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Ernst Barlach Haus würdigt den Maler Carl Lohse

Carl Lohse: Mann mit violetter Brille, 1919/1921, Öl auf Pappe 104 x 71,5 cm, Museum Bautzen, © VG Bild-Kunst, Bonn 2017.  Foto Jürgen Matschie

Carl Lohse: Mann mit violetter Brille, 1919/1921, Öl auf Pappe 104 x 71,5 cm, Museum Bautzen, © VG Bild-Kunst, Bonn 2017. Foto Jürgen Matschie

Der Hamburger Maler Carl Lohse zählt zu den erstaunlichsten Querköpfen in der Kunst der Zeit zwischen den Kriegen. Das Ernst Barlach Haus lädt zu einer außergewöhnlichen Entdeckung ein.

Sonntag, 25.06.2017, 14:00 Uhr

Carl Lohse (1895-1965) war ein Künstler, der um 1920 binnen kürzester Zeit ein prächtiges Werk geschafft hat, als Hoffnungsträger gefeiert wurde, aber seine Künstlerexistenz auf Jahre gegen ein Leben als Straßenbahnschaffner eintauschte – und bis heute als Geheimtipp gilt.

Das Ernst Barlach Haus präsentiert ab 2. Juli die erste Einzelschau über Carl Lohse seit Jahrzehnten, die zugleich Museumspremiere in seiner Geburtsstadt Hamburg ist.

Schon dem 14-jährigen Carl Lohse gelingt es, den Hamburger Kunsthallendirektor Alfred Lichtwark mit seinen Zeichnungen zu beeindrucken: „Er zeigt sich als ein so starkes Talent, dass ich seine Förderung aufs dringendste empfehlen kann.“ Lichtwarks Fürsprache ermöglicht Lohse zunächst den Besuch der Malschule von Arthur Siebelist in Hamburg, danach ein Studium an der Kunstakademie in Weimar.

Nach Kriegseinsätzen 1915/1916 in Frankreich und drei Jahren in englischer Gefangenschaft zieht Lohse im Oktober 1919 nach Bischofswerda bei Dresden und erlebt dort bis April 1921 eine geradezu rauschhafte Schaffensphase: In etwas mehr als einem Jahr entstehen etwa 130 Gemälde, dazu zahlreiche Zeichnungen und einige Gipsplastiken.

Von der Malerei Vincent van Goghs begeistert, mit dem Expressionismus von Brücke und Blauem Reiter vertraut, aufgeschlossen für die neuesten Spielarten von Kubismus, Futurismus und Konstruktivismus, dringt Carl Lohse 1919/1920 rasant zu bemerkenswerter Eigenständigkeit vor: Gleichsam aus dem Stand malt er eindrückliche Figuren- und Landschaftsbilder, Porträts, Industriedarstellungen und Stadtansichten.

In der Dresdner Galerie Neue Meister und im Museum Bautzen ist Carl Lohse dank bedeutender Sammlungen längst als Ausnahmeerscheinung der Moderne präsent – jenseits Sachsens wird er aber kaum gewürdigt. Die Ausstellung „Kraftfelder. Carl Lohse. Die Bilder 1919/1921“ stellt den Hamburger Maler nun umfassend vor. Sie vereint 50 Hauptwerke aus dem Albertinum in Dresden, dem Museum Bautzen, der Kunsthalle Rostock, dem Brandenburgischen Landesmuseum für moderne Kunst Cottbus & Frankfurt (Oder) und aus privaten Sammlungen. (st/chw)

„Kraftfelder. Carl Lohse. Die Bilder 1919/1921“

2. Juli bis 12. November

Ernst Barlach Haus, Jenischpark, Baron-Voght-Straße 50a

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag, 11 bis 18 Uhr. Kostenlose Führungen sonntags 11 Uhr

Eintritt: 7 Euro, ermäßigt 5 Euro

www.ernst-barlach-haus.de

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