E-Ladesäule für Elektroautos
Bürgermeisterin Katja Oldenburg-Schmidt hat die erste öffentliche E-Ladesäule der Stadtwerke Buxtehude (SWB) auf dem Parkplatz Altstadt an der Hansestraße mit Thomas Müller-Wegert und Christian Brandt (rechts) von den SWB eingeweiht und die Batterie des E-Smarts aufgeladen. Foto Vasel
Bürgermeisterin Katja Oldenburg-Schmidt und Stadtwerke wollen Elektromobilität in Buxtehude fördern.
Die Stadt und die Stadtwerke Buxtehude wollen die Elektromobilität fördern. Auf dem Parkplatz „Altstadt“ hat Bürgermeisterin Katja Oldenburg-Schmidt (parteilos) mit Thomas Müller-Wegert und Christian Brandt von den SWB die erste öffentliche E-Ladesäule des städtischen Unternehmens in Betrieb genommen. Zwei Pkw(-Batterien) können gleichzeitig aufgeladen werden; während des Ladevorgangs ist das Parken auf den beiden E-Stellplätzen kostenlos. Zwei weitere Ladesäulen für Elektroautos sollen folgen – in der Innenstadt und in Altkloster.
Die SWB haben sich die erste E-Ladesäule etwa 5000 Euro kosten lassen. „Das ist ein guter Service - für Einwohner und Besucher“, sagte die Bürgermeisterin Katja Oldenburg-Schmidt. Buxtehude kooperiert mit dem Energieversorger RWE AG, die Stadtwerke Stade seien im Gespräch, hieß es. Der Konzern hat bereits ein Netzwerk von 1700 öffentlichen Ladepunkten für Elektrofahrzeuge in fast 500 Städten und Gemeinden in Deutschland aufgebaut. Mit im RWE-Boot sitzen 96 Stadtwerke und eRoaming-Anbieter. Die Kunden tanken 100 Prozent Ökostrom, und so stimme die Öko-Bilanz. Europaweit betreibt das Unternehmen aus NRW mehr als 4400 intelligente Ladepunkte, dort können Fahrer ihr Elektroauto mit dem Standardladestecker (Typ 2) aufladen.
Bezahlt wird über eine Smartphone-App – mit der Kreditkarte, PayPal, SMS-Bezahlung oder mit einem Autostromvertrag, der mit den Stadtwerken Buxtehude abgeschlossen werden kann. „Das erste Vierteljahr ist für unsere neuen Autostromvertragskunden umsonst“, sagt Stadtwerke-Leiter Thomas Müller-Wegert.
Schnellladungen seien mit bis zu 22 kW möglich; bei einer Batteriekapazität von 22 Kilowatt (kW) und einem 22-kW-Ladegerät im Pkw dauert das Aufladen 60 Minuten. Die Crux: Der Großteil der Anbieter habe keine Schnell-Ladegeräte verbaut, beim E-Smart sind es 3,7-kW-Geräte. Doch sechs Stunden lang werde kaum ein Kunde seinen Pkw auf dem Altstadt-Parkplatz voll aufladen. „Das geschieht in der Regel nachts – zu Hause. Unsere Ladesäule dient der Reichweitenverlängerung“, so Müller-Wegert. Mithilfe der App können die Fahrer sehen, ob ein Platz frei ist.
Bislang, so der SWB-Chef, sind E-Autos aufgrund der geringen Reichweite von +/- 150 Kilometern nur für die Kurzstrecke geeignet, für Pendler und Gewerbetreibende. Abschreckend seien noch die hohen Preise, selbst Kleinwagen, wie der Mitsubishi i-MiEV oder der Renault Kangoo, kosten mehr als 20 000 Euro. Und der VW-Mini „Up!“ kostet in der E-Version mit 27 000 Euro knapp dreimal so viel wie das Basismodell. Der Preis für einen BMW i3 beginnt bei 34 950 Euro, der E-Golf liegt in der gleichen Preisklasse.
Hinzu kommt, dass viele der Autohäuser noch nicht zertifiziert seien, sie dürfen noch keine E-Autos verkaufen. Mittel- und langfristig wird der Absatz allerdings deutlich steigen, ist der SWB-Chef überzeugt. Er verweist auf das Energiekonzept der Bundesregierung, die Förderung der E-Mobilität ist einer ihrer Bausteine zur Reduzierung der Kohlendioxid-Emissionen. Der Straßenverkehr ist für etwa ein Sechstel der Emissionen verantwortlich. Ziel ist es, bis 2020 eine Million Elektro-Fahrzeuge auf die Straße zu bringen.
„Das wird nicht mehr zu erreichen sein“, erklärt Gerhard Wiebusch, Obermeister der Kfz-Innung. Derzeit sind bundesweit 22 000 E-Autos auf den Straßen unterwegs. Davon fahren 81 im Kreis Stade, 2014 waren es laut Kreissprecher Christian Schmidt nur 56. Zum Vergleich: 169 547 Fahrzeuge sind im Landkreis zugelassen. Obermeister Wiebusch setzt auf mehr staatliche Förderung – wie bei der Abwrackprämie. Kostenloses Parken, das Nutzen von Busspuren und die Befreiung von der Kfz-Steuer, das sei ein Anfang. In Norwegen kämen E-Autos durch Steuervorteile bei Neuzulassungen bereits auf einen Anteil von 18 Prozent. Die Technik überzeuge: Die Bremswirkung sei besser, der Verschleiß geringer. Insbesondere für Pendler werde sich der Kauf bald lohnen. 80 Prozent sind täglich nur 70 Kilometer unterwegs. Die Industrie ist dabei, die Technik zu verbessern, so der Kfz-Meister.