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Die Botschaften der Blumenkinder von 1968

„Make love, not war“: Viele junge Leute der Hippie-Bewegung wollten die Welt verändern . Ihre Suche nach einem neuen Weg wird im Musical „Hair“ beschrieben. Foto Frank Serr

„Make love, not war“: Viele junge Leute der Hippie-Bewegung wollten die Welt verändern . Ihre Suche nach einem neuen Weg wird im Musical „Hair“ beschrieben. Foto Frank Serr

Esoterik, Räucherstäbchen, LSD und freie Liebe – eine Reise zurück in die 1968er Jahre gibt es im Musical „Hair“ am 25. März 2018, 20 Uhr, im Mehr Theater.

Freitag, 08.09.2017, 14:00 Uhr

In dem Musical geht es um eine Gruppe junger Hippies in New York, die sich gegen die herrschenden Verhältnisse in der Gesellschaft auflehnen; sie sind gegen Gewalt, Krieg und Hierarchien – und vor allem gegen ihre Einberufung als Soldaten in den Vietnamkrieg. Ein Teil ihres Protests sind die langen Haare der Männer; passend dazu heißt das Stück „Hair“ (Haare).

In „Hair“ sucht die Hippie-Bewegung der 1968er Jahre ein neues Lebensgefühl, orientiert an Frieden und Liebe. Sie wünscht sich eine Gesellschaft jenseits von Krieg, Rassentrennung und Autorität, eine Ära im Zeichen von „Make love, not war“.

Die Vorlagen zu „Hair“ entstanden durch den Schauspieler und Maler Gerome Ragni (1942-1991) und den Schauspieler, Drehbuchautor, Regisseur und Komponist James Rado (Jahrgang 1932). Sie schufen einen Text aus harten, vorwurfsvollen Zeilen und zugleich einer friedlichen, weichen Poesie. Beeinflusst wurden sie dabei von den Provokationen des damaligen modernen Theaters und durch die Unruhen der Protestbewegung.

Nach zahlreichen Off-Broadway Aufführungen ab 1966 arbeiteten die beiden Schöpfer von „Hair“ gemeinsam mit dem kanadischen Komponisten Galt MacDermot (Jahrgang 1928) an einer musikalischen Inszenierung. Dem ehemaligen Kirchenmusiker und Organist gelang ein Einklang aus Rhythmus, Harmonie und Instrumentierung.

Zu den ersten Aufführungen des Musicals ab 1968 kam der Franzose Bertrand Castelli (1929-2008) als Regisseur hinzu. Castelli war Anführer mehrerer Friedensmärsche und schaffte es, „Hair“ die radikale, pazifistische Philosophie einzuhauchen.

So wurde „Hair“ nicht nur eine Show aus Tanz, Musik und farbenfrohen Kostümen, sondern gleichzeitig eine unterhaltsame und dramatische Geschichtsstunde. Die Zuschauer spüren in der tiefsinnigen Lyrik und den mitreißenden Liedern und Choreografien die Angst und die zeitgleiche Hoffnung der Menschen auf eine bessere Zukunft.

„Hair – The American Tribal Love-Rock Musical“ mit der Broadway Musical Company New York geht 2018 wieder auf Tournee im deutschsprachigen Raum. Der Vorverkauf für die Aufführung im Mehr Theater läuft. (chw)

Karten: 41,90 bis 77,90 Euro im Vorverkauf.

www.riverconcerts.de

www.hairthemusical.com

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