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Ein Buch über Buxtehude aus vielen Perspektiven

Die Herausgeberinnen der Anthologie: Lesli Omohundro-Bronczkowski, Susanne Seemann und Irma Erckrath (hinten von links) sowie Elke Müller, Daniela Hege-Treskatis, Andrea van Leeuwen (vorne von links)

Die Herausgeberinnen der Anthologie: Lesli Omohundro-Bronczkowski, Susanne Seemann und Irma Erckrath (hinten von links) sowie Elke Müller, Daniela Hege-Treskatis, Andrea van Leeuwen (vorne von links)

Das Buch „Buxtehude schreibt“ steht in den Regalen der örtlichen Buchhandlungen. Eine ganze Gruppe von Autoren war bei dem Projekt eingespannt. Eine ungewöhnliche Vorgehensweise.

Von Sven Husung Mittwoch, 20.06.2018, 19:42 Uhr

Ein kürzerer Name, ein neuer Verlag, ein breiteres Spektrum von Autoren und Stilen – ansonsten bleibt das Buchprojekt „Buxtehude schreibt“ seiner Ursprungsidee treu: Buxtehuder schreiben über Buxtehude(r). Die Anthologie ist der dritte Band der Reihe, wie bei den beiden Vorgängern mit den Titeln „Buxtehude – Eine Stadt schreibt ein Buch“ und „Buxtehude schreibt ein Buch“ gibt die Autorinnengruppe sage & schreibe aus Buxtehude die Sammlung von Geschichten, Gedichten und Essays heraus. Für den neuen Teil der Reihe haben sich die Frauen auch frische Impulse geholt.

„Ich bin froh, dass das Projekt so schön abgeschlossen wurde“, sagt Susanne Seemann, Koordinatorin des Buchprojektes. Die Buxtehuderin hatte bei der Arbeit an der dritten Anthologie mit erschwerten Bedingungen zu tun: „Der Verlag ist mittendrin abgesprungen, deswegen hat alles etwas länger gedauert.“ Jetzt erscheint das Buch im Regionalverlag MCE. Mit dem Ergebnis ist die studierte Germanistin, die hauptberuflich als PR-Beraterin in einer Hamburger Agentur arbeitet, sehr zufrieden.

„Mir war diesmal die Mischung aus unterschiedlichen Menschen, Hintergründen und Stilen wichtig“, erläutert sie. So kommen in „Buxtehude schreibt“ auch sehr junge Autoren zu Wort. Beispielsweise die 17-jährige Edina* Ringleben. Die Poetry Slammerin ist mit ihrem Text „Jedes Lied braucht einen Sänger“ vertreten, den sie vor zweieinhalb Jahren bei einem Wettkampf in der Hochschule21 vorgetragen hat. Susanne Seemann hatte den Auftritt gesehen und die Autorin nach der Veranstaltung angesprochen.

Bei der Auswahl der Autoren und Texte war der Herausgeberin ein Mix aus literarischen Geschichten und Sachtexten wichtig – um für Spannung und Abwechslung zu sorgen. Einige Schreiber hat Seemann mit Vorschlägen angeregt, andere haben sich ihre Themen selbst gesucht. An Ulrike Mensching, die Leiterin der Stadtbibliothek Buxtehude, ist die Herausgeberin mit der Idee herangetreten, einen Text über die Erfahrungen bei den Preisverleihungen des Buxtehuder Bullen zu schreiben. „Der Buxtehuder Bulle ist der renommierteste Jugendliteraturpreis in Deutschland“, sagt sie. Ihr Anliegen: Der Preis soll in Buxtehude eine viel größere Rolle spielen. Der Text „Der Buxtehuder Bulle – Begegnungen mit Winfried Ziemann und den Preisträgern“ von Ulrike Mensching sei ein Schritt in diese Richtung.

Am Herzen liegen Seemann auch die historischen Texte. Etwa die erste Geschichte im Buch namens „Gerhard Halepaghe – ein berühmter Buxtehuder Bürger“ von Eike Stapel-Tews, eine geschichtliche Betrachtung der Hansestädte Stade und Buxtehude vom ehemaligen Stadtarchivar Bernd Utermöhlen oder ein Bericht über archäologische Ausgrabungen im Hafen mit dem Titel „Illegal und heimlich? Müll im Hafen von Buxtehude!“

Ein anderes Highlight ist die halbfiktionale Geschichte „Buxtehude hat Angst“ von Katharina Garves, für die sich die Autorin in ein Mitglied einer Buxtehuder Jugendbande hineinversetzt hat. Auch ein Stück TAGEBLATT steckt in der Publikation: Redakteurin Anping Richter hat ihren Vortrag „Die kämpferische Pazifistin Ingeborg Andreas“ aus dem Jahr 2016 für „Buxtehude schreibt“ zu einer Lesegeschichte umgearbeitet. Im Anschluss an alle Texte werden die Autoren in dem Buch in einigen Zeilen vorgestellt.

„So ein Buch muss illustriert werden“, sagte sich Susanne Seemann und fand in dem Buxtehuder Fotografen Dennis Williamson einen ehrenamtlichen Helfer. Für die Bilder verzichtete er auf seine Profiausrüstung und schlenderte mit seinem Mobiltelefon durch die Stadt. Jede Geschichte im Buch wird von einem der Fotos geschmückt. Zu dem Projekt gehört auch ein illustriertes Lesezeichen, das die Kalligrafin Astrid Reinhold aus Jork entworfen hat. Es kann in den Buchhandlungen erworben werden. Ob Susanne Seemann und die übrigen Mitglieder der Autorinnengruppe einen vierten Band anstoßen, weiß die PR-Beraterin so kurz nach der Veröffentlichung noch nicht. „Es hat jedenfalls wieder sehr viel Spaß gemacht.“

Buxtehude schreibt. MCE Verlag. Paperback, 224 Seiten. Preis: 12,80 Euro.

Die Autorinnengruppe sage & schreibe besteht aus acht Mitgliedern. Hervorgegangen ist der Literaturkreis aus der Schreibwerkstatt der Volkshochschule Buxtehude im Jahr 1992. Im Jahr 2001 gründeten die Frauen das Literarische Café, bei dem Autoren ihre selbst geschriebenen Texte vor einem Publikum vortragen können. Die Veranstaltung findet seit mehreren Jahren regelmäßig im Kulturforum am Hafen statt. Die nächsten Termine sind Freitag, 21. September, und Freitag, 23. November. Die erste Anthologie hat die Gruppe im Jahr 2012 herausgegeben, die Idee dazu hatte der frühere Verlag Atelier im Bauernhaus in Fischerhude. Gefördert wird das Projekt durch die Else und Heinrich Klindtworth-Stiftung in Buxtehude. Das Erbe des Ehepaares Klindtworth wird für verschiedene Zwecke ausgeschüttet, unter anderem für die Preisverleihung des Buxtehuder Bullen. *Hinweis der Redaktion: Name auf Wunsch der Protagonistin geändert.

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