Gast aus Senegal wundert sich über den Regen
Rosi und Gerhard Dodenhoff mit ihrem Gast Jean Paul Sarr aus Nianing im Senegal. Foto Eidtmann
„Er ist ein ganz lieber“, sagt Rosi Dodenhoff und nimmt Jean Paul Sarr in den Arm. Der 37-jährige Senegalese genießt Familienanschluss bei den Dodenhoffs in Hammah. Seit 2008 ist er offizieller Helfer des Vereins Kinderhilfe Senegal Hammah.
Jetzt weilt der Afrikaner für vier Wochen in dem Land, aus dem so viel Hilfe für seine Heimatregion kommt. Es ist der zweite Aufenthalt für den Junggesellen, der gut Deutsch spricht. Er hatte in Dakar Germanistik studiert und eigentlich Deutschlehrer werden wollen. Dann verschlug es ihn kurz in die Touristikbranche, aber das Hotel, für das er als Reiseführer arbeitete, wurde geschlossen. Für den Verein Kinderhilfe und Jean Paul Sarr ist die Zusammenarbeit ein Glücksfall. Er hat eine Einnahmequelle neben seiner Tätigkeit als Gemüseproduzent und -händler und der Verein einen zuverlässigen Partner vor Ort.
„Paul schließt die Projekte ab, die wir aufnehmen, wenn wir ins Land reisen“, erklärt Vorsitzender Gerhard Dodenhoff. Der Verein erteilt den Firmen die Aufträge, wenn es wie zuletzt um Brunnen, neue Sanitäranlagen oder die Sanierung von Klassenräumen geht. Aber Sarr begleitet die Arbeiten bis zum Ende, schickt Berichte und Fotos und zahlt die Rechnungen.
Einen Wunsch zum Besuchsprogramm in seinem Deutschland-Urlaub hatte er nicht. „Ich lasse mich überraschen“, sagt der Senegalese, der noch zu mehreren Vereinsmitgliedern „herum gereicht“ wird, damit er unterschiedliche Familien und Landstriche erlebt. So ist er 55 Kilometer mit der Dienstaggruppe von Gerhard Dodenhoff mitgeradelt, war bereits bei einem Trip nach Dänemark dabei, wird noch den Cuxhavener Raum erleben und auch über die Reeperbahn bummeln.
Überrascht ist er über den vielen Regen in Deutschland. Damit hatte er nicht gerechnet. Dafür hat bei ihm zu Hause die Regenzeit noch nicht begonnen. Auch das ist etwas unüblich.