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Feuer zerstört zwei Reetdachhäuser in Großenwörden

Zwei reetgedeckte Wohnhäuser sind am Freitagmittag auf einem Bauernhof in der Gemeinde Großenwörden in Flammen aufgegangen. Die Bewohner konnten sich noch rechtzeitig in Sicherheit bringen.

Von Daniel Beneke Freitag, 17.03.2017, 18:30 Uhr

100 Brandschützer aus sieben Ortsfeuerwehren waren bis in die Abendstunden im Einsatz. Vermutlich hat ein technischer Defekt zu dem Unglück geführt.

Tragisch: Bereits vor zwölf Jahren zerstörte ein Brand ein Reetdachhaus des Ehepaares auf dem Grundstück in Großenwörden. Das jetzige Anwesen hatten sie daraufhin neu errichten lassen. Gestern wiederholte sich das Drama.

Kurz nach 12 Uhr bemerkte die 56-jährige Bewohnerin des Anwesens am Ortsrand, dass ein Heizofen in einem der beiden miteinander verbundenen Gebäude nicht mehr richtig funktionierte. Hitze breitete sich über den Schornstein aus, schließlich schossen Flammen ins Freie. Die Frau, ihr Ehemann und die Tochter konnten das Haus rechtzeitig und unbeschadet verlassen. Aufgrund des starken Windes griff das Feuer auf das Nachbargebäude über, das ebenfalls mit Reet eingedeckt war. Die Freiwilligen Feuerwehren Großenwörden, Neuland, Burweg, Engelschoff, Himmelpforten, Hüll und Osten sowie ein Rettungswagen des Roten Kreuzes rückten an. Auch die Drehleiter von Zug I der Stader Wehr und der Atemschutz-Container der Kreisfeuerwehr kamen zum Einsatz. Insgesamt 100 Rettungskräfte waren vor Ort. Sie konnten nicht mehr verhindern, dass beide Häuser niederbrannten. In kürzester Zeit fraßen sich die Flammen durch das Reet und die Dachbalken.

Die Löscharbeiten gestalteten sich schwierig. Windböen ließen das Feuer immer wieder auflodern und trugen die Rauchwolke bis ins Dorfzentrum. Weil Brunnen in der unmittelbaren Umgebung der Brandstelle offenbar nicht genug Wasser führten, mussten die Freiwilligen mehrere Kilometer Schläuche bis zum Fluss Oste verlegen, berichtete Feuerwehrsprecher Rolf Hillyer-Funke. Am Abend lief der Einsatz noch. Feuerwehrleute bekämpften Glutnester im Inneren der Gebäude und organisierten eine Brandwache für die Nacht zu Sonnabend.

Das Feuer ließ lediglich die Grundmauern und verkohlte Dachbalken übrig. Polizeisprecher Herbert Kreykenbohm bezifferte den Sachschaden gestern Abend auf rund 300 000 Euro. Hinweise auf eine Brandstiftung haben die Ermittler bislang nicht. Bisher gehen sie davon aus, dass ein technischer Defekt das Feuer entfacht hat.

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