TDoch ohne Marcell Jansen: HSV III gewinnt Trainingsspiel beim Deinster SV
Nils von Salzen wechselte vom VfL Güldenstern Stade zum zwei Klassen tiefer spielenden Deinster SV. Hier kann er das 0:3 nicht verhindern.
Marcell Jansen ist nicht mit dem Fußball-Oberligisten Hamburger SV III in Deinste aufgelaufen. Großartig enttäuscht war deshalb keiner beim Kreisligisten. Auch das 0:10 störte kaum. An diesem Sonnabend zählte die dritte Halbzeit.
Stefan Hink, Teammanager des Deinster SV, hat einen guten Draht zum Hamburger SV. Die Deinster organisieren seit 15 Jahren erfolgreich die HSV-Fußballschule. Das Freundschaftsspiel war eine Art Dankeschön. Marcell Jansen (36), ehemaliger Bundesliga- und Nationalspieler und heute HSV-Präsident, hatte eigentlich zugesagt. Einige Kinder im HSV-Trikot hätten sich sicherlich gerne ein Autogramm abgeholt. Doch am Vortag wurde Hink informiert, dass Jansen es nicht schaffe. Ein wenig damit gerechnet hatte er sowieso, wie er erwähnte. „Wer weiß, was der im Vorstand wieder regeln muss“, sagte Rüdiger „Longo“ Neumann, Obmann des Deinster SV, gut gelaunt am Spielfeldrand sitzend. Derzeit gibt es Vorwürfe gegen den Finanzvorstand beim HSV.
Rüdiger Neumann erinnerte sich lieber an die guten, alten HSV-Zeiten. Den seinerzeit jungen Horst Hrubesch hat er mal in einer Eppendorfer Diskothek getroffen. Der Star sei sehr nahbar gewesen. „Und kaum war Horst durch die Tür, hatte er schon die schönste Blondine auf dem Schoß“, sagte Neumann amüsiert und hatte noch ein, zwei weitere Anekdoten parat.
Plötzlich läuft in Deinste gar nichts mehr
Das Spiel gegen den Hamburger Oberligisten lief zu diesem Zeitpunkt noch ganz passabel für den amtierenden Vizemeister der Kreisliga Stade. Nach 35 Minuten stand es noch 0:0. „Technisch sind die stark, aber wir halten gut dagegen“, sagte Neumann. Während der Trinkpause nach einer halben Stunde wähnten sich auch die Mannschaft und Trainer Filippo Callerame auf einem guten Weg. Doch dann ging alles ganz schnell. 0:1, 0:2, 0:3 im Minutentakt. „Das geht viel zu einfach und zu schnell“, schrie einer der Spieler. Trainer Callerame schrie: „Wir führen überhaupt keine Zweikämpfe mehr.“ Zur Pause stand es 0:5.
Leistungsträger bleibt dem Team treu
Nach dem Seitenwechsel erarbeitete sich der Deinster SV drei, vier gute Chancen für den Ehrentreffer. Die beste vergab Henrique Fuchs Klein. Dass der 28-jährige Leistungsträger auch kommende Saison für Deinste aufläuft, freut Teammanager Hink. Zwei Landesligisten hätten sich sehr um Fuchs Klein bemüht.
Mit Nils von Salzen hat der Deinster SV dafür einen landesligaerfahrenen Spieler gewonnen. Der 23-Jährige spielte nach seiner fußballerischen Ausbildung bei St. Pauli für die SV Ahlerstedt/Ottendorf und den VfL Güldenstern Stade. „Stefan hat mich seit dem Abi jede Saison gefragt, ob ich zum Deinster SV kommen will“, erzählte von Salzen nach dem Spiel und lachte. Nun sei der Zeitpunkt für den Wechsel da gewesen. Nach dem dualen Studium sei er beruflich stärker eingebunden und wollte weniger Aufwand fürs Hobby betreiben. Dass der Deinster SV durchaus ambitioniert in die Saison gehen wird, ist okay, so von Salzen. „Ich muss aber noch ordentlich was machen“, sagte er, nach der früh beendeten Landesligasaison habe er überhaupt nicht mehr trainiert.
Die Dritte Halbzeit zählt
Neumann hofft auf den Bezirksliga-Aufstieg, den der Deinster SV eigentlich schon in der abgelaufenen Saison „verdient gehabt hätte“. Das 0:10 zum Vorbereitungsauftakt störte an diesem sonnigen Sonnabend niemanden. „Dafür gewinnen wir die dritte Halbzeit“, sagte Neumann. Nils von Salzen sagte: „Die gewinnen wir immer.“
Sportwoche
Montag, 4. Juli: FC Mulsum/Kutenholz – SV Agathenburg/Dollern (18 Uhr), Deinster SV II – SV Oerel-Barchel
Mittwoch, 6. Juli: Oerel-Barchel – TuS Harsefeld II (18 Uhr), Deinster SV – Mu/Ku (20 Uhr)
Freitag, 8. Juli: Deinster SV – Agathenburg/Dollern (18 Uhr), Deinster SV II – Harsefeld II (20 Uhr)
Sonnabend, 9. Juli: Spiel um Platz 3 (14 Uhr), Finale (16 Uhr)
Obmann Rüdiger Neumann.
Trainer Filippo Callerame.