuren sind Gegenstand der Ermittlungen, aber sie ist weiterhin verschwunden und nicht auffindbar“, sagte Michael Petzold, Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft, der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag.
Lisa verließ ihr familiäres Umfeld wohl nicht freiwillig
Lisa T. hatte ihr Zuhause am Dienstag, dem 3. November, gegen 7.15 Uhr verlassen, um gegen 7.30 Uhr vom Barnimplatz zu ihrer Schule in der Sella-Hasse-Straße zu fahren. Dort kam die 13-Jährige nie an. Noch am selben Tag veröffentlichte die Polizei eine Vermisstenmeldung mit Foto.
Nach dem derzeitigen Ermittlungsstand gehen die Behörden davon aus, dass Lisa nicht freiwillig ihr familiäres Umfeld oder ihr Zuhause verlassen hat.

Die Polizei setzte auch Spürhunde und einen Hubschrauber ein. (Foto aktuell vom 8.11.) Foto: Manuel Genolet/dpa
Am Samstag waren rund 220 Einsatzkräfte an den Maßnahmen beteiligten. Dutzende Beamtinnen und Beamte der Einsatzhundertschaft und der Mordkommission waren in Marzahn-Hellersdorf unterwegs. Die Ermittler waren laut Polizei zum einen im direkten Wohnumfeld unterwegs, aber auch auf Wegen und Strecken, die die Schülerin in ihrer Freizeit und im Schulalltag nutzt.
Parks und Umgebung von Einkaufszentrum abgesucht
Am Sonntag wurde der Einsatz mit mehr als 100 Beamten fortgeführt. Die Suche wurde auf ein größeres Gebiet innerhalb des Bezirks Marzahn-Hellersdorf ausgeweitet, wie Petzold sagte. Die Ermittler gingen von Tür zu Tür, sprachen mit Anwohnern, verteilen Zeugenaufrufe und suchten die Umgebung ab. Auch mit Spürhunden und einem Hubschrauber. Abgesucht wurden auch umliegende Grünanlagen und die Umgebung des Kaufparks Eiche, einem großen Einkaufszentrum.
Das Haus der Vermissten befindet sich in einem großen Plattenbaugebiet im Nord-Osten Berlins, in dem zahlreiche Hochhäuser stehen. Das macht die Suche nach Angaben der Polizei sehr aufwendig. In der Nähe befinden sich große Grünanlagen. Die Grenze zu Brandenburg ist nur wenige Meter entfernt.

Auch angrenzende Parks und Grünflächen werden abgesucht. (Foto aktuell vom 8.11.) Foto: Fabian Sommer/dpa
In der Vermisstenmeldung der Polizei wird Lisa T. als 1,60 bis 1,65 Meter groß und schlank beschrieben. Sie ist dem Foto zufolge asiatischstämmig und hat lange dunkle Haare. Bekleidet war sie demnach zuletzt mit einer schwarzen Winterjacke, einem grauen Oberteil, einer blauen Jeans, weißen Sneakern, und sie trug einen schwarzen Rucksack.