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Ex-Jupiter Jones Sänger schreibt seine Geschichte auf

Der Ex-Jupiter Jones Sänger Nicholas Müller hat jetzt bewiesen, dass er auch Bücher schreiben kann.

Der Ex-Jupiter Jones Sänger Nicholas Müller hat jetzt bewiesen, dass er auch Bücher schreiben kann.

So ganz kann es der Ex-Jupiter Jones Sänger dann doch nicht lassen, Musik zu machen. Schließlich ist Nicholas Müller in erster Linie Musiker. Mit seinem Buch „Ich bin mal eben wieder tot“ hat der Musiker jetzt bewiesen, dass er auch Bücher schreiben kann. Zumindest dieses eine, ein wirklich gutes, schonungslos und ehrlich, traurig und unterhaltsam. Trotzdem ist das erste, was Nicholas Müller bei seiner Lesung am Donnerstagabend im Polittbüro in Hamburg von sich gibt, ein Lied. Es ist der Song „Wände“ von Hannes Wittmer. Mit dem Songtext beginnen auch die ersten Zeilen im Buch: „Du kamst für den Strand unter den Füßen, und gingst mit Sand in den Schuhen“.

Von Mona Adams Freitag, 06.10.2017, 16:52 Uhr

So ganz kann es der Ex-Jupiter Jones Sänger dann doch nicht lassen, Musik zu machen. Schließlich ist Nicholas Müller in erster Linie Musiker. Mit seinem Buch „Ich bin mal eben wieder tot“ hat der Musiker jetzt bewiesen, dass er auch Bücher schreiben kann. Zumindest dieses eine, ein wirklich gutes, schonungslos und ehrlich, traurig und unterhaltsam. Trotzdem ist das erste, was Nicholas Müller bei seiner Lesung am Donnerstagabend im Polittbüro in Hamburg von sich gibt, ein Lied. Es ist der Song „Wände“ von Hannes Wittmer. Mit dem Songtext beginnen auch die ersten Zeilen im Buch: „Du kamst für den Strand unter den Füßen, und gingst mit Sand in den Schuhen“.

„Hallo, ich bin Nicholas Müller und ich habe Reizhusten“, sagt er vor kleinem Publikum. Er ist eigentlich großes Publikum gewöhnt. Es ist nicht der Reizhusten, der ihn zum Aufgeben seiner Karriere zwang. Der dafür sorgte, dass er sein Leben nicht mehr führen konnte. Der ihn zum Ausstieg aus seiner Band „Jupiter Jones“ bewegte. Zehn Jahre lebte Nicholas Müller mit starken Ängsten und Panikattacken, bis gar nichts mehr geht. Sein Song „Still“ ist zu diesem Zeitpunkt das meistgespielte Lied im Radio. Er der Frontmann, der Star. Doch spielen kann er es nicht mehr. Und das ist die Geschichte, die er erzählen will. In seinem Buch, an diesem Abend, ab sofort für immer. Er ist Schirmherr der Deutschen Angstselbsthilfe.

„Viele Menschen haben das Gefühl, dass sie sich wegen dieser Krankheit schämen müssen“, sagt er. Doch Nicholas Müller will das nicht. „Ich hatte lange das Bedürfnis es geheim zu halten.“ Irgendwann kam der Moment, da wusste der Sänger, es geht nicht mehr, nicht mehr in diesem Moment, mit der Band, mit der Bühne. „Jungs, ich kann nicht mehr. Ich muss raus, ich muss gesund werden.“ Das war 2014.

Nicholas Müller geht. Nach Hause. „Was soll ich tun? Ich weiß es nicht, und ich heule und heule und heule“, schreibt er. Mit dem Problem ist er nicht alleine. Alleine in Deutschland leiden zehn Millionen Menschen unter einer Angsterkrankung und Panikattacken. Es ist eine Volkskrankheit. „Angst ist eine Sache, die bei jedem zu jeder Zeit ausbrechen kann“, sagt der 35-Jährige. Das Buch des Sängers ist kein Ratgeber. Er hat seine Geschichte aufgeschrieben. Wie ihm die Geburt seiner Tochter half, sich von der Krankheit zu befreien. Das ist jetzt drei Jahre her. Heute geht es dem Sänger gut. „Ich habe gelernt, dass ich nicht mehr angstkrank bin, auch wenn ich eine Panikattacke habe“, sagt er. Nicholas Müller hat schon Ideen für ein zweites Buch. Mittlerweile steht er auch wieder auf der Bühne. Vor zwei Jahren gründete er die Band „von Brücken“ und veröffentlicht das Debüt-Album „Weit weg von fertig“. „Ich habe Schiss vor jedem öffentlichen Auftritt, das ist aber keine Angst, sondern Lampenfieber.“

Mit seinem Buch erzählt er nicht nur offen von seiner Angst. Der prominente Musiker gibt auch sehr persönliche Einblicke in sein Leben. Er schreibt von seinem ersten Kuss (es war am Zeltlager-Lagerfeuer), das erste Date mit seiner Frau (am Hafenbecken von Neumünster), der Krebsdiagnose seiner Mama (dem Hoffen und Bangen) und dem Tumor im Kopf seiner Oma. Diese Themen lässt er auch bei seinen Lesungen nicht aus. Doch statt zu lesen erzählt er. Vom Tod seiner Oma und seiner Mama, die innerhalb kürzester Zeit starben.

Es braucht viel Mut darüber vor Publikum zu sprechen, und davon hat der 35-Jährige eine Menge. Er lässt sich Zeit, macht Pausen, wenn ihm danach ist, hustet, wenn er es muss (der Reizhusten), atmet tief durch. Manchmal hilft nur der Blick auf die Bühne, um zu unterscheiden, ob Nicholas Müller gerade erzählt oder liest. Beides ist eins. Sein Leben. Seine Geschichte.

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