Die Grundschule Estorf hat keine Sorgen - und eine neue Rektorin
Die neue Schulleiterin Nina Heptner mit einem Teil ihrer dritten Klasse auf dem Schulhof in Estorf. Foto: Eidtmann
Die Grundschule Estorf mit ihren 81 Kindern ist die kleinste in der Samtgemeinde Oldendorf-Himmelpforten. Aber genau das ist ihre Stärke. Die Dorfschule verbindet: Kollegium, Eltern und viele andere helfen, einen bunten Schulalltag zu gestalten. Das gefällt auch der neuen Rektorin.
Nina Heptner hat in diesem Monat ihre offizielle Ernennungsurkunde als Schulleiterin bekommen, aber das Terrain ist ihr bestens vertraut. Sie kennt und schätzt Land und Leute – die 32-Jährige unterrichtet schon seit 2012 in Estorf.
Es war ihre erste Stelle nach Studium in Münster und Referendariat in ihrem Heimatort Ochtrup. „Niedersachsen ist doch auch schön“, dachte sich die junge Frau damals, als sich im Norden der Republik eher eine Festanstellung bot als in Nordrhein-Westfalen, wo zu der Zeit Lehrerstellen rar gesät waren. So verschlug es sie privat nach Stade und beruflich nach Estorf.
„Ich genieße das Umfeld von kleinen Schulen, die fest in die Dorfgemeinschaft integriert sind“, sagt Nina Heptner. Man kennt sich, ist untereinander und mit allem vertraut. Im Kollegium ziehen alle an einem Strang, das Klima stimmt, die Unterrichtsversorgung auch. „Wir arbeiten hier gerne“, spürt die Vorgesetzte Gemeinschaftsgeist. Jede der sechs Kolleginnen (darunter eine Förderschullehrerin für die Inklusion) hat ihr Steckenpferd, das sie einbringt, und das macht das Schulleben so bunt und abwechslungsreich.
Seit Jahren ist die Grundschule Estorf zertifizierte Umweltschule. Auch in diesem Herbst wurde im Schulgarten viel gepflanzt und geerntet. Gerade entstehen Blühstreifen als Bienenprojekt, nächste Woche werden alle Schulkinder im Ort Müll sammeln. Auf den Weg gebracht ist eine Partnerschaft mit dem Natureum in Balje, das Kindern naturkundliche Lernorte im Museum bietet.
Bunt ist die Palette auch im lebenspraktischen und im musischen Bereich mit Theater, Musik und Chor. Der bühnenvertraute Chor wird im Mai 2019 beim Chorfest im Stadeum auftreten. In den Sport brachte Nina Heptner im Vorjahr ihre Leidenschaft fürs Fußballspielen ein. Sie leitete die Fußball-AG, deren Mädchenmannschaft bei den Kreismeisterschaften der Grundschulen einen Titel holte. Auch Notfalltraining und Gewaltprävention sind feste Bestandteile im Schulleben.
„Die Eltern schätzen es, dass die Kinder hier so viele Möglichkeiten haben“, sagt die Lehrerin für Mathe, Englisch und Deutsch, die mit 18 Unterrichtsstunden weiter nah am Nachwuchs bleibt. Rückläufige Schülerzahlen in Estorf gehören der Vergangenheit an; sie sind stabil, in fünf, sechs Jahren vielleicht sogar wieder ansteigend.
In die Führungsrolle und Leitungsarbeit konnte Heptner hineinwachsen. Schon 2017 übernahm sie das Amt einmal kommissarisch, als Vorgängerin Verena Marx-Dieckmann in Elternzeit ging. „Ich habe gemerkt, dass mir das liegt. Ich fand es sehr abwechslungsreich.“ Und so lief es auf sie zu und hinaus, als Marx-Dieckmann im Sommer in ihren Heimtatort Wischhafen wechselte. Ihre Hauptaufgabe sieht die gut organisierte Schulleiterin darin, mit ihrem Team motiviert an Entwicklungszielen zu arbeiten und „nicht auszuruhen“. Erst kürzlich hätten sie überlegt, ob nicht alles zu viel wird und das ein oder andere wegfallen sollte. „Aber das wollten wir dann auch nicht“, sagt Heptner lachend.