Zähl Pixel
Archiv

Die „E-Bergziegen“ vom Treppenviertel

Der neue akkuelektrisch angetriebene, emissionsfreie Linienbus . Foto Sonnleitner

Der neue akkuelektrisch angetriebene, emissionsfreie Linienbus . Foto Sonnleitner

Die Premierenfahrt der zweiten „E-Bergziege“ auf der Linie 48 in Blankenese fiel trotz Sonnenscheins aus. Ein nötiges Software-Update hatte dem Ganzen einen Strich durch die Rechnung gemacht. 

Montag, 30.05.2016, 17:52 Uhr

Die sogenannte Bergziege ist ein batterieelektrisch angetriebener Bus der Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein (VHH).

Bereits seit Oktober 2014 fährt ein elektrischer Bus durch das idyllische Blankeneser Treppenviertel und wurde somit zum Vorreiter einer neuen Ära im Nahverkehr für die Metropolregion. Wie das Vorgängermodell ist nun auch das neue ein akkuelektrisch angetriebener, emissionsfreier Linienbus. „Unsere Erfahrungen mit dem ersten elektronischen Midibus waren durchweg gut“, sagte Toralf Müller, Geschäftsführer der VHH. Der Midibus weist eine Länge von rund acht bis zehn Metern auf und ist damit um zwei bis vier Meter kürzer als ein Standardbus. Schmal und wendig kommt somit auch die neue Bergziege durch die engen Straßen.

Die positive Resonanz der Fahrgäste und des Fahrpersonals, aber auch die gewonnenen Daten in Bezug auf Verbrauch und Wartungskosten hätten die Entscheidung für einen zweiten elektrischen Bus in Blankenese leicht gemacht, ergänzte Müller. Der E-Bus bezieht die nötige Antriebsenergie zu 100 Prozent aus regenerativen Quellen, also aus Wind und Sonne. Er ist mit einer Lithium-Ferrit-Batterie ausgestattet, der Akku befindet sich hierbei auf dem Dach des Fahrzeugs. Nach drei Runden der 5,2 Kilometer langen Strecke macht die Bergziege 20 Minuten Pause, bevor sie zur nächsten Fahrt durch Blankenese aufbricht. Die volle Ladung erhält der Bus nachts auf dem Betriebsbahnhof Schenefeld. „Der wirtschaftlich und technisch erfolgreiche Betrieb der E-Bergziege in Blankenese zeigt, dass sich Elektromobilität mit handfesten Vorteilen in Hamburg durchsetzt“, sagt auch Wirtschaftssenator Frank Horch. Es ist mehr als ein Testmodell, denn ab 2020 sollen nur noch emissionsfreie Fahrzeuge für den Hamburger Bus-Nahverkehr beschafft werden. Bereits in Kürze sollen elektrische Gelenkbusse auf der Metrobus-Linie 3 den Hamburger Osten mit dem Westen verbinden. Auch den kleinen Fauxpas jetzt hält VHH-Geschäftsführer Müller für nicht so dramatisch. Man sei steigerungsfähig, prinzipiell gelte bei der E-Mobilität aber, dass sie „genauso zuverlässig wie konservative Technik“ sei, obwohl sie nur ein Fünftel der Energie des Dieselbusses verbrauche.

Als Bergziegen werden die Busse der VHH auf der Linie 48 schon seit jeher liebevoll bezeichnet. Seit 1959 bereits kämpfen sie sich die steilen Blankeneser Hänge hoch, bei Steigungen von bis zu 15 Prozent. Nun erschließen die Elektrobusse geräuscharm und abgasfrei eines der schönsten Viertel Hamburgs. So leise, dass sie per Knopfdruck und Außenlautsprecher Fußgänger auf sich aufmerksam machen werden.

Copyright © 2025 TAGEBLATT | Weiterverwendung und -verbreitung nur mit Genehmigung.