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Flüsterasphalt auf der B 73

Annekatrin Mensching von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen und Waldbesitzer Benedikt von Düring planen einen Ruheforst am Thekla-von-Düring-Weg in Nottensdorf. Foto: TAGEBLATT-Archiv/Vasel

Annekatrin Mensching von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen und Waldbesitzer Benedikt von Düring planen einen Ruheforst am Thekla-von-Düring-Weg in Nottensdorf. Foto: TAGEBLATT-Archiv/Vasel

6000 Euro hat die Samtgemeinde Horneburg für die Erstellung des 24 Seiten starken „Lärmaktionsplans“ ausgegeben und damit eine Vorgabe von Land, Bund und EU zur Umsetzung der Umgebungslärmrichtlinie erfüllt.

Von Björn Vasel Freitag, 30.08.2019, 18:30 Uhr

Aus Kostengründen hatte die Samtgemeinde vom Büro Lärmkontor den Entwurf des Lärmaktionsplanes für alle Mitgliedsgemeinden erstellen lassen. „Ansonsten hätte der Plan fünf Mal so viel gekostet“, sagte Bauamtsleiter Roger Courtault am Donnerstagabend im Ratssaal bei der Sitzung des Ausschusses für Bauen und Umwelt.

Das Dilemma: Weder Bahn noch die Straßenlastträger (Bund und Land) müssen sich an die Empfehlungen von Lärmaktionsplänen halten. „Diese sind ein Formalismus, dem mussten wir uns leider beugen“, unterstrich Courtault.

Die Fachleute raten, bei Sanierungsmaßnahmen auf der Bundesstraße 73 in den Ortsdurchfahrten Horneburg, Dollern und Agathenburg in Zukunft lärmmindernden (Flüster-) Asphalt einzubauen. Des Weiteren wird vorgeschlagen, die zulässige Höchstgeschwindigkeit abzusenken – beispielsweise von 100 km/h auf 70 km/h in Nottensdorf, wie es diese Woche auch der örtliche Rat im Bereich Fischerhof/B 73 vorgeschlagen hat. In fünf Jahren muss der Plan – letztlich ein zahnloser Tiger – überarbeitet werden. Nichtsdestotrotz, war sich die Politik einig, könnten die betroffenen Kommunen jetzt Lärmbelastungen schwarz auf weiß belegen. Damit gebe es Argumentationshilfen für Bürger.

Die Karte zeigt den Straßenlärm in der Samtgemeinde Horneburg – von 58 db(A) in Orange bis plus 75 db(A) in Blau. Karte: LGLN / Niedersächsisches Ministerium für Umwelt

Zustimmend hat die Politik auch die Pläne der Waldbesitzer Benedikt und Amelie von Düring zur Kenntnis genommen, in ihrem 15 Hektar großen Waldstück am Thekla-von-Düring-Weg in Nottensdorf einen Ruheforst zu schaffen. Waldbestattungen sollen helfen, den bis zu 140 Jahre alten Buchenhain naturnah zu erhalten. Ansonsten müssten jetzt aufgrund der Wirtschaftlichkeit viele Bäume gefällt werden. Der Wald würde als Friedhof für 99 Jahre unter Schutz gestellt und ohne schwere Maschinen gepflegt werden. Unter den Wipfeln von Buchen, Eichen und Ahornen (im ersten Abschnitt) würde die Asche der Verstorbenen in biologisch abbaubaren Urnen – 80 Bäume stehen auf einem Hektar, bis zu zwölf Urnen würden im Kreis um einen Baum beigesetzt – nach fünf Jahren in den Stoffkreislauf der Bäume übergehen. Wege und ein Andachtsplatz mit Kreuz würden entstehen. Die Familie von Düring würde den Ruheforst betreiben, die Samtgemeinde – jetzt stehen vertragliche Regelungen an – den Friedhof widmen. Die AG Friedhof hatte die Pläne bereits im Vorfeld der Sitzung begrüßt. Mit etwa 50 Bestattungen wird jährlich gerechnet. Zuerst soll der drei Hektar große Laub-Mischwald „im Westen genutzt werden, der Bereich mit den Fichten wird zum Laubwald umgebaut.

Die Samtgemeinde wird nicht – wie von den Grünen gefordert – den Klimanotstand ausrufen.

Die Mehrheit stieß sich am Begriff Notstand. Trotzdem konnten die Grünen erreichen, dass sich die Politik darauf verständigte, die befristete Stelle der Klimaschutzbeauftragten mit der Samtgemeinde Lühe und der Gemeinde Jork nach Ende der Förderung „fortzuführen“. Diese soll bei klimarelevanten Entscheidungen gehört werden und jedes Jahr einen Klimabericht vorlegen.

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