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Erster Solarpark im Landkreis geht ans Netz

Von oben ist der neue Solarpark in Barnkurg gut zu erkennen, vom Obstmarschenweg in Barnkrug aus sieht man ihn gar nicht. Foto: Martin Elsen

Von oben ist der neue Solarpark in Barnkurg gut zu erkennen, vom Obstmarschenweg in Barnkrug aus sieht man ihn gar nicht. Foto: Martin Elsen

In aller Stille ist in Drochtersen-Barnkrug der erste Solarpark im Landkreis Stade in Betrieb gegangen. Er ist auf dem Gelände des ehemaligen Elbklinkerwerks Horwege entstanden. Die frühere Industriebrache ist 28.000 Solarmodulen gewichen.

Von Peter von Allwörden Freitag, 11.08.2017, 15:00 Uhr

Auf einer Fläche von etwa elf Hektar ist der Solarpark entstanden, der eine Leistung von acht Megawatt (MW) hat. Es wurden über 28 000 Solar-Module verbaut. „Wir können bis zu 7,5 Gigawattstunden (GWh) pro Jahr CO²-freien Strom erzeugen. Das entspricht dem Energiebedarf für knapp 2000 Haushalte“, sagt Stefan Müller vom Vorstand der Enerparc Gruppe aus Hamburg, die den Park betreibt. Die Leistung entspricht der Kapazität von fast drei großen Windrädern.

Die Enerparc Gruppe entwickelt, baut, investiert und betreibt die PV Anlagen eigenständig. Die Enerparc AG mit Hauptsitz in Hamburg ist ein international ausgerichtetes Unternehmen. Mehr als 1700 MW Solarstromleistung hat Enerparc in Deutschland, im europäischen Ausland sowie in den USA und Asien projektiert. Die Hamburger bieten alle Leistungen rund um die Errichtung und den Betrieb von Solar-Kraftwerken ab einer Leistung von einem MW.

In Barnkurg hat Enerparc sechs Millionen Euro investiert. Zu diesen Investitionen gehört auch die Bereinigung der Fläche. Alle alten Hallen und Restgebäude der ehemaligen Ziegelei Horwege wurden abgebrochen – zuletzt im Frühjahr der circa 35 Meter hohe Ziegelei-Turm (das TAGEBLATT berichtete). Das Abbruchunternehmen hat die Ziegel und Betonteile der Altgebäude überwiegend in der Steinmühle zerkleinert und auf Wegen und Befestigungsflächen für den Solarpark eingebaut.

Das Klinkerwerk Horwege stand viele Jahre leer, nachdem das Unternehmen im Jahre 2006 Insolvenz anmelden und die Produktion aufgeben musste. Ein altes reetgedecktes Haus vor dem Solarpark gehört ebenso wie das noch relativ neue ehemalige Verwaltungsgebäude dem Ex-Betreiber der Ziegelei, Reinhard Witt. Auch das Land, auf dem der Solarpark errichtet wird, ist noch in Witts Eigentum. Er verpachtet die Flächen an den Solarparkbetreiber. Für das alte Bauernhaus und das Bürohaus sucht Witt noch nach einer Nachnutzung, einem Mieter oder Käufer.

Zu der Gesamtfläche des Parks von fast elf Hektar gehören etwa zwei Hektar Ausgleichsfläche. In der Bauleitplanung – Bebauungsplan und Änderung des Flächennutzungsplanes – sind entsprechende Regelungen vorgesehen. Die Aufstellung des Bebauungsplanes ist ohne Probleme in den Drochterser Ratsgremien und im Rat durchgegangen. Das Besondere an dem Gelände ist nicht nur, dass damit eine unschöne Industriebrache verschwunden ist, sondern auch, dass der Solarpark überhaupt nicht auffällt. Er liegt relativ tief auf abgeziegeltem Land und ist von Obstbäumen zur L 111 abgeschirmt.

Betreiber Enerparc hat zudem Ersatzquartiere für Fledermäuse durch entsprechende Kästen und Nisthilfen, die in der Nähe der ehemaligen Ziegeleigebäude angebracht wurden, geschaffen. „Weitere Ausgleichsmaßnahmen werden noch von uns umgesetzt“, kündigt Stefan Müller an.

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