Ein Kaffee und ein Lächeln bei der Caffeetante
Marion Mattern nimmt die Bestellungen entgegen – und hat für jeden ein herzliches Lächeln. Fotos Klempow
Wer um kurz nach sechs Uhr hierher kommt, der hat seinen Tag noch vor sich und kann eine Stärkung gut gebrauchen. Kaffee und Brötchen gibt es bei der Caffeetante in Stade-Ottenbeck. Und es herrscht ein Kommen und Gehen.
Jeanette Lipiecki ist eine der ersten, die an diesem Morgen einen kurzen Abstecher zur Caffeetante in Ottenbeck macht, um sich einen koffeeinhaltigen Wachmacher und eine Stärkung für später mitzunehmen. Die gute Laune am frühen Morgen springt zwischen ihr und dem Caffeetanten-Team hin und her. Schnell gehen muss es für den Taxifahrer, der gleich noch eine Schulfahrt nach Hamburg vor sich hat. Auch Thorsten König ist auf dem Weg zur Arbeit. Der führt ihn nach Assel in die Tischlerei Oberdick, wie es unverkennbar auf sein Sweatshirt gedruckt ist. Wer um diese Zeit kommt, vor dem liegt meist noch ein Arbeitstag, der es in sich hat.
Während sich Marion Mattern an der Kasse den Kunden widmet, sorgen Stefanie Lange und Siegfried Hagenah in der offenen Backstube für Nachschub. Um 4.30 Uhr hat Steffi Lange ihren Dienst begonnen. Ein wenig früher als sonst, weil noch mehrere Dutzend belegte halbe Brötchen vorbestellt sind. Bis die Caffeetante um 6 Uhr öffnet, hat sie schon Snacks fertig, mit Käse, Schinken, Gurken und Tomate belegte Tigerbissen zum Beispiel. Natürlich die halben Brötchen mit Mett oder Ei. Gerade die Snacks werden zu dieser Zeit für das spätere Frühstück gern eingepackt. Was sie selbst heute gefrühstückt hat? Steffi Lange grinst. „Soll ich ehrlich sein? Nichts. Es war einfach zu früh.“ Mit einem melodischen Drei-Töne-Gong meldet der Ofen Vollzug. Bäcker Siegfried Hagenah holt das Blech mit den Laugenstangen heraus und schiebt ein neues mit Teiglingen zwischen die Schienen. Hier arbeitet ein eingespieltes Team.
Ganz für sich sitzt auf dem Stuhl vor dem Café ein sportlich gekleideter Airbus-Mitarbeiter, der seinen Morgenkaffee genießt. Der Franzose legt gerade eine Pause beim Morgenspaziergang mit dem Hund ein. Bei der Caffeetante hat um diese Uhrzeit sonst kaum einer Zeit zum Verweilen. Die Gäste, die hierher kommen, um zu genießen und zu klönen, werden erst in zwei, drei Stunden erwartet.
„Moin Hartmut“, wird der Mann begrüßt, der als einer der wenigen Zeit hat, sich um diese Tageszeit zum Frühstück niederzulassen. Seit etwa zwei Jahren kommt er jeden Morgen, liest in aller Ruhe die Zeitung. Die schnappen sich gleich nach ihrer Bestellung auch Michael Rupprecht und Dirk Rupprecht. „Sigi, alles cool?“, bekommt der Bäcker von ihnen einen Extra-Gruß. Auch die beiden aus dem Gartenbau sind oft hier. „Eigentlich fast jeden Morgen. Im Winter haben wir um diese Zeit fast schon Feierabend“, erzählt Michael Rupprecht – dann, wenn sie für Räumdienste schon mitten in der Nacht im Einsatz waren. Heute haben sie um 4 Uhr angefangen, jetzt ist Pause.
Die familiäre Atmosphäre, das liegt nicht allein an der dekorativen Aufschrift „Ottenbecker Wohnzimmer“ an der Wand, sondern vor allem daran, dass man sich kennt. Kaum hat die Kundin das Café betreten und den fragenden Blick von Marion Mattern mit einem Lächeln und einem Nicken erwidert, ist ihre wortlose Bestellung auch schon bearbeitet: „Steffi machst Du mal ein Weltmeister mit Käse, eine Hälfte Remoulade, eine Hälfte Butter, als Doppeldecker?“. „Es geht schnell, dass man die Kunden kennt“, sagt Marion Mattern. „Und wenn man mal unsicher ist, helfen die Kunden gerne weiter“, sagt Steffi Lange. „Hast Du noch Tigerbissen auf Vorrat gemacht?“, fragt Marion Mattern ihre Kollegin und bekommt als Antwort einen ganzen Schwung auf dem Tablett gereicht. Denn obwohl Ferien sind, ist doch schon so mancher belegte Leckerbissen über den Tresen gegangen, genauso wie das herzliche Lächeln von Marion Mattern. Von beidem wird auch für die nächsten Stunden noch genügend vorrätig sein.
Pause: Michael Rupprecht und Dirk Rupprecht.
Steffi Lange sorgt für Nachschub.
Eine der Ersten: Jeanette Lipiecki .
Bäcker Siegfried Hagenah .