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Fähre der Hoffnungen legt von Stadersand ab

Elbfähre Liinsand feiert geglückte Premiere

Foto mit Offiziellen vor der Fähre am Fischmarkt Altona (von rechts): Matthias Bunzel von der Maritimen Landschaft Unterelbe, Gerd Beckmann, Sönke Hartlef (beide Stadt Stade), Fähren-Chef Sven Jürgensen, Staatsrat Andreas Rieckhof, Dr. Andr

Foto mit Offiziellen vor der Fähre am Fischmarkt Altona (von rechts): Matthias Bunzel von der Maritimen Landschaft Unterelbe, Gerd Beckmann, Sönke Hartlef (beide Stadt Stade), Fähren-Chef Sven Jürgensen, Staatsrat Andreas Rieckhof, Dr. Andr

Pünktlich um 8.55 Uhr legte die neue Elbfähre „Liinsand“ am Montag von Stadersand zur Premierenfahrt nach Altona-Fischmarkt ab. Es war die Geburtsstunde einer neuen Verbindung auf dem Wasser zwischen den beiden Hansestädten Stade und Hamburg.

Montag, 05.08.2019, 11:30 Uhr

(letztes Update am 5. August um 19.47 Uhr: Erfahrungsbericht von der ersten Tour der Fähre hinzugefügt.)

Die Fähre verbindet aber auch die drei Bundesländer Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Hamburg. Denn die Fähre hält in Wedel. An allen drei Destinationen wurde sie mit offenen Armen empfangen.Allenthalben strahlende Gesichter: Viele offizielle Gäste nutzten am Montagmorgen die erste Linienfahrt auf der Elbe, sie erhoffen sich von dem neuen Angebot einen Schub im Tourismus. Gäste aus Hamburg können Stade und das Alte Land erkunden, gerne auch mit dem Rad, Stader Touristen zum Beispiel aus den Wohnmobilen können ein kleines maritimes Erlebnis buchen, so das Kalkül der Touristiker.

„Jede Verbindung nach Hamburg stärkt uns“, sagte Stades Bürgermeisterin Silvia Nieber am Anleger Stadersand. Tanja Blätter, Referentin für Tourismus der Metropolregion Hamburg, nennt die neue Linie eine „super Bereicherung“. Ihre Aufgabe sei es, die „kleine Seereise“ auf der Elbe zu bewerben und eventuell EU-Gelder lockerzumachen. Dr. Monika Rulle ist Geschäftsführerin des Tourismusverbands im Landkreis Stade und hofft auf zusätzliche Gäste. Weil der Landkreis Stade vor allem eine Radfahrer-Region ist, denkt sie weiter: Eine E-Bike-Station am Anleger Stadersand wäre eine gute Idee.

Der Chef und seine Kapitäne (von rechts): Geschäftsführer Sven Jürgensen, Stefan Habeck und Jörn Bolz aus Hammah. Fotos: Strüning

Der Chef und seine Kapitäne (von rechts): Geschäftsführer Sven Jürgensen, Stefan Habeck und Jörn Bolz aus Hammah. Fotos: Strüning

Von der Erfüllung eines lang gehegten Traums spricht Wedels Bürgermeister Niels Schmidt. Für ihn sei die Verbindung auch eine Reise in die Vergangenheit, als Kind fuhr er regelmäßig mit den Hadag-Dampfern nach Hamburg. Er hofft auf lang anhaltenden wirtschaftlichen Erfolg der Elblinien, zur Eingewöhnungsphase seien die Liegegebühren in Wedel reduziert. Wichtig ist ihm wie den anderen Tourismus-Verantwortlichen, dass die „Liinsand“ keine Konkurrenz zur Lühe-Schulau-Fähre wird, deren Anteilseigner die Kommunen sind. Schmidt: „Das darf sich nicht beißen.“ Deswegen fährt die „Liinsand“ den Lühe-Anleger nicht an.

Der 20 Meter lange Katamaran mit seinem Hybrid-Antrieb bietet 50 Fahrgästen und 15 Fahrrädern Platz. Bis zu 16 Knoten schnell ist er unterwegs. Im Hafenbereich müssen die Kapitäne wegen des Schwells auf zehn Knoten reduzieren. So werden die Fahrzeiten von etwa 100 Minuten mit einem Durchschnitt von 14 Knoten errechnet, sagt Geschäftsführer Sven Jürgensen von den Watten Fährlinien mit Sitz in Husum.

Leo Cordes frischt die Spundwand an Stadersand auf und baut dabei gleich das Motiv von der neuen Fähre mit ein. Vier Tage hat er im Auftrag der Stade Marketing das Bild von der Unterelbe neu gesprayt. Am Montag war er damit fertig.

Leo Cordes frischt die Spundwand an Stadersand auf und baut dabei gleich das Motiv von der neuen Fähre mit ein. Vier Tage hat er im Auftrag der Stade Marketing das Bild von der Unterelbe neu gesprayt. Am Montag war er damit fertig.

Matthias Bunzel von der Maritimen Landschaft Unterelbe gehört neben Gerd Beckmann von der Stadt Stade und Frank Tinnemeyer von der Stader Tourismus-Gesellschaft zu den Männern der ersten Stunden. Sie verfolgen die Idee einer neuen Fähre seit zwei Jahren. Sie holten das Wattentaxi aus dem nordfriesischen Wattenmeer an die Elbe. Bunzel freut sich, dass die Anleger entlang der Elbe stärker genutzt werden. Stadersand sei zehn Jahre nach Ende des Elbe-City-Jets wieder belebt, der großzügig ausgebaute Anleger Willkommhöft in Wedel zusätzlich genutzt. Und er freut sich auch, dass neben den hohen Investitionen an Land in S-Bahn und Autobahn jetzt auch an die Wasserstraße gedacht wird.

Die große Konkurrenz auf Schiene und Straße wird der Fähre das Leben als mögliches Pendler-Schiff schwer machen. Das denkt auch Hamburgs Staatsrat Andreas Rieckhof, der es sich als ehemaliger Stader Bürgermeister nicht nehmen ließ, neben vielen Medienvertretern die „Liinsand“ am Fischmarkt zu begrüßen. Rieckhof sieht die Linie als „schöne Ergänzung“ zum vorhandenen Tourismus-Angebot in der großen Hansestadt.

Die Liinsand landet am Fischmarkt in Altona an. Von Bord geht Hamburgs Staatsrat Andreas Rieckhof (SPD). Foto: Strüning

Die Liinsand landet am Fischmarkt in Altona an. Von Bord geht Hamburgs Staatsrat Andreas Rieckhof (SPD). Foto: Strüning

In der kleinen Hansestadt gehen die Gedanken derweil weiter. Hier wird von einer Aufnahme in den HVV geträumt. Dafür müsste ein zweites Schiff angeschafft und weitere Haltepunkte angefahren werden. Das ist also Zukunftsmusik. Greifbar nahe sind dagegen deutlich verbilligte Zehnerkarten sowie Kombitickets mit der Lühe-Schulau-Fähre und dem Helgoland-Katamaran. Speziell für die Seereise auf Deutschlands einzige Hochseeinsel startet die „Liinsand“ in Stade fünf Minuten früher. Passagiere können dann in Wedel nahezu ohne Wartezeit auf den „Halunder Jet“ umsteigen. Einen Namen hat das Kind auch schon: Kreuzfahrt. So ist es nicht verwunderlich, dass Dr. Andreas Schäfer als Geschäftsführer von Stade Marketing und Tourismus jubiliert: „Das ist ein ganz großer Moment für Stade.“

Die „Liinsand“ fährt bis 31. Oktober sieben Tage die Woche zu folgenden Zeiten ab Stadersand: 8.55, 13 und 17 Uhr. Ab Hamburg geht es um 10.45, 14.45 und 18.45 Uhr. Tickets nach Wedel/Schulau kosten ab Stade 7 Euro, bis Fischmarkt 13 Euro für die einfache Fahrt. Ein Fahrrad kann für 5 (3) Euro mitgenommen werden. Ein Familienticket kostet 35 Euro. Ab Stader Bahnhof und Pferdemarkt fahren KVG-Busse, die pünktlich zu den Abfahrts- und Anlegezeiten Stadersand erreichen. www.elblinien.de

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