Elbphilharmonie schöner als Oper in Sydney
Tiana Nelson aus Australien ist zwei Monate Gast bei Laurids Bauer in Buxtehude. Foto Felsch
Australische Austauschschülerin schwärmt von Buxtehude und Hamburg – 15-Jährige besucht HPS
Die Elbphilharmonie sei „bombastisch, viel schöner als die Oper in Sydney, und die Aussichtsplattform ist einfach genial“, schwärmt Tiana Nelson aus Perth. Die Australierin war zwei Monate zu Gast in der Familie Bauer in Buxtehude und hat in der relativ kurzen Zeit nicht nur die Estestadt, die sie „lovely“ und „amazing“ findet, kennengelernt.
Mit ein paar anderen Austauschschülern ist die 16-Jährige in Heidelberg, München, Salzburg, Rothenburg, Berlin gewesen und hat Schloss Neuschwanstein besichtigt. „Aber sie war selbst begeistert von den Industrievierteln in Veddel und dem Hamburger Hafengebiet. Das Erste, was sie gesehen hat, als wir sie vom Hamburger Hauptbahnhof abgeholt haben“, sagt Laurids Bauer, dessen Familie Tiana in Buxtehude aufgenommen hat. Aber im Grunde ist der 15-Jährige froh, dass Tiana nicht von Heimweh geplagt wurde: „Sie hat ganz schnell Anschluss gefunden und sich mit meinen Freunden und Klassenkameraden auf Anhieb verstanden.“
Und das, obwohl ihr die deutsche Sprache nicht so leicht über die Lippen geht. „Sorry“, meint sie entschuldigend, „ich habe bereits vier Jahre in meiner Schule Deutsch gelernt, leider nur wenige Stunden pro Woche.“
Dank eines vierwöchigen Intensivkurses konnte sie aber dem Unterricht an der Halepaghenschule, die auch Laurids besucht, gut folgen. Da sie in der Familie, mit den Eltern von Laurids und seinen zwei Brüdern Deutsch sprechen musste, haben sich ihre Sprachkenntnisse aber erheblich verbessert.
Tiana würde gerne wiederkommen, auch wenn Deutschland nicht mal eben ein Katzensprung entfernt ist. Besonders Weihnachten werde hier anders gefeiert. „Bei uns gibt es keine Weihnachtsmärkte und nur künstliche Christbäume“, erzählt die Australierin. Der Rhein-Donau-Klub hat ihr die Reise gesponsert. Außer Taschengeld musste die Schülerin nichts bezahlen.
Insgesamt sind 27 junge Australier durch die kleine Austauschorganisation Gdansa nach Deutschland gekommen, Tiana landete in Buxtehude. Durch eine Meldung im TAGEBLATT wurde die Familie Bauer auf die Austauschmöglichkeit aufmerksam und entschloss sich dann spontan, an dem Programm teilzunehmen.
Im vergangenen Sommer flog ihr Sohn Laurids nach Australien. Perth und das, was er in drei Monaten von dem riesigen Kontinent gesehen hat, habe ihn total begeistert. Das Opernhaus, eines der markantesten und berühmtesten Gebäude des 20. Jahrhunderts, für das die Australier Spitznamen erfunden haben wie „dänisches Törtchen“, „Zirkuszelte im Sturm“ oder „sich liebende Schildkröten“ hat Eindruck bei dem jungen Mann hinterlassen. Den Vergleich mit der Elbphilharmonie kann das Wahrzeichen von Sydney seiner Meinung nach durchaus aufnehmen, aber er freut sich, dass es Tiana hier so gut gefällt, dass sie sogar eine Wiederholung plant.