TFähre unterstützen
Zu den Artikeln „Elbfähre hat keine Priorität“, „ A20: Unternehmen fordern schnellen Bau des Elbtunnels in Kehdingen“ und „Umstrittene Küstenautobahn A20: So geht es weiter im Kreis Stade “ schreibt Burkhard Ziemens aus Oldendorf:
Der Bau der (sowieso umstrittenen) A20 mit dem Elbtunnel kann finanziell in absehbarer Zeit nicht realisiert werden kann. Alles Geld muss zur Zeit in die Renovierung der Verkehrsstruktur gesteckt werden – eine Sysiphusaufgabe… Die Fährbetreiberin FRS hat stattdessen ein realistisches und zügig umzusetzendes Konzept zu einer beschleunigten und effektiven Elbquerung Wischhafen-Glückstadt vorgelegt. Die Effektivität könnte zeitnah von 400 bis 600 Prozent gesteigert werden. Benötigt wird allerdings eine Planungssicherheit von mindestens 20 Jahren und eine Verlegung des Fähranlegers Wischhafen um einige hundert Meter weg von der verschlickenden Süderelbe hin zum Elbufer. Nun erklärt die Landesregierung, dass eine Verlegung des Anlegers „weder rechtlich umsetzbar noch wirtschaftlich vertretbar ist“. Man macht sich in Hannover offenbar nicht die geringste Mühe, die gegenwärtig oft prekäre Verkehrssituation bei der Fähre zu entschärfen – und verweist auf den Bau des Elbtunnels - dessen Umsetzung in den Sternen steht… Und Rechnen gehört auch nicht zu den Stärken des Lies-Ministeriums. Schlimm ist die Behauptung der Unwirtschaftlichkeit einer Verlegung des Anlegers. Der A20-Tunnel wurde bereits 2023 mit zwei Milliarden Euro (= 2000 Mill.) angesetzt. Bereits in der Planungsphase stiegen die Kosten um mindestens 150 Prozent. Eine Modernisierung der Fährverbindung würde insgesamt mit neuen Fähren und Anlegern circa 120 Millionen kosten – weit weniger als zehn Prozent der Kosten für den Tunnel. Dabei hätte der Staat allein für die Infrastruktur zur Fährverbindung zu bezahlen - also für die neue Straßenzuwegung zum Fähranleger Wischhafen – und nicht wie beim A20 Tunnel für das gesamte Projekt. Vier neue umweltfreundliche Fähren würden circa 80 Millionen kosten – und das würde die Reederei FRS investieren. Die Position der Landesregierung ist völlig realitätsfern – und ein Beispiel, wie Politik und Bürokratie aus ideologischem Denken heraus privatwirtschaftliche Lösungen blockieren. Mit der Fährmodernisierung würde sich die teilweise untragbare Verkehrssituation weitgehend auflösen – und zwar in realistischer Perspektive von wenigen Jahren.