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Einsatzkräfte stellen ihre Arbeit vor

Die Einsatzkräfte der Rettungs- und Katastrophenschutzorganisationen, hier bei Übungen (dieses und folgende Fotos), werden bei Bedarf von der Rettungsleitstelle alarmiert.

Die Einsatzkräfte der Rettungs- und Katastrophenschutzorganisationen, hier bei Übungen (dieses und folgende Fotos), werden bei Bedarf von der Rettungsleitstelle alarmiert.

Während der Sitzung des Feuerschutzausschusses des Landkreises stellten sich die Rettungsdienste und Katastrophenschutzorganisationen vor. Einige Politiker lernten zum ersten Mal jene Vereine und Verbände kennen, über deren Aufgaben und Zuschussanträge sie in Zukunft zu entscheiden haben.

Dienstag, 07.02.2017, 19:04 Uhr

Rettungsleitstelle: In der zur Kreisverwaltung gehörenden Feuerwehr- und Rettungsleitstelle in Wiepenkathen werden alle über die Nummer 112 eingehenden Notrufe entgegengenommen. Zur Belegschaft gehören 15 Disponenten, die im Schichtdienst sämtliche Einsätze von Rettungsdienst und Feuerwehr abwickeln. Sie entscheiden, welche Einsatzkräfte und Fahrzeuge ausrücken. 77 123 Einsätze waren das im vergangenen Jahr, erklärte Leiter Wilfried Sprekels. An sieben Standorten werden 15 Rettungswagen vorgehalten. Die Leitstellenmitarbeiter koordinieren landesweit die Katastrophenschutz-Warnmeldungen, die über die App „Nina“, Rundfunk und Fernsehen verbreitet werden. Sprekels: „Innerhalb von fünf Minuten können wir die Bevölkerung in Niedersachsen informieren.“

Im selben Haus sitzt die Feuertechnische Zentrale. Die Mitarbeiter warten Schläuche, Pumpen, Stromgeneratoren und einsatzspezifische Aufbauten der Fahrzeuge der Feuerwehren im Landkreis. Sie kümmern sich um Atemschutzgeräte und Funktechnik, betreuen außerdem eine Atemschutzübungsstrecke und das Hilfskrankenhaus im Keller, erläuterte Gerätewart Sven Ramm.

DLRG: Die 100 Helfer der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) arbeiten ehrenamtlich, betonte Vize-Bezirkschef Rainer Bohmbach. Im Landkreis Stade gibt es sechs Ortsgruppen der Wasserretter. Sie kommen bei Unglücken auf der Elbe und ihren Nebenflüssen, in zugefrorenen Seen oder bei Waldbränden zum Einsatz. Jüngst waren sie am Aufbau der Notunterkünfte für Flüchtlinge beteiligt. Auch außerhalb des Kreisgebietes sind sie bei Hochwasser oder anderen größeren Einsätzen zur Stelle.

DRK: Fast 200 Helfer gehören der Kreisbereitschaft des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) an. In Drochtersen ist der einzige geländegängige Rettungswagen in der Region stationiert. Bei längeren Feuerwehreinsätzen stellen die DRK-Helfer die Verpflegung der Einsatzkräfte sicher. Ihre Betreuungsgruppe kann bis zu 500 Personen betreuen und verpflegen. Bei Unfällen mit vielen Verletzten richtet das Rote Kreuz Sammelstationen ein und bringt die Betroffenen ins Krankenhaus. Sie halfen beim Aufbau der Flüchtlingsunterkünfte mit, kümmerten sich hier unter anderem um die Kinderbetreuung.

Aufgrund der verschiedenen Einrichtungen des Kreisverbandes – vom Kindergarten bis zum Seniorenheim – können die Ehrenamtlichen auf Unterstützung des hauptamtlichen Personals zurückgreifen.

Johanniter: 65 Helfer sind bei der Johanniter-Unfallhilfe, einer Organisation des evangelischen Johanniterordens, im Kreis Stade aktiv. Mit der Kampagne „Helden bitte melden – Mission Bevölkerungsschutz“ wirbt die Organisation derzeit um neue Mitglieder. Alle 14 Tage besetzen die Ehrenamtlichen einen Rettungswagen im Bereitschaftsdienst. Ihre Verpflegungs- und Betreuungseinheit ist an die Kreisfeuerwehrbereitschaft angegliedert. Die Johanniter halten drei Container vor, die bei Hochwasserkatastrophen auch zum Transport von Sandsäcken eingesetzt werden können. Eine Rettungshundestaffel ist in Kürze einsatzbereit, kündigte Regionalvorstand Thorsten Renken an. Im Aufbau befindet sich auch eine psychosoziale Notfallgruppe, deren Angehörige nach Bahnunfällen die Zugführer betreuen.

Malteser: Als kleinste Organisation im Landkreis treten die Malteser auf, die einem katholischen Orden entsprungen sind. Sie gehören, wie das Rote Kreuz und die Johanniter, zur „weißen Fraktion“. Ihr Besuchs- und Begleitdienst möchte Senioren vor der Vereinsamung bewahren. Die Sanitätsgruppe wird bei Großeinsätzen zur Unterstützung von Verletztensammelstellen und -behandlungspunkten angefordert. Der hauptamtliche Menüservice macht es möglich, im Notfall binnen 45 Minuten 600 Portionen Essen bereitzustellen. Im vergangenen Jahr haben die Malteser die Notunterkunft für Flüchtlinge in Harsefeld betrieben.

THW: Das Technische Hilfswerk (THW) ist eine Bundesbehörde, erklärte Einsatzsachbearbeiter Carsten Zeuschner von der Geschäftsstelle Buxtehude. Trotzdem ist das THW auf ehrenamtliche Helfer angewiesen. Sie können auf Anordnung der Regierung im In- und Ausland eingesetzt werden. Die Bergungsgruppen sind in der Lage, mit hydraulischen und elektrischen Werkzeugen verschüttete Menschen und Tiere zu retten sowie Räumarbeiten auszuführen. Mit einem Hebekissen können sie bis zu 126 Tonnen schwere Lasten bergen.

Der Ausschuss des Kreistages für Feuerschutz und Ordnungsangelegenheiten wird vom Vorsitzenden Klaus-Dieter Gerkens (CDU) geleitet. Dem Gremium gehören die stimmberechtigten Mitglieder Wilfried Ehlers (SPD), Marcel Haberkorn (CDU), Jan Hensen (AfD), Hans-Werner Hinck (SPD), Hartwig Holthusen (Grüne), Rainer Jürgens (CDU), Richard Bodo Klaus (Piraten), Gerd Lefers (FWG), Siegfried Stresow (SPD) und Rolf Suhr (CDU) an. Mit seinem Grundmandat ist der Linke Rainer Auf‘m Kampe als beratendes Mitglied dabei. Weitere beratende Mitglieder sind Kreisbrandmeister Peter Winter sowie seine Stellvertreter Henning Klensang und Thorsten Hellwege.

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Einsatzkräfte stellen ihre Arbeit vor

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