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Drei Ikonen der Fotografie

George Hoyningen-Huené: Bathing Fashion . Paris 1930, Silbergelatine. Haus der Photographie/Sammlung F.C. Gundlach. Foto Horst; Estate George Hoyningen-Huené

George Hoyningen-Huené: Bathing Fashion . Paris 1930, Silbergelatine. Haus der Photographie/Sammlung F.C. Gundlach. Foto Horst; Estate George Hoyningen-Huené

Richard Avedon gilt als einer der bedeutendsten Fotografen des 20. Jahrhunderts, Irving Penn als Neuerer der Bildnis- und Modefotografie – und beeinflusst wurden beide von George Hoyningen-Huene, dem begnadeten Porträtisten zahlreicher Hollywoodstars. Ab 18. November werden in den Deichtorhallen Fotos dieser drei Ikonen ausgestellt.

Freitag, 21.10.2016, 14:00 Uhr

Richard Avedon, George Hoyningen-Huene und Irving Penn – jeder einzelne dieser Fotografen für sich ist bereits ein Höhepunkt in der amerikanischen Fotografie-Geschichte. Die subtile Handhabung der Linie eint als Merkmal die Arbeiten dieser drei Ikonen, ist dabei aber in Abhängigkeit von der jeweiligen Stilistik des Fotografen sehr unterschiedlich definiert.

Gezeigt werden in der Ausstellung „The Concept of Lines“ etwa 60 Porträts prominenter Persönlichkeiten, zudem außergewöhnliche Modeinszenierungen, Akte und Körperbilder. Im raffinierten linearen Spiel, das die Bildelemente sorgfältig voneinander trennt, sie verbindet oder aber als selbstständig übergeordneter Bedeutungsträger in Erscheinung tritt, findet sich die Verbindung zu den Arbeiten von Peter Keetman, die parallel gezeigt werden (siehe nebenstehenden Text).

Chronologisch wird mit George Hoyningen-Huene (1900- 1968) der Zeitraum ab etwa 1930 bis in die frühen 1950er Jahre abgedeckt. Seine ersten Modeaufnahmen für die Zeitschrift Vogue entstanden ab 1926. Höchst innovativ an ihnen war die Abkehr von der bis dato gepflegten piktorialistischen Auffassungsweise, vertreten etwa durch seinen größten Konkurrenten Baron Adolphe de Meyer. Hoyningen-Huene zog 1935 nach New York, wo er fast ausschließlich für die Zeitschrift Harper’s Bazaar Modeaufnahmen produzierte. Ab 1931 war er mit dem Fotografen Horst P. Horst liiert, der als Model in die Aufnahmen Hoyningen-Huenes integriert ist. Hoyningen-Huene war ebenfalls ein begnadeter Porträtist zahlreicher Hollywoodstars sowie anderer berühmter Zeitgenossen. Seine kühlen, sachlichen und subtilen Aufnahmen beeinflussten insbesondere Irving Penn und Richard Avedon als Fotografen der nachfolgenden Generation des 20. Jahrhunderts.

Irving Penn (1917-2009) ist der bekannteste Kamerakünstler des 20. Jahrhunderts. Besondere Berühmtheit erlangte er durch seine Modeinszenierungen zwischen Eleganz und Sachlichkeit unter anderem für die amerikanische, englische und französische Ausgabe der Zeitschrift Vogue. Seine psychologisch komplexen Porträts prominenter Künstler, Modeschöpfer, Literaten und Musiker werden ergänzt durch die hochsensiblen Aufnahmen Angehöriger fremder Kulturkreise. War er ab 1943 zunächst als Assistent des Vogue-Direktors Alexander Liberman tätig, entstanden in der Folgezeit 160 Titelcover für die Zeitschrift. Penn gilt neben Richard Avedon als Neuerer der Bildnis- und Modefotografie, der seine Bildideen puristisch, sachlich und in nahezu spartanischer Kargheit formulierte.

Richard Avedon (1923-2004) gilt als einer der bedeutendsten Fotografen des 20. Jahrhunderts. Als Grenzgänger zwischen freier und an Aufträge gebundene Fotografie gründete er 1946 das Richard Avedon Studio in New York und belieferte fortan den New Yorker mit Porträtfotografien. Von 1945 bis 1965 war er als Fotograf für die Modezeitschrift Harper’s Bazaar tätig, zwischen 1945 und 1947 arbeitete Avedon auch für Junior Bazaar. Ab 1966 wurde er für die Vogue unter Diana Vreeland und Alex Liberman tätig. Avedons Porträtfotografien sind berühmt für die enorme Offenheit, die die inneren Stärken und Schwächen der abgelichteten Personen erkennen lassen. Sein puristischer Stil der späteren Jahre war von der Arbeit mit der Großformatkamera gekennzeichnet, mit der er die Porträtierten vor einer weißen Leinwand und ohne alle weiteren technischen Hilfsmittel ablichtete. (st/chw)

Informationen

The Concept of Lines: Richard Avedon, George Hyoningen-Huene, Irving Penn. Werke aus der Sammlung F.C. Gundlach

Peter Keetman: Gestaltete Welt – Ein fotografisches Lebenswerk

18. November bis 12. Februar 2017

Haus der Photographie, Deichtorhallen Hamburg, Deichtorstraße 1

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 11 bis 18 Uhr

Eintritt: 10 Euro, ermäßigt 6 Euro, unter 18 Jahren frei

www.deichtorhallen.de

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