Zähl Pixel
Archiv

Er war 40 Jahre lang Schiedsrichter

Das neue Ehrenmitglied des MTSV Oederquart Adolf Schmidt (links) und sein Schiedsrichter Kollege Udo Horeis, der sogar Spiele der 1. und 2. Bundesliga leitete. Foto Hamann

Das neue Ehrenmitglied des MTSV Oederquart Adolf Schmidt (links) und sein Schiedsrichter Kollege Udo Horeis, der sogar Spiele der 1. und 2. Bundesliga leitete. Foto Hamann

Mit stehenden Ovationen feierten die Mitglieder des MTSV Oederquart auf der Jahreshauptversammlung ihr neues Ehrenmitglied Adolf Schmidt. Der 83-Jährige ist nach Heinrich Witt erst das zweite in der 95-jährigen Vereinsgeschichte.

Donnerstag, 30.03.2017, 13:14 Uhr

Von Günter Hamann

Schmidt war Jahrzehnte für den Verein als Schiedsrichter unterwegs und war lange Jahre Vorsitzender des Ehrenrates.

In seiner Laudatio ließ Udo Horeis, der als Schiedsrichter 90 Spiele der 1. und 2. Liga gepfiffen hat, humorvoll die alten Zeiten Revue passieren. Obwohl Horeis (72) schon lange in Buchholz wohnhaft ist, hat er dem Oederquarter Verein jetzt auch schon 60 Jahre die Treue gehalten.

Adolf Schmidt war nach seiner Maurerlehre 1953 in den MTSV eingetreten und hier als aktiver Fußballer im Einsatz. Gemeinsam mit dem unvergessenen Wilfried Horeis legte er 1956 die Prüfung zum Schiedsrichter ab. Danach gab es den aktiven Fußballer nicht mehr, denn seine ganze Leidenschaft galt künftig dem Schiedsrichterwesen. Fast 40 Jahre war er im ganzen Kreisgebiet im Einsatz, war allerorten gerne gesehen und wurde als untadeliger Sportsmann überall geschätzt. Über 1800 Spiele fanden in dieser Zeit unter seiner Leitung statt. Gerne erinnert er sich an die Auftritte der Bundesligisten Borussia Mönchengladbach in Drochtersen und dem HSV bei Güldenstern in Stade, als er als Linienrichter dabei sein durfte.

Doch auch nachdem er seine offizielle Schiedsrichterzeit aufgeben hatte, konnte er auf sein Hobby nicht verzichten. Bei Jugendspielen oder Freundschaftsspielen der SG Freiburg/Oederquart war er bis zu seinem 80. Geburtstag noch gerne als der „Mann in Schwarz“ auf dem Sportplatz aktiv. Viel Verständnis für sein Hobby hatte seine Ehefrau Ursula, mit der er 58 Jahre verheiratet war und die im letzten Jahr verstarb, und auch die beiden Kinder standen voll hinter den Aktivitäten ihres Vaters. Heute verfolgt er die Bundesliga noch im Fernsehen, wobei er seine Sympathien auf die beiden Nordclubs Werder Bremen und den HSV verteilt.

Copyright © 2025 TAGEBLATT | Weiterverwendung und -verbreitung nur mit Genehmigung.