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Ein Rückblick mit Wehmut

Trafen sich zum letzten Mal: Die ehemaligen Seminarteilnehmer von 1980/81 Uwe Brockmann, Thomas Abraham, Jan-Peter Flohr, Norbert Kersten, Holger Poerschke, Direktor der Malerschule Jörg Jacob Basedahl, Claus Kellmann und Dieter Grümmer (vo

Trafen sich zum letzten Mal: Die ehemaligen Seminarteilnehmer von 1980/81 Uwe Brockmann, Thomas Abraham, Jan-Peter Flohr, Norbert Kersten, Holger Poerschke, Direktor der Malerschule Jörg Jacob Basedahl, Claus Kellmann und Dieter Grümmer (vo

Letztes Treffen der Ehemaligen in Buxtehuder Malerschule.

Sonntag, 31.01.2016, 18:05 Uhr

In einem halben Jahr den Meisterbrief in der Tasche, das gab es 1980/81 nur in Buxtehude. „Normalerweise waren zwei Semester, also zwölf Monate vorgesehen“, erinnert sich Norbert Kersten, einer der Ehemaligen, die sich jetzt nach 35 Jahren zum letzten Mal in ihrer ehemaligen Wirkungsstätte, der Malerschule Buxtehude, trafen.

„Es war eine unbeschwerte, schöne Zeit – bis auf die Prüfung“ stimmten seine Mitstreiter einstimmig zu. „Es wurde einiges verlangt – vor allem mit der Buchhaltung haperte es“, weiß Kersten noch. „Das Kaufmännische lag uns nicht, wir waren eher praktisch veranlagt“, ergänzt Dieter Grümmer.

Zwei Drittel der 57 Seminarteilnehmer fiel damals durch und musste einen zweiten Anlauf nehmen. So wie Thomas Abraham. Der 58-Jährige, heute mit eigenem kleinen Betrieb in Lübeck, denkt trotzdem gerne an das Semester in der Hansestadt Buxtehude zurück. „Wir haben hier viel gelernt und eine Menge Hintergrundwissen erfahren. Etwas, was heutzutage einigen jüngeren Kollegen leider fehlt.“ Einiges habe sich geändert, nicht nur die Trends – früher mehr Raufaser, heute mehr Tapete – auch die Farben und Lacke, die so gut wie keine Lösungsmittel mehr enthalten, gab es vor rund 30 Jahren kaum. „Der Beruf ist immer noch kreativ und vielseitig, denn Maler können nicht nur mit dem Pinsel umgehen, sondern auch Fliesen und Teppich verlegen“, meint sein Kollege im Ruhestand, Claus Kellmann.

Er hat wie die meisten der Seminarteilnehmer auf einem Bauernhof in der Nähe gewohnt: „Die wenigsten waren aus dem Ort, sondern kamen aus ganz Norddeutschland hierher, weil diese Malerschule einen so guten Ruf hatte“, sagt der 69-Jährige, der die Schließung bedauert. Denn damit gehe ein Stück Geschichte verloren und das Handwerk werde um eine gute Ausbildungsstätte ärmer.

„Früher durften nur Gesellen die Meisterprüfung ablegen, heute geht das auch ohne und am Meistertitel wird ebenfalls gesägt, diese Entwicklung gefällt uns nicht“, erklärt Kersten. Doch Höhen und Tiefen gehörten eben zum Selbstständigsein dazu. An diesem Tag freue er sich aber über das Wiedersehen der alten Freunde, auch wenn weniger kamen als zugesagt hatten.

Ob es ein weiteres Treffen geben wird, wussten die Teilnehmer noch nicht, die sich anschließend zum Essen in die Altstadt aufmachten. Zumindest werde es kein Treffen mehr in ihrer Ausbildungsstätte geben, was die Ehemaligen doch mit etwas Wehmut erfüllte.

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