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Einwohner leben gern im neuen Stadtteil Ottenbeck

Heilpraktiker Sönke Siebcken lebt gerne in Ottenbeck. Fotos Beneke/Schulz

Heilpraktiker Sönke Siebcken lebt gerne in Ottenbeck. Fotos Beneke/Schulz

Er ist der jüngste Stadtteil in Stade: Ottenbeck, entstanden auf Grund und Boden der ehemaligen Bundeswehr-Kaserne. In den 90er Jahren lief die sogenannte Konversion, die Umwandlung des militärischen Geländes für zivile Zwecke.

Donnerstag, 14.04.2016, 15:00 Uhr

Wie fühlen sich die Menschen hier? Das TAGEBLATT on Tour fragte nach.

Sönke Siebcken lebt gerne in seinem Stadtteil. „Für Familien ist es der beste Platz in Stade“, sagt der Heilpraktiker, der in Ottenbeck eine eigene Praxis betreibt. Es gebe Schulen, viele junge Eltern. „Man kennt sich“, sagt er. Die Lebendigkeit ist ein weiterer Pluspunkt für Sönke Siebcken.

Trotzdem trauert er der Zeit hinterher, als er frisch nach Ottenbeck kam. „Früher war es natürlicher.“ Da sei es schon mal vorgekommen, dass ihm morgens ein Reh ins Fenster geschaut hat. Bedenken hat der Heilpraktiker auch wegen der großen Anzahl der Geflüchteten, die nach Ottenbeck kommen. „200 Flüchtlinge auf 2000 Einwohner ist viel“, sagt er.

Dass in Ottenbeck etliche Fahrradfahrer auf den Fußgängerwegen unterwegs sind, obwohl sie in der Tempo-30-Zone die Straße nutzen müssten, findet Britta Binhold, die in Campe zu Hause und im BUND-Zentrum am Bohrfeld tätig ist, „total nervig“. Insbesondere im Umfeld der Schulen und Kindergarten führe das bisweilen zu gefährlichen Situationen. Davon abgesehen finde sie den „entspannten Stadtteil“ mit den vielen jungen Familien aber „sehr sympathisch“. Britta Binhold geht in Ottenbeck laufen, sie schätzt die Nähe zur Natur mit der großen Weidelandschaft am Stadtrand. Im Gegensatz zu anderen Vierteln sei Hundekot in Ottenbeck kein Problem. Das Aufstellen der Dogstations habe sich gelohnt: „Hier klappt das sehr gut“, berichtet die Umweltschützerin bei ihrem Besuch am TAGEBLATT-Stand vor der Caffeetante.

Kritische Töne schlägt Rentner Hans-Hermann Psik an, der vor 16 Jahren aus Campe nach Ottenbeck gezogen ist und die Entwicklung des Stadtteils intensiv begleitet hat. Das Verkehrsaufkommen habe seither immens zugenommen, vor allem die Schlagzahl der Linienbusse habe sich erhöht. Häufig werde das vorgeschriebene Tempo von 30 Stundenkilometern missachtet. „Jeder wartet nur darauf, dass etwas passiert“, sagt er. Mit Dialog-Displays oder Hinweisen auf dem Asphalt könnten die Autofahrer sensibilisiert werden. Außerdem sei der Bahnübergang in einem schlechten Zustand. Sein Auto habe deshalb bereits Schäden davongetragen.

„Wir sind zufrieden in Ottenbeck“, sagt Gabriele Ruppert, die vor elf Jahren aus beruflichen Gründen von Berlin in den Stader Süden gezogen ist und auf dem ehemaligen Kasernengelände mit ihrer Familie ein neues Zuhause gefunden hat.

Als „einen netten, jungen Stadtteil“ beschreibt sie das grüne Quartier mit den netten Nachbarn: „Wir wohnen gerne hier.“

Dass Bürgermeisterin Silvia Nieber in dem Viertel 200 Flüchtlinge einquartieren möchte, stört die Ottenbeckerin nicht: „Das muss dann eben sein.“ Das harsche Vorgehen der umstrittenen Bürgerinitiative „Zukunft Ottenbeck“ findet sie „nicht in Ordnung“. Was der Siedlung fehle, seien ein Einkaufsladen und ein Blumengeschäft. Ansonsten seien alle Einrichtungen bequem mit dem Fahrrad zu erreichen. (asz/bene/ing)

Rentner Hans-Hermann Psik zeigt, wie hoch die störenden Kanten am Bahnübergang sind.

Rentner Hans-Hermann Psik zeigt, wie hoch die störenden Kanten am Bahnübergang sind.

Anwohnerin Gabriele Ruppert freut sich über die junge Nachbarschaft.

Anwohnerin Gabriele Ruppert freut sich über die junge Nachbarschaft.

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