Flüchtlingsunterkunft in Neukloster wieder aufgebaut
Der nächste Containern fliegt ein: Mehrere Amtra-Monteure haben am Dienstag – mit der Hilfe eines Mobilkrans – 23 neue Container in Neukloster montiert. Im August war das Obergeschoss der Flüchtlingsunterkunft am Bahnhof Neukloster durch ei
Container – am Haken: Monteure von „Amtra Mobilraum“ aus Heidenau haben am Dienstag auf dem Park-andRide-Platz am Bahnhof in der Ortschaft Neukloster 23 Wohnraumcontainer auf das Erdgeschoss der Flüchtlingsunterkunft gesetzt.
Das Obergeschoss war im August bei einem Feuer durch Flammen, Rauch und Löschwasser schwer beschädigt worden. Die gesamte Unterkunft war unbewohnbar. Lediglich die Hälfte der 46 Container – mit Wohn-, Sanitär-, Küchen- und Gemeinschaftsräumen – im Erdgeschoss kann nach Reparatur- und Reinigungsarbeiten weiter genutzt werden. Das komplette Obergeschoss musste demontiert werden. Dafür war die Straße Heitmannhausen bereits am 8. November voll gesperrt worden (das TAGEBLATT berichtete).
Am Dienstag lieferten mehrere Lkw die neuen Container an. Mit der Hilfe eines Mobilkrans platzierten die Monteure die Module an die richtige Stelle. Dafür musste der Teleskopausleger 46 Meter weit ausgefahren werden, 3,5 Tonnen wiegt ein Container, rechnete ein Monteur vor. Der Innenausbau wird voraussichtlich ein bis zwei Wochen dauern, sagte der städtische Fachgruppenleiter für den Bereich Gebäudebewirtschaftung, Michael Albertz. Dann sollen die ersten Flüchtlinge – vorübergehend unter anderem in den Holzhäusern in Heitmannshausen am Umspannwerk untergebracht – zurückkehren. In Heitmannshausen sollen Familien wohnen, in den Containern vorrangig Alleinstehende. Wie berichtet, hatten 34 Flüchtlinge im August nach einem Feuer ihr neues Zuhause verloren.
Laut Polizei hatten Bewohner ihr Zimmer verlassen, ohne den Aschenbecher abzulöschen. Das Feuer griff frühmorgens auf weitere Räume über, zwei Flüchtlinge erlitten eine Rauchgasvergiftung.
Für den Schaden kommt die Versicherung der Stadt Buxtehude auf. Offen ist noch, ob dieser tatsächlich bei 500 000 Euro liegen wird. Allerdings wird die Stadt laut Fachbereichsleiter Recht und Sicherheit, Ralf Dessel, nach Ende der Ermittlungen gegen den/die Verursacher zivilgerichtlich vorgehen. Schließlich müsse die Stadt mit einer Prämienerhöhung rechnen. Das Geld kann die Stadt nach einem rechtskräftigen Urteil auch in einigen Jahren eintreiben, wenn die Verursacher ihren Lebensunterhalt selbst bestreiten.
Derzeit leben 649 Flüchtlinge in Unterkünften, die entweder der Stadt gehören oder von ihr angemietet worden sind. 9670 Euro zahlt die Stadt für die Container-Unterkunft in Neukloster im Monat.
Weil seit dem EU-Türkei-Flüchtlingspakt und dem Bau der Grenzzäune auf dem Balkan nur noch – im Schnitt – eine Familie im Monat kommt, will die Stadt Buxtehude jetzt einen großen Teil der mehr als 70 angemieteten Wohnungen wieder dem privaten, angespannten Wohnungsmarkt überlassen, so die Fachgruppenleiterin Soziales und Wohnen, Susanne Epskamp. Flüchtlinge sollen in Zukunft überwiegend in den städtischen Immobilien oder den für fünf Jahre angemieteten Wohncontainern leben. Die Grothe-Marie-Straße (Alte Polizeiwache), ausgelegt für bis zu 80 Personen, wird in Kürze bezogen, die Container-Unterkünfte in Buxtehude und Neukloster (40 bis 50 Personen) und Wohnungen sollen nicht voll belegt werden, um soziale Konflikte zu vermeiden und die Integration im Stadtteil zu erleichtern, „bei der uns die Ehrenamtlichen durch Patenschaften großartig unterstützen“.
Der nächste Container hängt am Haken. Foto Vasel
Im August brannte die Unterkunft lichterloh. Foto Vasel