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EWE startet Bauarbeiten: Endlich schnelles Internet fürs Dorf

EWE startet in dieser Woche mit den Bauarbeiten im ganzen Landkreis Stade. 6000 Haushalte werden bis Ende des Jahres aufgerüstet. Glasfaser-Anschlusskosten von 399 Euro pro Haushalt in der ersten Phase. Danach wird es teurer.

Von Karsten Wisser Dienstag, 06.02.2018, 11:00 Uhr

Jetzt passiert etwas in Sachen schnelles Internet im ländlichen Raum. Seit Montag arbeiten Firmen im Auftrag des Versorgungs- und Telekommunikationsunternehmens EWE aus Oldenburg, um Glaserfaserleitungen dort zu verlegen, wo es derzeit kein Breitbandinternet gibt. Außerdem hat die EWE die Kosten für die Hausanschlüsse öffentlich gemacht.

Bis Ende 2018 sollen weitere rund 6000 Haushalte im Landkreis Stade mit Breitbandinternet ausgestattet sein. Die weißen Flecken auf der Karte verteilen sich über den ganzen Landkreis Stade. Das Prinzip funktioniert so, dass die EWE von Bund, Land, Kreis und Gemeinden Geld bekommt, damit sich die Erschließung dieser Bereiche wirtschaftlich lohnt. Der Kreis hatte sich als einer der ersten in Niedersachsen am sogenannten ersten Förderaufruf beteiligt. Entsprechend früh dran ist der Kreis im zeitlichen Ablauf.

Die EWE und die Landkreis-Verwaltung hatten am Montag zu einem offiziellen ersten Spatenstich nach Ottendorf in der Gemeinde Ahlerstedt eingeladen. Neben vielen Bürgermeistern und deren Vertretern aus der Region und dem Bundestagsabgeordneten Oliver Grundmann (CDU) saßen im Dorfgemeinschaftshaus am Sportplatz auch Vertreter von Bund und Land mit am Tisch.

Buddeln für schnelles Internet: Landrat Michael Roesberg, der Bundestagsabgeordnete Oliver Grundmann und Rudolf Markschläger von der EWE (von links).  Foto Wisser

Beide geben Geld zum Ausbau dazu, haben aber auch im Wechselspiel dafür gesorgt, dass es von der Antragstellung durch den Landkreis Stade bis zum jetzigen Start der Arbeiten fast zwei Jahre dauerte. Landrat Michael Roesberg: „Mit dem Ausbau der Breitbandinfrastruktur verbessern sich die Lebensqualität der Bevölkerung und die Standortqualität der Unternehmen deutlich.“

Das Projektgebiet umfasst insgesamt 67 Teilgebiete, bisher „weiße Flecke“ auf der Internet-Versorgungskarte, die sich von der Gemeinde Balje im Nordwesten bis zur Gemeinde Ahlerstedt im Süden des Landkreises Stade verteilen. Zehn Millionen Euro werden investiert. Die aufgenommenen Haushalte sollen Ende 2018 über eine Internetanbindung mit mindestens 30 Mbit/s verfügen. 98 Prozent dieser Haushalte werden mit mindestens 50 Mbit/s versorgt werden.

Rund 4200 Haushalte erhalten bis Ende 2018 Glasfaserhausanschlüsse: Mit dieser sogenannten „FTTH – Fibre to the Home“–Technologie ist der Internetzugang praktisch ungebremst. Glasfaserhausanschlüsse garantieren unabhängig von der Leitungslänge eine sehr hohe Bandbreite, da auf leistungsdämpfende Kupferkabel komplett verzichtet wird. Privatkunden können nach dem Ausbau mit Downloadraten von bis zu einem Gigabit im Netz surfen. „Damit verfügen die angeschlossenen Haushalte über einen zukunftssicheren Internetzugang, der alle zukünftig noch kommenden Anforderungen abdeckt“, sagt Rudolf Markschläger, Geschäftsführer Technik & IT bei der EWE TEL GmbH: „In den kommenden Monaten werden wir über 200 000 Meter Glasfaser verlegen, um bisher unterversorgte Gebiete zuverlässig mit schnellem Internet zu versorgen.“

Weitere 1800 Haushalte profitieren vom „FTTC – Fibre to the Curb“-Ausbau. Hierbei wird EWE bis Ende des Jahres 46 Verteilerkästen – sogenannte Kabelverzweiger – mit Glasfaser und eigener Technik erschließen und damit höhere Bandbreiten ermöglichen. Kabelverzweiger sind Knotenpunkte, in denen die Teilnehmeranschlussleitungen der einzelnen Kunden gebündelt sind. EWE führt seine Glasfaserkabel bis an die Kabelverzweiger heran und ermöglicht so Bandbreiten von bis zu 100 Mbit/s. Wie hoch die Datenübertragungsrate beim einzelnen Haushalt ist, hängt aber auch weiterhin von der Länge und Qualität der jeweiligen kupfernen Hausleitung ab.

Im Rahmen des geförderten Ausbaus gibt es für eine Vielzahl von Haushalten Glasfaserhausanschlüsse (FTTH). Diese kommen aber nicht automatisch zu den Kunden. Kunden müssen die Hausanschlüsse bei EWE bestellen und bezahlen. EWE verspricht, rechtzeitig alle Kunden zu informieren. Vor und während der Bauphase gibt es die Anschlüsse von der Glasfaserleitung an der Straße bis ins Haus für ab 399 Euro. Das Anschließen ist freiwillig. Auch nachträglich ist es noch möglich, einen Hausanschluss zu erhalten, dieser wird dann jedoch aufgrund des höheren Aufwandes mehr kosten. Wer sich später für einen Hausanschluss entscheidet, zahlt 999 Euro, wenn kein Produkt bestellt wird. Sollten mehr als 30 Meter Glasfaserkabel für einen Hausanschluss benötigt werden, steigen diese Anschlusskosten an.

Neben Ottendorf beginnen die Bauarbeiten in dieser Woche in Bargstedt, Frankenmoor, Bützfleth, Abbenfleth und Ketzendorf. Die EWE hatte sich im Vorfeld bereits Ausbaukapazität bei Firmen gesichert, so dass sie sich ziemlich optimistisch zeigt, den Termin jetzt Ende des Jahres einhalten zu können. In zwei Wochen wird die EWE detailliert veröffentlichen, wo wann gearbeitet wird. Dann können Interessierte erfahren, welche Technik bei ihnen verfügbar ist.

Auch nach dem Ende des angelaufenen Programms gibt es weiße Flecken in Sachen Breitbandinternet. Deshalb stellt der Kreis aktuell ein weiteres Förderprogramm für 3100 Haushalte zusammen. Ziel ist es, dass es bis 2025 wirklich fast überall schnelles Internet gibt.

 

Übersicht über die im Projektgebiet der Bundes-/ELER-Förderung berücksichtigten Teilgebiete. Aus folgenden Ortsteilen wurden Adressen im Projektgebiet berücksichtigt:

Gemeinde Apensen, Ortsteil Grundoldendorf; Gemeinde Beckdorf, Ortsteile Goldbeck, Nindorf.

Gemeinde Deinste, Ortsteile Deinste, Sandkrug; Gemeinde Fredenbeck, Ortsteil Fredenbeck; Gemeinde Kutenholz, Ortsteile Aspe, Kutenholz, Mulsum.

Gemeinde Ahlerstedt, Ortsteile Ahlerstedt, Ahrensmoor, Ahrenswohlde, Bokel, Kakerbeck, Klein Wangersen, Klethen, Oersdorf, Ottendorf;

Gemeinde Bargstedt, Ortsteil Frankenmoor; Gemeinde Brest, Ortsteile Bredenbeck, Reith; Flecken Harsefeld, Ortsteil Hollenbeck.

Gemeinde Bliedersdorf, Ortsteil Postmoor; Flecken Horneburg, Ortsteil Horneburg.

Gemeinde Grünendeich, Ortsteil Grünendeich; Gemeinde Guderhandviertel, Ortsteil Guderhandviertel; Gemeinde Steinkirchen, Ortsteil Steinkirchen.

Gemeinde Balje, Ortsteile Balje, Hörne, Süderdeich; Flecken Freiburg, Ortsteile Allwörden, Freiburg;

Gemeinde Krummendeich, Ortsteil Krummendeich; Gemeinde Oederquart, Ortsteile Dösemoor, Oederquart; Gemeinde Wischhafen, Ortsteile Hamelwördenermoor, Neulandermoor, Wischhafen.

Gemeinde Burweg, Ortsteile Blumenthal, Bossel, Burweg; Gemeinde Engelschoff, Ortsteile Hammahermoor, Neuland; Gemeinde Estorf, Ortsteile Estorf, Gräpel; Gemeinde Großenwörden, Ortsteil Großenwörden; Gemeinde Hammah, Ortsteile Groß Sterneberg, Hammah; Gemeinde Heinbockel, Ortsteil Heinbockel; Gemeinde Himmelpforten, Ortsteil Himmelpforten; Gemeinde Kranenburg, Ortsteil Brobergen; Gemeinde Oldendorf, Ortsteil Oldendorf.

Ortsteil Ketzendorf.

Bützfleth, Bützflethermoor, Stadermoor.

Ortsteile Assel, Asselermoor, Drochtersermoor, Hüll, Ritsch.

Ortsteile Borstel, Gehrden, Hinterbrack, Leeswig, Lühe, Moorende, Osterladekop, Wisch.

  • Fragen zum Anschluss von Haushalten ans Glasfasernetz beantwortet das Unternehmen EWE im EWE Servicepunkt Harsefeld, Marktstraße 20, 21698 Harsefeld.
  • Die Aufnahme eines Ortsteils in die Übersicht bedeutet, dass Adressen aus diesem Ortsteil aufgenommen worden sind, nicht aber, dass der gesamte Ortsteil ausgebaut werden soll.
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