Die Alster-Detektive als Buch
Johanna, Marek und Lukas und Koko ermitteln Fälle, die rund um das Hamburger Rathaus spielen. Illustration Bürgerschaft
Bundesweit einmalig hat die Hamburgische Bürgerschaft eine Kinderserie ins Leben gerufen, die rund um das Parlament spielt. Fünf Folgen der „Alster-Detektive“ gibt es als Hörspiel – die erste nun auch als Buch.
Nicht nur die Alster-Detektive sind Kult. Auch Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit wird gefeiert, als sie zur Buchvorstellung die Bühne auf Kampnagel betritt. Hunderte Schulkinder sitzen in den Reihen und jubeln ihr zu. Aufmerksam lauschen sie ihr. Sie kennen sie und haben sich mit dem, was sie macht, auseinander gesetzt.
Und zwar auf spielerische Weise. Mit den Alster-Detektiven, einem bundesweit einmaligem Projekt. Zunächst gab es sie nur als Hörspielserie. Seit 2009 sind fünf Folgen erschienen und knapp 600 000 CDs verteilt worden. Die Reihe Alster-Detektive der Hamburgischen Bürgerschaft richtet sich in erster Linie an Kinder im Alter von 9 bis 13 Jahren. Nun gibt es den ersten Fall „Giftige Lieferung“ auch als Buch. Alle Viertklässler in Hamburg haben ein Exemplar des Rathaus-Krimis mit dem Titel enthalten. Insgesamt sind das aktuell 16 000 Bücher an 286 Schulen.
Ulrich Velte ist Illustrator und Grafiker, unter anderem von „Meine Freundin Conni“. Der Grafiker arbeitet daran, dass es alle Hörspiele in den nächsten drei Jahren auch im Buchformat geben wird.
Koko, Marek und Lukas und Johanna sind Freunde und Alster-Detektive. Unrecht können Sie überhaupt nicht ausstehen und mischen sich ein, sobald es ihnen begegnet. Wenn erst einmal ein Problem ihr Interesse geweckt hat, gehen sie den Dingen so lange nach, bis die Missstände aufgedeckt und die Übeltäter gestellt sind. Das klingt nach den „Die Drei???“ oder Enid Blytons „Fünf Freunde“. Und so etwas ist es auch. Doch der Spielort ist dabei nicht fiktiv. Die Fälle orientieren sich rund um das Hamburger Rathaus. Von Giftfässern im Hafen, Tierquälerei, Schutzgelderpressung über Graffiti-Schmierereien bis hin zu Lebensmittelskandalen: Doch statt wie „Die Drei???“ oder „Fünf Freunde“ alleine die Fälle zu lösen, agieren die Hamburger mit Unterstützung ihrer Stadt: mit einem Kommissar vom Landeskriminalamt und einem Abgeordneten. Dein Freund und Helfer.
„Wir wollen Kindern und Jugendlichen vermitteln, dass Politiker sich für die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger einsetzen“, erklärt Carola Veit die Idee hinter den Alster-Detektiven. „Wir möchten ihre Neugier wecken und ihnen zeigen, wie Politik und die Arbeit unseres Landesparlamentes im Rathaus funktionieren“, sagt sie.
„Wir behandeln in jedem Buch jeweils einige unserer Abläufe im und rund um das Rathaus, welche die Detektive und damit auch die Kinder nebenbei kennenlernen“, so Carola Veit. „Politik spielt dabei aber nur sehr unterschwellig eine Rolle“, erklärt Oliver Rohrbeck. Er ist Sprecher, Produzent und Regisseur der Alster-Detektive. Der erfahrene Sprecher war von Anfang an überzeugt von dem Projekt. „Neben der Geschichte erklären wir die Mechanismen und Hebel der Politik. Das Konzept geht auf.“
Die Idee einer politischen Kinderserie ist nicht neu, und doch bundesweit einmalig. 2002 ging der Bundestag mit der Kinderserie „Politibongo“ auf den Markt. Wolfgang Thierse und Klaus Wowereit spielten sich selbst, Cosma Shiva Hagen übernahm die Hauptrolle. Zwischen 2002 und 2004 entstanden durch den rbb, den MDR und den KiKa insgesamt 13 Folgen mit jeweils 15 Minuten Länge, die im KiKa und im ZDF ausgestrahlt wurden.
Die Alster-Detektive fügen sich ein in die Kinder- und Jugendarbeit der Hamburgischen Bürgerschaft. So gibt es Pixi-Bücher, Kinderführungen im Rathaus und „Jugend im Parlament“, ein Planspiel bei dem Jugendliche in die Rolle von Abgeordneten schlüpfen. Außerdem gibt es unterschiedliche Unterrichtsmaterialien für die Klassen 7 bis 13, sowie orientiert an den Alster-Detektiven für die vierte Klasse.
Im kommenden Herbst wird es auch einen neuen Fall der Alster-Detektive geben, zunächst wieder als Hörspiel. Das Thema der neuen Folge: Wählen gehen. Carola Veit: „Wir wollen dafür sorgen, dass die Wahlbeteiligung wieder steigt.“