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Sicherungsmaßnahmen eingeleitet

Die Schilleroper in Hamburg wird gerettet

Die Schilleroper Objekt GmbH hat wohl die Rechnung ohne das Denkmalschutzamt gemacht. Das Gebäude wird jetzt gerettet . Foto: dpa

Die Schilleroper Objekt GmbH hat wohl die Rechnung ohne das Denkmalschutzamt gemacht. Das Gebäude wird jetzt gerettet . Foto: dpa

Es war einst ein Schmuckstück, ein Zirkus-Theater von Rang mitten auf St. Pauli. Doch die Schilleroper ist nicht nur längst leer, sondern auch marode. Die private Eigentümerin lässt das Gebäude mit seiner denkmalgeschützten Stahlkonstruktion seit Jahren verfallen.

Donnerstag, 12.03.2020, 20:14 Uhr

Nun reagierte das Hamburger Denkmalschutzamt. Die 1891 gebaute Schilleroper sei als letzter erhaltener fester Zirkusbau des 19. Jahrhunderts in Hamburg und wahrscheinlich sogar in Deutschland ein bedeutendes Denkmal, teilte die zuständige Kulturbehörde mit.

So hat das Denkmalschutzamt der Eigentümerin am 4. Dezember 2019 eine Anordnung von Sicherungsmaßnahmen zugesandt und ihr bis zum 28. Februar Zeit gegeben, dem Amt Maßnahmen anzuzeigen. Die denkmalgeschützte Stahlkonstruktion sollte somit gesichert sowie die erforderlichen Genehmigungen hierfür beantragt und dem Denkmalschutzamt die Beantragung nachgewiesen werden. „Entsprechende Anträge hat die Eigentümerin in der vorgegebenen Frist nicht vorgelegt“, beklagt eine Sprecherin der Kulturbehörde.

Denkmalschutzamt bereitet erforderliche Schritte vor

„Die Schilleroper Objekt GmbH hat gegen die Sicherungsverfügung Widerspruch eingelegt und beim Verwaltungsgericht Hamburg per Eilantrag beantragt, die aufschiebende Wirkung des Widerspruchsverfahrens anzuordnen“, so die Sprecherin weiter. Hierüber hat das Verwaltungsgericht noch nicht entschieden. Die Schilleroper Objekt GmbH habe zudem am 28. Februar ein Konzept für eine Sicherung angekündigt, dieses jedoch in der vorgegebenen Frist nicht vorgelegt. „Sollte das Konzept zeitnah vorgelegt werden, prüft die Stadt selbstverständlich, ob dies geeignet ist, das Denkmal zu erhalten.“

Um keine weitere Zeit zu verlieren, bereitet das Denkmalschutzamt unabhängig von dem laufenden Eilverfahren und dem angekündigten Konzept die für die Sicherungsarbeiten erforderlichen Schritte und die Ausschreibung der Leistungen weiter vor. Die Kosten würden der Eigentümerin in Rechnung gestellt werden. „Neben dem nun beschrittenen formalen Weg einer Sicherung ist das Denkmalschutzamt weiterhin offen, zusammen mit der Eigentümerin einen Weg zu finden, die historische Konstruktion des Zirkusgebäudes zu erhalten“, hofft die Behörde weiterhin auf eine vernünftige Lösung.

Stadt wird ganz genau hinsehen

Die Schilleroper Objekt GmbH hat das Gebäude in bester Lage in Nähe Neuer Pferdemarkt 2004 gekauft. Spekulationen zufolge wolle die Eigentümerin den Rundbau abreißen lassen, um ein hochpreisig zu vermietendes Wohn- und Bürohaus zu errichten. Sie wolle spekulieren und anstelle einer Rettung des Gebäudes einen Komplettabriss forcieren.

Doch hat sie wohl die Rechnung ohne das Denkmalschutzamt gemacht. Es gebe „die Pflicht, das Denkmal zu erhalten“. Es ginge neben der Rettung des Denkmals auch um eine adäquate Nutzung, die eng mit der Behörde abgestimmt werden müsse, auch wenn diese „nicht programmatischen Einfluss nehmen“ dürfe. Über Baumaßnahmen hinaus, die allerdings streng sind, wird die Stadt aber ganz genau hinsehen, was hier auch als Nutzung geplant ist.

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