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Stadtgeflüster

Die Woche in Hamburg: Weihnachtsmarkt eröffnet Mitte November

Besucher gehen über den Weihnachtsmarkt "Santa Pauli" auf dem Spielbudenplatz. Archivfoto: Daniel Reinhardt/dpa

Besucher gehen über den Weihnachtsmarkt "Santa Pauli" auf dem Spielbudenplatz. Archivfoto: Daniel Reinhardt/dpa

Als ich diese Woche über den Spielbudenplatz in St. Pauli schlenderte, traute ich meinen Augen kaum. Bauen die da wirklich schon einen Weihnachtsmarkt auf? Anfang November? Die Geranien auf dem Balkon blühen noch, und da sollen wir Glühwein trinken?

Freitag, 08.11.2019, 14:48 Uhr

Eine Abfrage bei Google ergab: Der „Santa Pauli“ beginnt tatsächlich am 18. November. Aber es kommt noch besser: Der „Wandsbeker Winterzauber“ hat bereits am 1. November eröffnet. Auf dem Wandsbeker Marktplatz können alle, die es kaum erwarten können, dass endlich Winter wird, nun durch ein Winterdorf schlendern und sich auf einer 400 Quadratmeter großen Schlittschuhbahn austoben. Wenn Weihnachten so unmittelbar vor der Tür steht, bleibt mir wohl nichts anderes übrig, als am Wochenende die letzten gebunkerten Ostereier aufzuessen, um im Süßigkeiten-Reservoir Platz für die Dominosteine zu machen…

Barbara Schöneberger hat diese Woche am eigenen Leib erfahren, wie sich ein Shitstorm anfühlt. Auf dem Instagram-Kanal ihres Magazins „Barbara“ hatte die TV-Moderatorin und Sängerin in einem Video erklärt, was sie von Männern hält, die sich schminken: „Männer dürfen gerne von mir aus lustige, hochgekrempelte Hosen tragen und kurze Jacketts, die überm Arsch enden“, plapperte sie drauflos. „Aber wenn ihr euch jetzt auch noch schminkt… ich finde irgendwo ist auch mal ein Punkt. Männer sind Männer, Männer sollen irgendwie auch Männer bleiben.“ Es dauerte nicht lange, bis es Kritik hagelte. Schöneberger wurde Sexismus, Homophobie und Intoleranz vorgeworfen. Zehntausende meist negative Kommentare sorgten dafür, dass sie sich zu einer Stellungnahme gezwungen sah. „Ich habe nicht die Jungs gemeint, die sich regelmäßig schminken, die bunt sind, die ihre Individualität ausdrücken wollen“, versuchte die 45-Jährige sich herauszureden. Vielmehr habe sie über die Jungs geredet, die sie einmal gedatet habe. Aha. Vielleicht wäre eine einfache Entschuldigung besser gewesen?

Hörer von Radio Energy müssen jetzt stark sein: Der Sender hat seine UKW-Frequenz verloren. Die Medienanstalt Hamburg Schleswig-Holstein hat am Mittwoch über eine neue Frequenzzuweisung im Hamburger UKW-Spektrum entschieden – erstmals seit 1991. Da die bestehenden Zuweisungen nicht weiter verlängert werden konnten, wurden sie neu ausgeschrieben, und der Andrang war groß: 13 Anbieter buhlten um fünf Plätze. Radio Hamburg, Hamburg Zwei und Rock Antenne dürfen ihre bisherigen Frequenzen behalten, doch Energy ging genau wie 917XFM leer aus und kann ab August 2020 nur noch digital empfangen werden. Bei dem Sender selbst sorgte das für Unverständnis, schließlich sendet Energy seit fast 25 Jahren. Aber des einen Freud ist bekanntlich des anderen Leid. Die Frequenzen gehen künftig an den Berliner Sender FluxFM und ab 2022 an ByteFM – zwei Sender, die aus dem Formatradio ausbrechen und nicht nur glatt gebügelte Hörgewohnheiten bedienen. Ich finde, das ist ein Grund zum Anstoßen. Vielleicht mit einem Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt?

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