Eisbär Eis stellt den Fabrikverkauf ein
Manchmal waren die Warteschlangen beim Fabrikverkauf mehr als 100 Meter lang. Wie hier wurde tüchtig Eis geholt. Fotos Fehlbus/Michaelis
Am heutigen Sonnabend, 4. November, wird der Andrang noch einmal groß sein, wenn Eisbär Eis zum Fabrikverkauf lädt. Doch zum Jahresende ist Schluss. Die Geschäftsführung von Apensens größtem Arbeitgeber bedauert die Einstellung des Verkaufs ab Werk.
Jahrelang war es für viele Eis-Liebhaber zu Beginn eines jeden Monats eine Art Pflichtaufgabe, nach Apensen zu fahren und dort im Fabrikverkauf bei Eisbär Eis die dort hergestellten Produkte direkt ab Werk zu kaufen. Damit wird bald Schluss sein: „Ja, es stimmt, wir werden leider zum Ende des Jahres den Fabrikverkauf einstellen“, bestätigte Isabel Schuldt aus der Geschäftsführung der Eisbär Eis GmbH eine entsprechende Nachfrage des TAGEBLATT. Sie führt den Familienbetrieb gemeinsam mit Martin Ruehs. „Das Unternehmen hat sich nun dazu entschlossen, diese Einrichtung zum Ende des Jahres zu schließen“, sagt Schuldt.
Der Grund: Diverse Umbaumaßnahmen in den Personalbereichen, aber auch das ständige Anwachsen der Belegschaft hätten zu der Überlegung geführt, die bisher für den Fabrikverkauf genutzten Räume anderweitig zu belegen. „Es fällt uns nicht leicht, diesen Zweig aufzugeben“, heißt es aus der Geschäftsführung des mittelständischen Familienunternehmens weiter. Zumal die Gedanken an die Anfänge vor nahezu 20 Jahren damit verbunden seien, dass der Andrang beim Fabrikverkauf am Bahnübergang zu Verkehrschaos und tumultartigen Szenen geführt hatte.
Blick in die Produktion bei Eisbär Eis : Hier werden in drei Schichten jährlich 60 bis 70 Millionen Liter Eis hergestellt und ausgeliefert.
„Der Fabrikverkauf war damals etwas Neues, und so gab es im Sommer schon mehrfach Warteschlangen, die über 100 Meter lang waren“, erinnert sich Schuldt, Tochter eines der Gründer. „Es war eine tolle Zeit mit unseren treuen Kunden, es hat den Familien immer Spaß gemacht, und wir haben zur Bekanntheit von Eisbär in der Region beigetragen.“ Der nächste Fabrikverkauf ist am Sonnabend, 4. November, von 9 bis 19 Uhr in der Eisbärstraße 1.
Das inhabergeführte Unternehmen ist Apensens größter Arbeitgeber. Es ist in den vergangenen Jahrzehnten kontinuierlich gewachsen und beschäftigt in Apensen inzwischen 280 Mitarbeiter sowie weitere 250 in Ribnitz-Damgarten, wo die Gründerfamilie nach der Wende mit der ortsansässigen Familie Schröder ein zweites Werk aufbaute.
Die 1955 von den Brüdern Wilhelm und Helmut Klehn gegründete Eisbär Eis GmbH kann täglich über zwei Million Eisportionen produzieren und ausliefern. Mehr als 250 verschiedene Artikel werden von den Eisbär-Mitarbeitern in drei Schichten rund um die Uhr produziert. 60 bis 70 Millionen Liter Eis verlassen jährlich den Standort. Das Unternehmen hat sich auf die Entwicklung von Eissorten für den Lebensmittel-Einzelhandel spezialisiert und beliefert den Handel in Deutschland sowie europaweit in 24 Ländern.