Flughafen jetzt offiziell mit Zusatz "Helmut Schmidt"
Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) und Michael Eggenschwiler (rechts), Vorsitzender der Geschäftsführung am Hamburg Airport, stehen im Terminal 2 des Flughafens zwischen zwei Bildern, die den verstorbenen Altkanzler Helmut Schm
Er war mal wieder eine Nummer größer als alle Anwesenden: Als der Hamburger Flughafen gestern Nachmittag den Namenszusatz „Helmut Schmidt“ erhielt, rahmten zwei überlebensgroße Schwarz-Weiß-Porträts des ehemaligen Bundeskanzlers die feierliche Szenerie ein.
Von Markus Lorenz
Helmut Schmidt einmal mit Prinz-Heinrich-Mütze in reifen Mannesjahren, einmal als junger, schnittiger Politaufsteiger der Nachkriegszeit. Die Aufnahmen gehören zu einer ebenfalls gestern eröffneten Ausstellung des Lebenswerks des Politikers und seiner Frau Loki.
Der Beginn des Festakts fiel exakt auf die Todesminute des Hamburger Ehrenbürgers. Schmidt war am 10. November 2015 um 14.30 Uhr im Alter von 96 Jahren in seinem Eigenheim im Stadtteil Langenhorn gestorben. Entgegen sonstiger Gepflogenheiten hatte die Bürgerschaft schon wenig später die Ehrung durch einen Namenszusatz für den Airport beschlossen. Tochter Susanne Schmidt-Kennedy war zur Zeremonie aus England angereist und strahlte: „Ich sind sehr froh über diese Ehre.“
Flughafenchef Michael Eggenschwiler würdigte Helmut Schmidt als guten Nachbarn, der dem Airport zeitlebens eng verbunden gewesen sei. Der frühere Bundeskanzler und Ehren-Aufsichtsratsvorsitzende der Flughafengesellschaft wohnte in Langenhorn nur drei Kilometer Luftlinie von den Startbahnen entfernt. Früh habe der Sozialdemokrat, so Eggenschwiler, die Chancen der Luftfahrt erkannt und als junger Beamter in der Wirtschaftsbehörde die Weichen für die Ansiedlung der Lufthansa-Werft gestellt.
Offiziell lautet der Name des fünftgrößten deutschen Flughafens ab sofort „Hamburg Airport – Helmut Schmidt“. Bürgermeister Olaf Scholz (SPD): „Wie ein guter Freund wird sein Namenszug uns Reisende nun fortan verabschieden und begrüßen.“ Tatsächlich ist die Verneigung vor dem Staatsmann in Fuhlsbüttel unübersehbar. Zum Vorfeld hin prangt neben dem Airport-Logo ein 8,65 Meter breiter Schriftzug „Helmut Schmidt“. Bei der Anfahrt passieren Besucher überdimensionale Willkommen-Schilder mit einem Porträt des Hanseaten. Als besonderes Angebot für Helmut-Fans steht in Terminal 1 für zwei Wochen zudem eine Fotobox, in der sich Besucher wie im Büro des früheren Kanzlers fühlen und kostenlos Erinnerungsbilder machen können.
Hätte der so Geehrte die Umbenennung noch erlebt, er wäre wohl zufrieden gewesen, vermutete Schmidt-Biograf Thomas Karlauf augenzwinkernd: „Das hätte Schmidt milde gestimmt, weil er verkehrstechnisch mit Franz Josef Straße gleichzieht und zweitens noch vor Willy Brandt landet, der sich in Berlin wohl noch gedulden muss.“