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Pumpwerk und Druckleitung werden erneuert

Fredenbecks Abwasser kann wieder frei fließen

Bei Starkregen kommt in der Fredenbecker Wiesenstraße Alarmstimmung auf. Überquellende Gullys und scheinbar verstopfte Toiletten sollen aber bald der Vergangenheit angehören. Mit einer neuen Druckleitung wird Entlastung geschaffen - beim Bau wird sogar die K-1-Sanierung genutzt.

Dienstag, 19.11.2019, 18:00 Uhr

Detlef Ludwig, technischer Leiter bei EWE Wasser in Fredenbeck, steht vor einem großen Haufen grüner Rohre, die in den nächsten Wochen auf 1,8 Kilomentern Länge verlegt werden sollen. 580 000 Euro wird die neue Druckleitung kosten. Gestartet wird an der Kläranlage. Die Strecke geht die Wiesenstraße hinunter, biegt in Richtung Wiesengrund und Am Friedhof ab. Hier werden die Rohre mit Spezialmaschinen unterirdisch verlegt. Mit Hilfe der Horizontalbohrung können größere Verkehrsbeeinträchtigungen vermieden werden. Nur in regelmäßigen Abständen wird angegraben.

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An der Hauptstraße angekommen, wird die derzeit laufende Straßensanierung in diesem Bereich genutzt. Weil die Kreisstraße (K 1) ohnehin bis in ausreichende Tiefe ausgebaggert wird, kann die Druckleitung hier bis zum Mühlenbach mit eingegraben werden. Im Bereich des Mühlenbachs wird ein 3,50 Meter tiefer Schacht mit zwei leistungsfähigen Pumpen entstehen. Die Kosten von knapp 600 000 Euro beinhalten auch dieses Pumpwerk. 

„Im Moment gehen drei Viertel der Entwässerung Fredenbecks durch ein Rohr in der Wiesenstraße“, erläutert Detlef Ludwig. Die Leitung wurde in den 1970er Jahren gebaut, ergänzt Fredenbecks Samtgemeindebürgermeister Ralf Handelsmann. Die Kapazitäten sind nicht mehr ausreichend. Das führte schon häufiger zu Problemen bei Anwohnern in den Straßen, die am Ende des Rohrleitungssystems, nahe des Klärwerks liegen. Die Engpässe sollen durch die neue Leitung vermieden werden. Notwendig wurde die Umleitung und Sanierung aber auch, weil nicht weit von dem zu erstellenden Pumpwerk am Mühlenbach ein neues Regenrückhaltebecken ist. Eine bisherige Leitung wird durch dieses Becken gestört. Ohnehin gab es bei Spülarbeiten der alten Leitung immer Probleme, weil diese nicht nur entlang von Straßen führt, sondern  teilweise hinter Gärten entlang und durch Grünflächen. So konnten Spülfahrzeuge oft nicht nah genug heranfahren. 

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Die neuen Kunststoffrohre haben einen Innendurchmesser von 180 Millimetern. Für die wachsende Kommune werden sie auch die notwendigen Kapazitäten angesichts neuer Baugebiete schaffen. In Fredenbeck wird an Holzfeld, Dinghorner Straße und im südlichen Bereich des Neulandwegs geplant, beziehungsweise gebaut. Aber auch das Abwasser aus den umliegenden Gemeinden und Ortschaften Deinste, Helmste, Schwinge, Wedel, Kutenholz, Essel und Mulsum fließt in die Anlage, die sich am Ortsausgang von Fredenbeck in Richtung Schwinge befindet. Bei Besichtigungen können die Becken unter die Lupe genommen werden. Am Ende kommt klares Wasser heraus, das in den Mühlenbach abgeleitet wird. „Ganz Mutige nehmen einen Schluck von diesem Wasser“, sagt Detlef Ludwig. Gesundheitliche Einschränkungen sind keine zu erwarten, es ist eher eine Kopfsache. Der bei den Prozessen anfallende Klärschlamm wird gesammelt und zur Verbrennung weggefahren. 

Gut 33 Kilometer Schmutzwasserkanal führen das Abwasser zum Klärwerk nach Fredenbeck, unsichtbar für die Bürger. Nur bei Baumaßnahmen und Störungen wird das Rohrnetz wahrgenommen. In diesen Tagen verteilt die mit den Rohrverlegungsarbeiten beauftragte Firma Hoth Zettel an die Anwohner der jeweils betroffenen Straßen. Darauf finden sich Telefonnummern für Notfälle und Infos zu eventuellen Verkehrsbehinderungen an Auffahrten. 

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