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Freimaurer in Stade öffnen die Tür

Freimaurer Gerd Carlson gewährt Einblicke in den Versammlungsraum, der Tempel genannt wird. Foto Stief

Freimaurer Gerd Carlson gewährt Einblicke in den Versammlungsraum, der Tempel genannt wird. Foto Stief

Die Stader Freimaurerloge Friederike zur Unsterblichkeit öffnet am Sonntag, 9. September, ihr Logenhaus. Von 10 bis 17 Uhr haben Interessierte die Möglichkeit, sich die Versammlungsräume, die Bibliothek und das gesamte Innenleben des Hauses in der Freiburgerstraße 1 anzuschauen.

Von Wilfried Stief Donnerstag, 06.09.2018, 08:00 Uhr

„Wir machen die Tür auf und lassen uns befragen“, erklärt Freimaurer und Pastor Matthias Schlicht, wie der Sonntag vonstatten gehen soll. Jeder Raum, jeder Gegenstand könne in Augenschein genommen werden. „Hier ist nichts Geheimnisvolles“, so Schlicht.

Bereits im letzten Jahr hatten die Stader Freimaurer einen Informationsabend organisiert und 200 Gäste in der Seminarturnhalle willkommen geheißen. Mit Vorträgen und im persönlichen Gespräch machten die Freimaurer auf ihre Geschichte und ihre Gegenwart aufmerksam. Seither gibt es Gäste- und Vortragsabende.

Früher gehörten die Freimaurer ebenso zum kulturellen und sozialen Leben wie die Brüderschaften, erläutert Matthias Schlicht. Der erste Ehrenbürger der Stadt, Gottlieb Wilhelm Freudentheil, war Politiker, Advokat und eben ab 1818 Freimaurer. Der Toleranz und der Humanität verpflichtet, beschäftigen sie sich als eine Gemeinschaft von frei denkenden Männern mit vielen Themen der Zeit und des Alltags. Die Logen sind Übungsstätten, Zentren geistiger Arbeit und Orte ernster Besinnung.

Einen Bruch in der Stader Loge – und nicht nur in der – gab es in der Zeit des Nationalsozialismus. Die Nazis verboten das Freimaurertum, das schon immer mit der Menschlichkeit, der Brüderlichkeit und der Toleranz zu tun hatte.

Was zum Geheimnisvollen der Freimaurerloge beiträgt, sind die ungewöhnlichen Begriffe, die schon immer verwendet wurden und auch heute noch werden. Was bei anderen der Präsident ist, ist bei den Freimaurern der Meister vom Stuhl. Zu Versammlungen treffen sich die Männer im Tempel, was ungewöhnlich wirkt, aber aus der allgemeinen Geschichte heraus zu erklären ist. Früher trafen sich Menschen in den Kirchen, die damals nicht bestuhlt waren, wenn sie etwas zu besprechen oder zu verhandeln hatten.

Wer mehr über die Stader Loge erfahren möchte, ist Sonntag von 10 bis 17 Uhr willkommen, sagt Matthias Schlicht.

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