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Die Woche in Hamburg

Mona Adams.

Mona Adams.

Stadtgeflüster mit Mona Adams.

Von Mona Adams Freitag, 08.04.2016, 16:48 Uhr

Wer sich in der Bahn umguckt, sieht eigentlich kaum wen, der nicht an seinem Handy klebt. Entweder wischen die Finger im Sekundentakt über den Bildschirm und scrollen sich wund, oder aber das quadratisch, praktisch, gute Gerät hilft dank Flatrate bei intimen Geständnissen über Ehepartner und Affären („er ist so heiß“), Aufreger-Chefs („am liebsten würde ich kündigen“) oder die Freundin („du glaubst nicht, was sie gesagt hat?“). Natürlich wissen wir es schon, hat er oder sie ja bereits schon der anderen Freundin erzählt. Die sieht das übrigens genau so. Einzige Rettung: „Du Schatz, mein Akku ist gleich alle... Hallo?“. Dem will die Hochbahn nun entgegenwirken. Möglicherweise, vielleicht, eventuell. „Mal angenommen, es gäbe in unserer U-Bahn USB-Ladebuchsen, würden Sie Ihr Smartphone damit aufladen?“, fragt der Verkehrsbetrieb auf Facebook und Twitter, und siehe da – den Mobil-Junkies gefällt es. Es wird geliked, geherzt und kommentiert. Es passt zum Digitalisierungswahn der Hochbahn. Bereits Ende April startet ein Testlauf mit öffentlichem WLAN in Bussen. 71 Prozent wollen die USB-Ladebuchsen. „Ich würde nie wieder nach Hause fahren“, schreibt einer. Hoffen wir mal doch. Ein anderer kann es nicht verstehen: „Die sollen erst einmal in der neuen U3 Mülltonnen aufbauen, bevor sie von USB-Buchsen reden“, schreibt er. Das nennt sich Prioritäten setzen bei der Bahn.

Till Brönner ist der bekannteste deutsche Jazz-Export, er spielt ganz oben in der internationalen Liga und arbeitete schon mit nationalen und internationalen Stars wie Annie Lennox, Johnny Griffin oder James Last zusammen. Der Trompeter will zeigen, dass er mehr kann, außer Musik. Nämlich fotografieren. Und auch da arbeitet er mit den Großen zusammen, knipst Lenny Kravitz, Kati Witt, Beth Ditto oder Seal. 22 seiner Werke sind nun bis zum nächsten Wochenende in der „Galerie Jenny Falckenberg“ an der Außenalster zu sehen. Es ist das erste Mal, dass er seine „Faces & Places“ in Hamburg zeigt. Zur Eröffnung kam auch Freund Udo Lindenberg. Den lichtete er liegend auf einer Konzertbühne ab. Bearbeitet werden die Bilder kaum, gerade die Spuren des Lebens findet Brönner interessant. Gut, dass Lindenberg Hut und Sonnenbrille trägt.

Was hat Fußball mit Bienen zu tun? In Hamburg ziemlich viel. Bald surren sie auf der Südtribüne des Millerntorstadions. Denn der FC St. Pauli siedelt ab sofort zwei Bienenvölker im Stadion an. Sie heißen Ramona und Hennings Schwarm und machen für unseren Fußballclub Honig. Dabei geht es nicht um Profit, der FC St. Pauli will vielmehr etwas für die Umwelt tun. Das Projekt soll auf das Bienensterben hinweisen. Nach Angaben des FC St. Pauli handelt es sich um die ersten Bundesliga-Bienenvölker. Langfristig sollen sie frischen Honig produzieren. Der Name: Ewaldbienenhonig. Na wenn es da mal keinen Zusammenhang zu Cheftrainer Ewald Lienen gibt. Auf kiezhelden.com lassen sich die Bienen auf ihrer Tribüne beobachten. Von der Südtribüne haben sie beste Sicht auf ihren Club. Andere haben die Balkone für die Meisterschaft, der FC St. Pauli für Bienen. Passt irgendwie.

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