Ein Abend rund um die Geburt in Himmelpforten
Frauenärztin Consuela Colon-Kuhlencord (von links) bestritt den Abend über Frauengesundheit mit Ghada Azzam, Anne Eckhoff und Toktam Ghazanfari. Foto Eidtmann
Guten Zuspruch fand der von Frauenärztin Consuela Colon-Kuhlencord organisierte Info-Abend für Asylbewerberinnen zum Thema Verhütung, Schwangerschaft, Geburt, Stillzeit und Säuglingspflege in Himmelpforten.
50 Frauen aus unterschiedlichen Kulturen saßen im Publikum und konnten die Dia-Grafiken und Vortragssequenzen gut verfolgen, weil sie in arabisch und farsi übersetzt wurden.
Gynäkologin Consuela Colon-Kuhlencord praktiziert schon lange in Himmelpforten, ist Mitglied im örtlichen Asylkreis und kennt viele Flüchtlingsfrauen aus ihrer medizinischen oder ehrenamtlichen Arbeit (sie organisiert auch das monatliche Frühstückstreffen). „Wir wollen mal sehen, wie diese Veranstaltung ankommt“, war ihr Antrieb. An ihrer Seite hatte sie die Hebamme Anne Eckhoff aus Stade.
Die Veranstaltung kam gut an, dafür hatten auch etliche ehrenamtliche Flüchtlingsbetreuerinnen gesorgt, die die Frauen aus den jeweiligen Unterkünften zum Gemeindehaus brachten.
Der Abend, das war so ausgewiesen, richtete sich ausschließlich an Frauen. Die Übersetzerinnen Toktam Ghazanfari und Ghada Azzam vermittelten die Informationen ins persische Farsi, das im Iran und in Afghanistan gesprochen wird und ins Arabische.
Frauenärztin Colon-Kuhlencord gab Auskünfte über alle Fragen rund um Verhütung, Befruchtung und die Veränderungen, die im Körper einer Frau erfolgen, wenn sie schwanger ist. Sie appellierte an die Frauen, sich „nicht krank zu fühlen“ und beschrieb, welche Symptome ganz normal sind und welche Beschwerden der Kontrolle durch einen Arzt bedürfen. Consuela Colon-Kuhlencord übernahm den Teil bis zur Geburt, gab Tipps zu Ernährung, Bewegung und Verhalten.
Anne Eckhoff, Hebamme im Elbe Klinikum Stade, erläuterte, welche wichtige Aufgabe und Funktion eine Hebamme in Deutschland hat und stellte den Mutterpass und das gelbe Kinder-Untersuchungsheft vor. Sie informierte über Säuglingsernährung, hatte dazu aber auch reich bebilderte Info-Blätter zum Mitnehmen. Mehrfach wiederholte sie, dass Mütter Anspruch auf eine Unterstützung durch die Hebamme haben, solange sie stillen. „Also unter Umstände auch noch im zweiten Lebensjahr.“ Ihr Rat: Eine Hebamme suchen, die in der Nähe wohnt und „einfach anrufen.“ Eine Liste der Hebammen finde sich auf der Homepage des Landkreises Stade.
Frauenärztin Colon-Kuhlencord weiß, dass viele junge Flüchtlingsfrauen, die nach Krieg, Elend und Flucht im sicheren Deutschland angekommen sind, sich ein Kind wünschen. „Setzen Sie sich nicht unter Druck“, sprach sie ein ihr wichtiges Anliegen aus. Seele und Körper bräuchten Zeit, sich an die neue Situation zu gewöhnen.
Abschließend wiesen die Referentinnen auf ein offizielles Webportal hin, das den Wissenserwerb von Migrantinnen und Migranten im Bereich sexueller Gesundheit fördern will und in 15 Sprachen übersetzt ist:
Asyltreff
Der Arbeitskreis Asyl in der Samtgemeinde Oldendorf-Himmelpforten trifft sich am, Mittwoch, 23. März, um 19 Uhr im Bürgerhaus Oldendorf (ehemaliges Rathaus). Wer sich informieren und die Arbeit vielleicht unterstützen möchte, ist stets willkommen. Gerade in Oldendorf selbst werden noch Betreuer gesucht, die neue Familien im Alltag begleiten. Schwerpunktthemen des heutigen Treffens sind die Sprachkurse, das Fest der Kulturen, ein gemeinsames Kochen und die Integration ausländischer Jugendlicher.