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Grünmüll

Doch keine Verbesserung? Neuer Streit um die Abfallannahmestelle in Ardestorf

Die neue Abfallannahmestelle des Landkreises Harburg bei Ardestorf sorgt seit ihrer Eröffnung für Ärger – nicht nur wegen der Treppen. Foto: privat

Die neue Abfallannahmestelle des Landkreises Harburg bei Ardestorf sorgt seit ihrer Eröffnung für Ärger – nicht nur wegen der Treppen. Foto: privat

Die Posse um die mühsame Grünmüllabgabe an der Abfallannahmestelle Ardestorf geht in eine neue Runde: Jetzt will die Kreisverwaltung die vom Kreistag beschlossenen Verbesserungen für die Bürger wieder streichen. Nicht nur die Neu Wulmstorfer sind genervt.

Von Claudia Michaelis Donnerstag, 17.02.2022, 06:00 Uhr

Ein Aufschrei der Empörung war durch Neu Wulmstorf gegangen, als der Landkreis Harburg im vergangenen Mai seine neue Abfallannahmestelle bei Ardestorf eröffnet hatte: Die Container, in die Restmüll und Grünmüll wandern sollen, waren nur über eine Treppe zu erreichen. Ihre Abfallsäcke über sieben Stufen zum Rand des Containers zu buckeln, hatte bei den Bürgern Unmut und Frust ausgelöst, selbst das Satiremagazin Extra3 war vor Ort und hatte einen süffisanten Beitrag gedreht über den Hürdenlauf in der neuen Abfallsammelstelle.

Bau einer Betonplatte sorgt für neue Probleme

Nach den Protesten der Bürger hatte der Kreistag schließlich Verbesserungen beschlossen. Unter anderem sind inzwischen zwei Container an den Seiten geöffnet worden, sodass der Grünmüll dort über eine Rampe abgekippt werden kann und nicht mehr die Treppe hochgeschleppt werden muss. Die Annahmemenge ist zum Jahresbeginn von einem halben Kubikmeter auf einen Kubikmeter Grünmüll erhöht worden, und last but not least hatte der Kreistag beschlossen, dass für den Grünabfall eine ebenerdige Fläche angelegt wird, auf der Anlieferer ihren Grünschnitt zügig und barrierefrei abladen können.

Der Bau einer solchen Betonplatte allerdings würde nach Berechnungen der Verwaltung 237 400 Euro kosten und ein aufwendiges Genehmigungsverfahren erfordern. Die Verwaltung hat das Thema deshalb wieder auf die Agenda im Ausschuss für Kreislaufwirtschaft und Atommüllendlagersuche gesetzt. Die Abteilung Abfallwirtschaft schlägt der Kreispolitik nun vor, auf den beschlossenen Umbau der Anlage doch zu verzichten, „da inzwischen praktisch keine Beschwerden mehr über die Art der Grünabfallannahme in Ardestorf eingehen“.

Das allerdings dementieren viele Neu Wulmstorfer, die die Anlage im Westkreis hauptsächlich nutzen: „Wir sind alle nach wie vor genervt“, sagt Jan Bohle aus Ardestorf. Zwar könne man jetzt an die Container ranfahren und seinen Grünmüll über die Rampe abarbeiten, aber viele, nicht nur ältere Menschen täten sich damit nach wie vor schwer, weiß Bohle. Wenn der Kreis das zugesagt habe, dann solle er das auch machen, sagt Bohle. „Das Ganze ist eine Lachnummer, die sollen die Platte da bauen. Oder muss Extra3 noch mal kommen?“

Reichlich Diskussionsstoff im Fachausschuss

Auch in der Kreispolitik sorgt der Vorstoß für Stirnrunzeln. „Wir sind etwas gefrustet über die Hürden, die die Abfallwirtschaft da aufbaut“, sagt die Ausschussvorsitzende Christa Beyer. Wir fragen uns, warum in der benachbarten Anlage des Landkreises Stade so etwas möglich ist und bei uns so teuer? Wir würden gern noch mal den Vergleich haben: Warum geht nebenan, was bei uns nicht geht?“ Für die Neu Wulmstorfer sei das nicht verständlich, findet auch SPD-Kreistagsfraktionschef Thomas Grambow: „Die Bürger fahren dahin und sehen, dass es auf der Stader Seite geht, und bei uns geht es nicht“, sagt der Neu Wulmstorfer Kreispolitiker. Und so wird Ardestorfs Grünmüll im Fachausschuss, der am Montag ab 15 Uhr per Videokonferenz tagt, wieder reichlich Diskussionsstoff bieten.

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