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Flüchtlinge verschärfen das Wohnungsproblem

Der Deutsche Mieterbund fordert angesichts der hohen Zahl von Flüchtlingen deutlich stärkere Anstrengungen des Staates beim Wohnungsbau. „Uns brennt das Wohnungsproblem unter den Nägeln“, sagte der Bundesdirektor des Mieterbundes, Lukas Siebenkotten. Bundes- und Landespolitiker hätten die sich abzeichnenden Engpässe jahrelang ignoriert und verschlafen. Nun verschärfe die Flüchtlingssituation die Situation. Es gelte zu verhindern, dass zwischen der einheimischen Bevölkerung und den Flüchtlingen mit Bleiberecht ein Konkurrenzkampf um bezahlbaren Wohnraum entstehe.

Montag, 01.02.2016, 17:10 Uhr

Der Deutsche Mieterbund fordert angesichts der hohen Zahl von Flüchtlingen deutlich stärkere Anstrengungen des Staates beim Wohnungsbau. „Uns brennt das Wohnungsproblem unter den Nägeln“, sagte der Bundesdirektor des Mieterbundes, Lukas Siebenkotten. Bundes- und Landespolitiker hätten die sich abzeichnenden Engpässe jahrelang ignoriert und verschlafen. Nun verschärfe die Flüchtlingssituation die Situation. Es gelte zu verhindern, dass zwischen der einheimischen Bevölkerung und den Flüchtlingen mit Bleiberecht ein Konkurrenzkampf um bezahlbaren Wohnraum entstehe.

Gegenwärtig würden in Deutschland jährlich rund 260 000 Wohnungen gebaut; notwendig seien jedoch mindestens 400 000, sagte Siebenkotten. „Jetzt geht es darum, nicht zu kleckern, sondern zu klotzen.“ Bund und Länder müssten ihre Förderung des Wohnungsbaus von gegenwärtig 1,5 auf mindestens sechs Milliarden Euro aufstocken. Neben dem Bau von jährlich 80 000 neuen Sozialwohnungen seien auch höhere steuerliche Anreize für private Investoren erforderlich.

Hamburg sei beim Neubau von Wohnungen bereits vorbildlich und weiter als andere Städte, sagte Siebenkotten. Dennoch sei auch in der Hansestadt bei einer Leerstandsquote von 0,7 Prozent kein freier Wohnraum verfügbar, sagte der neue Vorsitzende des Mietervereins zu Hamburg, Siegmund Chychla. Der Königsteiner Schlüssel, der die Verteilung der Flüchtlinge auf die Bundesländer regelt, müsse für die Stadtstaaten vorübergehend ausgesetzt werden. „In Hamburg fehlen heute bereits mehr als 30 000 Wohnungen, was zur Explosion der Mieten geführt hat und das Wohnen fast unbezahlbar macht“, sagte Chychla. Das bisherige Niveau von 6000 neuen Wohnungen pro Jahr sei nicht ausreichend. Erforderlich seien mindestens 8000 neue Wohnungen pro Jahr.

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