Ein Leuchtturm für den Landkreis Harburg
Bauarbeiten in luftiger Höhe: Handwerker montieren die Dachteile auf dem 40 Meter hohen Aussichtsturm. Er ist das Herzstück des neuen Baumwipfelpfades am Wildpark Lüneburger Heide.
Ein wahres Leuchtturmprojekt im Landkreis Harburg steht kurz vor der Vollendung: Ende des nächsten Monats soll der neue Baumwipfelpfad in Hanstedt-Nindorf eröffnet werden. Das Herzstück ist ein 40 Meter hoher Aussichtsturm.
Nachdem kurz vor Weihnachten die Baugenehmigung vom Landkreis Harburg erteilt worden war, und Anfang des Jahres die vorbereitenden Arbeiten für das Großprojekt begonnen hatten, ist es nun mit nur einem Monat Verspätung fast fertig. In einem Monat, am Freitag, 27. September, soll der Baumwipfelpfad „Heide Himmel“ am Wildpark Lüneburger Heide in Hanstedt-Nindorf erstmals seine Pforten für die Besucher öffnen.
Bis dahin haben die Mitarbeiter der Bauunternehmen noch einiges an Feinarbeiten zu leisten, aber das Herzstück der Anlage – der 700 Meter lange Pfad durch die Baumwipfel und der 40 Meter hohe Aussichtsturm, der wie ein Leuchtturm über die Lüneburger Heide blickt – sind fertig. Der Turm hat jetzt als letztes fehlendes Bauteil sein Dach erhalten, das die 150 Quadratmeter große Aussichtsplattform in luftiger Höhe vor Wind und Wetter schützt.
{picture1}
Norbert und Alexander Tietz, Geschäftsführer der Weitblick Tietz GmbH & Co. KG, sind restlos begeistert vom Fortschritt der Bauarbeiten und der Leistung der ausführenden Unternehmen: „Ich habe das Gefühl, dass wir hier auf der Baumwipfelpfad-Baustelle die besten Handwerker überhaupt haben. Es ist eine Freude, ihnen bei der Arbeit zuzusehen und zu erleben, wie dieses Großprojekt von Tag zu Tag wächst und immer mehr Gestalt annimmt“, sagt Norbert Tietz. „Mit der Fertigstellung des Turms, der das Zentrum des Baumwipfelpfades bildet, haben wir den letzten großen Bauabschnitt geschafft. Es ist einfach ein erhebendes Gefühl da oben zu stehen und die gigantische Aussicht über die Heide zu genießen“, ergänzt Alexander Tietz.
Der Aussichtsturm bildet den Abschluss des Baumwipfelpfades, der sich an den Gehegen von Wölfen, Tigern und Schneeleoparden vorbei durch einen Teil des Wildparks schlängelt. Über den Pfad erreichen die Besucher die Mittelstation des Turmes und können von dort aus entweder barrierefrei mit dem Fahrstuhl nach oben fahren, oder den Aufstieg über eine Treppe zu Fuß bewältigen.
Auf dem Weg nach oben eröffnen sich den Besuchern durch Aussparungen in der Turmverkleidung einige interessante Ein- und Ausblicke in alle Himmelsrichtungen, bevor ihnen dann die beeindruckende Natur der Lüneburger Heide zu Füßen liegt. Oben angekommen, werden einige Rahmen den Blick der Besucher auf bestimmte Objekte richten, wie etwa die Hamburger Elbphilharmonie oder den Wilseder Berg.
In den verbleibenden Wochen bis zur Eröffnung gilt es nun, die restlichen Details abzuarbeiten. Das Restaurant mit geplanten 80 Innensitzplätzen und weiteren 120 Plätzen auf der Terrasse wird nun ausgestattet und eingerichtet, automatisierte Türen und das Kassensystem müssen installiert sowie Pflaster- und Gärtnerarbeiten ausgeführt werden. Norbert Tietz ist zuversichtlich: „Ich bin mir sicher, dass wir mit unserem tollen Team einen guten Endspurt hinlegen und bis zur Eröffnung alles schaffen werden, was wir uns vorgenommen haben.“
Das Projekt wird begleitet von der Planungsgesellschaft Hochkant aus dem Allgäu, die deutschlandweit bereits drei Pfade geplant hat. Den Bau hat als Generalbauunternehmer die Firma Biedenkapp übernommen, die ebenfalls ihren Sitz im Allgäu unterhält. Das Unternehmen hat schon die Baumwipfelpfade in Scheidegg, in Bad Harzburg und Bad Iburg realisiert.
Das Land Niedersachsen fördert den Bau des Baumwipfelpfades, der ein Gesamtinvestment von etwa 6,5 Millionen Euro umfasst, mit 2,1 Millionen Euro. Den entsprechenden Förderbescheid hatte Umweltminister Olaf Lies im Mai vergangenen Jahres persönlich im Wildpark Lüneburger Heide überreicht.
Die neue Einrichtung soll den Besuchern aller Altersgruppen und auch Menschen mit Handicap die heimische Flora und Fauna sowie den Natur- und Umweltschutz näherbringen und erlebbar machen. Außerdem soll der Turm ein Platz für besondere Veranstaltungen wie Hochzeiten oder andere Events in luftiger Höhe sein.