Digitalisierung als Chance für Jork begreifen
Digital hinterm Deich: Bürgermeister Gerd Hubert, Alexander Deichsel, TAGEBLATT-Redakteurin Anping Richter, Archivarin Susanne Höft-Schorpp und Jan Deichsel organisieren die Lessing-Gespräche im Museum. Foto Vasel
Die Gemeinde Jork lädt für den kommenden Sonnabend, 10. November, 15 Uhr, zu den 27. Lessing-Gesprächen in das Museum Altes Land in Westerjork 49 ein. Das Thema: Digital hinterm Deich.
Zum Schluss der Veranstaltung, von vielen liebevoll als das „Schützenfest der Intellektuellen“ bezeichnet, wird der Bürgerpreis der Gemeinde Jork verliehen. Der Eintritt ist frei. In diesem Jahr lautet das Thema „Digital hinterm Deich“.
Als Referenten haben die fünf Organisatoren der Reihe – Professor Alexander Deichsel, Professor Dietrich Fornaschon, Dr. Jan Deichsel, TAGEBLATT-Redakteurin Anping Richter sowie Susanne Höft-Schorpp vom Altländer Archiv in Jork – Timo Lundelius aus Hamburg gewinnen können. Er ist Gründer von „We-build.city“. Das ist eine digitale Plattform für Stadtplanungs- und Bürgerbeteiligung für Städte sowie für öffentliche Verwaltungen, für Bürger und für Investoren. Lundelis studierte Politikwissenschaften und war unter anderem für Globetrotter tätig. Ehrenamtlich engagiert er sich im offenen Stadtlabor „Code for Hamburg“. Er ist überzeugt: Die Digitalisierung bietet große Chancen – auch bei der Bürgerbeteiligung.
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Im Stadtlabor „Code for Hamburg“ wird an digitalen Lösungen für alle Bürger gebastelt: von der Info über die Trinkwasserqualität im eigenen Wasserhahn bis zu der Frage, wie viel Geld die Gemeinde aktuell für Kita-Plätze oder Rathausneubau ausgibt. Die Gruppe hat unter anderem auch eine technische Selbstbau-Lösung für den Eigenbau von Feinstaub-Messstationen entwickelt; mehr als 200 davon sind schon von Hamburgern gebaut und vor der eigenen Haustür aufgestellt worden. Vorbild der Initiative ist das Verschwörhaus in Ulm, ein Experimentierfeld für die Welt von morgen. „Code for Hamburg“ ist Teil von „Code for Germany“, die Entwicklungen im Bereich Transparenz und Open Data fördern will. Im besten Fall nutzen Bürger die Daten auch, um sich in gesellschaftliche und politische Prozesse einzubringen. Softwaretechnisch ist das kein Problem. Die „größere Baustelle“ ist, den Menschen selbst zu aktivieren, unabhängig von der Frage, ob dieser in der analogen oder in der digitalen Welt zu Hause ist.
Wie Digitalisierung auch im Alten Land die Lebensqualität verbessern, mehr Bürgerbeteiligung ermöglichen und den Standort stärken kann, will Lundelius in seinem Vortrag allen Interessierten nahe bringen – verbunden mit einer offenen Diskussion.
Benannt ist die Reihe nach dem Dichter Gotthold Ephraim Lessing, der am 8. Oktober 1776 in Jork die Hamburgerin Eva Koenig heiratete.