Die Idee von einem Medizin-Zentrum in Drochtersen
Die ärztliche Versorgung in Kehdingen ist nicht zu 100 Prozent gewährleistet. Nun meldet sich der Fredenbecker Kommunalpolitiker Thomas Gloth zu Wort. Ein von ihm konzipiertes Medizin-Zentrum könne das Problem lösen.
Wie kürzlich berichtet, sind Drochterser Kommunalpolitiker besorgt wegen der ärztlichen Versorgung. Die SPD-Fraktion möchte einen runden Tisch einrichten, um das Problem anzugehen. In der Tat kann eine im vergangenen Jahr frei gewordene Arztpraxis in Drochtersen nicht besetzt werden. Auch sind mehrere Ärzte im gesamten Gemeindegebiet schon jetzt oder bald im Rentenalter. Die Politiker schlagen rechtzeitig Alarm.
Nun meldet sich der Fredenbecker Thomas Gloth zu Wort und schlägt vor, seine Idee vom Medical Care Center in Drochtersen als Zentrum für ganz Kehdingen umzusetzen. Gloth – von Haus aus Diplom-Trainer und Ex-Coach der Fredenbecker Handballer – hatte die Idee vor einiger Zeit im Zusammenhang mit dem sogenannten integrierten ländlichen Entwicklungskonzept für seine Samtgemeinde entwickelt. „Aber das passt auch ganz hervorragend für Drochtersen“, sagt der Kommunalpolitiker, der nach seiner Trainerzeit vor zehn Jahren unter anderem im Marketinggeschäft tätig ist.
Die Idee von Gloth ist ebenso einfach wie bestechend. Er will alle medizinisch wichtigen Bereiche in einem Zentrum bündeln. Das reicht vom Physiotherapeuten über die Apotheke bis hin zur Ernährungsberatung oder Sportprävention. Diese Einrichtungen wären nach seinen Vorstellungen nicht nur unter einem Dach, sondern würden auch gemeinsam Empfang, Administration bis hin zum Qualitätsmanagement unterhalten. „Das ist betriebswirtschaftlich sinnvoll und ein guter Service für die Menschen vor Ort“, sagt der Fredenbecker.
Der richtungsweisende Kopf eines solches Zentrums wäre nach Gloths Vorstellungen der Arzt oder ein Team von Ärzten. Weil bekanntermaßen immer mehr jungen Frauen Ärztinnen werden – der Frauenanteil bei den Medizinstudenten liegt jetzt schon bei fast 70 Prozent – schwebt Gloth ein Team auch von Teilzeitärztinnen vor. Damit diese, aber auch Patienten, ihre Kinder versorgt wissen, gehört für Thomas Gloth auch eine Kinderbetreuung in ein solches Zentrum.
Für den Fredenbecker steht der Servicegedanke ganz oben an. Dazu gehört nicht nur, dass ein solches Versorgungszentrum auch präventiv tätig ist, sondern auch solche Dienstleistungen wie die Kinderbetreuung oder – gerade auf dem flachen Land – ein Fahrservice für ältere Menschen, die nicht mehr so mobil sind. Anstatt den teuer bezahlten Arzt zu Hausbesuchen auf die Landstraße zu schicken, könnten doch besser Fahrer die Patienten in die Praxis bringen. Kombinierbar sei das mit einem bereits praktizierten Lieferservice der Apotheken.
Gloth möchte sich mit seiner Idee ein wenig in die laufende Diskussion in Drochtersen einbringen. Ob und wie sich ein solches Zentrum in Drochtersen tatsächlich realisieren lasse, ist für Gloth völlig offen: „Es gibt ja auch kleinere Lösungen, mit denen man erst einmal starten könnte.“ In einem Punkt ist er sich aber sicher: Ein solch modernes Medical Care Center würde junge Mediziner reizen und eher in die Provinz locken als eine zweiwöchige Landarzt-Hospitanz für Studenten im Grundstudium, wie es gerade mit der Aktion Landpartie kreisweit versucht werde.