AbonnierenAbo
Zähl Pixel
Studie

Diebstahl kostet Einzelhandel Milliarden – neuer Rekordwert

Kosmetikprodukte werden häufig geklaut.

Kosmetikprodukte werden häufig geklaut. Foto: Bernd Weißbrod/dpa

Alkohol, Kaffee, Rasierklingen: In deutschen Geschäften wird viel geklaut. Laut einer Untersuchung sind die Schäden durch Diebstahl erneut gestiegen – zum vierten Mal in Folge.

Von dpa 23.06.2026, 04:05 Uhr
3 Monate Premium-Zugriff auf tageblatt.de für nur 0,99 €! Jetzt sichern!

Köln. Die Schäden durch Diebstahl im deutschen Einzelhandel haben 2025 einen Höchststand erreicht. Laut einer Studie des Handelsforschungsinstituts EHI wurden Waren im Wert von mehr als 4,3 Milliarden Euro gestohlen - ein Plus von 3,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Schadenssumme steigt das vierte Mal in Folge. 

Mit rund 3,05 Milliarden Euro entfiel der größte Teil auf Kundendiebstahl.Ein Drittel davon wird organisierten Tätergruppen zugeschrieben. Eigene Beschäftigte der Handelsunternehmen verursachten Schäden von 910 Millionen Euro, Personal von Lieferanten und Servicefirmen, etwa Handwerker und Reinigungskräfte, weitere 370 Millionen Euro. 

Zwischen 2020 und 2025 sind die Schäden um knapp 29 Prozent gestiegen, beim Kundendiebstahl sogar um gut 41 Prozent. Ein Teil des Anstiegs dürfte auf die hohe Inflation zurückzuführen sein. Die Verbraucherpreise legten im selben Zeitraum um mehr als 20 Prozent zu, die Preise für Lebensmittel um etwa 35 Prozent.

Verband: Unternehmen verlieren Vertrauen in Polizei und Justiz

Als größte Herausforderung bezeichnete EHI-Experte Frank Horst den Kampf gegen organisierten und gewerbsmäßigen Diebstahl. Auch die Zunahme beim „normalen“ Kundendiebstahl sei „besorgniserregend“. Der Handelsverband Deutschland forderte eine konsequentere Verfolgung von Ladendiebstahl und eine bessere Ausstattung von Strafverfolgungsbehörden und Gerichten. 

Für die Studie befragte das EHI 103 Unternehmen mit insgesamt 21.225 Geschäften. Die Firmen schätzten, wie sich die Verluste auf Kunden, Mitarbeiter und andere Verursacher verteilen. Anschließend wurden die ermittelten Schäden auf den Gesamtmarkt hochgerechnet.

Die Redaktion empfiehlt
Weitere Artikel

Galeria startet Investorensuche

Erneut wird nach einem Käufer für Galeria Ausschau gehalten. Ein Handelsexperte sieht erheblichen Investitionsbedarf bei dem angeschlagenen Warenhausunternehmen.

Hohe Kerosinkosten: Eurowings prüft Kurzarbeit

Die Dubai-Flüge ab Köln und Stuttgart sind bereits gestrichen, weitere Einschnitte im Winterflugplan folgen. Der Kostendruck durch hohe Kerosinpreise lässt Eurowings sogar Kurzarbeit prüfen.

Tesla zeigt Sportwagen mit Raketendüsen

Seit Jahren stellte Elon Musk ein Raketen-Auto in Aussicht - und der nun gezeigte Tesla Roadster kann dank Kaltgas-Düsen ein wenig fliegen. Wie viele davon gebaut werden, bleibt unklar.

Wo Elektroautos besonders boomen

Förderung, breitere Auswahl und die hohen Spritpreise treiben die Elektroautoneuzulassungen in Deutschland. In zwei Bundesländern fährt dieses Jahr schon fast jedes neue Auto mit nur Strom.