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Fitnesstraining im Ottensener Seniorenkreis

Sporttrainerin Silke Grunewald zeigt den Senioren in Ottensen, wie sie ihr Gedächtnis fit halten können. Foto Felsch

Sporttrainerin Silke Grunewald zeigt den Senioren in Ottensen, wie sie ihr Gedächtnis fit halten können. Foto Felsch

„Die gute Nachricht zuerst: Das Gehirn lässt sich trainiern wie ein Muskel“, sagt Silke Grunewald. Die Sporttrainerin aus Hedendorf zeigt dem Ottensener Seniorenkreis im Dorfgemeinschaftshaus Übungen, die das Gedächtnis auf Trab bringen.

Von Franziska Felsch Mittwoch, 21.02.2018, 18:26 Uhr

Wenn es denn gefordert wird. Denn das ist die schlechte Nachricht: Wer nichts macht, bei dem tut sich auch bald im Kopf nichts mehr.

„Mit leichten Fingerübungen, die sie in ihren Alltag einbauen können, halten sie ihr Gedächtnis fit. Sogar im hohen Alter“, erklärt Silke Grunewald und legt los. So einfach wie es auf den ersten Blick aussieht, ist es allerdings nicht, gestehen die 18 Teilnehmer sich lachend ein. Der Daumen muss nacheinander mit allen anderen Fingern in Kontakt gebracht werden.

„Das ist wie beim Speeddating“, sagt Silke Grunewald und gibt das Tempo vor. Ihre „Schüler“ folgen bereitwillig, doch bevor sie sich über ihren Erfolg richtig freuen können, wird der Level eine Stufe höher geschraubt. Die Übungen werden schwieriger und verlangen volle Konzentration. Nichts mehr mit gemütlich klönen und Kaffee trinken. Trotzdem: Den Ottensener Senioren scheint die Lehrstunde in Sachen Gedächtnis zu gefallen. Alle machen bereitwillig mit, auch noch, als sie die Arme in einem bestimmten Rhythmus und nach vorgeschriebener Richtung bewegen sollen.

Spazierengehen und jeden zweiten Schritt zählen oder das ABC rückwärts aufsagen, sei allemal besser, als Kreuzworträtsel im gemütlichen Sessel zu lösen, erfahren die Frauen und Männer in der Runde. Körperliche Bewegung gehöre unbedingt dazu. Wer ernsthaft seinem Gedächtnis etwas Gutes tun wolle, sollte möglichst längeres Sitzen vermeiden und wenig fernsehen. „Wer das beherzigt, hat schon viel für sein Gehirn getan“, so die 62-Jährige, die zum Abschluss das Spiel „Ich packe meinen Koffer“ anregt und selbst erstaunt ist, wie gut die älteren Leute sich die vielen Begriffe merken.

„Sie sind nie zu alt für Gedächtnistraining, am besten trainieren sie täglich“, meint die Sportlerin, die auf Einladung von Susanne Milewski und Brigitte Waschkus in das Dorfgemeinschaftshaus gekommen ist. Die Organisatorinnen kümmern sich immer am zweiten Mittwoch im Monat von 14 bis 16 Uhr im Winter (von 15 bis 17 Uhr im Sommer) um die älteren Mitbürger im Ort. Neben dem gemütlichen Beisammensein mit Kaffee, Kuchen und einer Runde Klönen sorgen die beiden fast immer für ein Highlight. Außerdem organisieren sie Ausflüge, Bingo, Spiele-, Bastel-, und Gesangsnachmittage oder gemeinschaftliches Matjesessen. Finanziert wird das Ganze durch Teilnehmerbeiträge, die aber nur ein paar Euro betragen, sowie Spenden der ortsansässigen Unternehmen, der Rotarier, des Lions-Clubs und der Hansestadt Buxtehude.

„Wir freuen uns über jeden, der mitmachen möchte“, sagt Susi Milewski. Ihr Ziel ist es, das Leben im Dorf attraktiv zu gestalten und die Menschen miteinander ins Gespräch zu bringen. Weitere Informationen zum Seniorenkreis Ottensen unter 01 73 / 2 31 74 74 oder 0 41 61 / 80 546.

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