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Gastwirte wollen Fleth vermarkten

Einige Mitstreiter der Fleth-Viertel-Truppe : Tim Franz (Irish Pub), Bernd Meinschien (Tesch), Jens Gehrmann (Bierbaum), Matthias Schönfeld (Hooks), Jan Sauerwein (Bebop), Christoph Hoddow (Hoddow‘s Gastwerk), Hoai Do Ta (Asia-Euro-Bistro),

Einige Mitstreiter der Fleth-Viertel-Truppe : Tim Franz (Irish Pub), Bernd Meinschien (Tesch), Jens Gehrmann (Bierbaum), Matthias Schönfeld (Hooks), Jan Sauerwein (Bebop), Christoph Hoddow (Hoddow‘s Gastwerk), Hoai Do Ta (Asia-Euro-Bistro),

Die Gastronomie ist das Zugpferd am Fleth, und das Fleth könnte das Zugpferd der Stadt Buxtehude sein, finden 15 dort ansässige Gastronomen. Sie schätzen, dass sie zusammen 250.000 Besucher im Jahr bewirten. Aber sie sehen noch viel Luft nach oben.

Von Anping Richter Freitag, 12.07.2019, 07:00 Uhr

„Wir könnten das Fleth-Viertel als starke Marke etablieren“, sagt Matthias Schönfeld vom „Hooks“, der sich mit anderen Gastronomen jetzt zur Fleth-Viertel-Truppe zusammengetan hat. Sie sehen das Fleth als absolutes Schmuckstück und potenziellen Magneten in der Buxtehuder Alstadt – aber sie finden, dass die Stadt dieses Potenzial nicht wirklich erkennt und es vernachlässigt, sowohl in der Pflege als auch in der Stadtplanung und im Marketing.

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Die Gastronomen – mit dabei sind das Bierbaum, das Café Pompom, das Café Süße Sünde, das Restaurant Athena, das Eiscafé Sole Mio, Hoddows‘s Gastwerk, das Bebop, die Rösterei am Fleth, das Tesch, das Asia-Euro-Bistro, das Eat more Cake, Das Ristorante Don Antonio, The Rebel‘s Choice und das Eiscafé Piazza San Marco – wünschen sich zum einen ganz konkrete, kleine Verbesserungen: So bietet ein Hinweisschild an der Fischer-Brücke historische Hintergründe, ist aber verblasst, verschmutzt und kaum noch lesbar. Ein QR-Code in der Ecke unten links hätte Sinn, wenn er nicht schon beim Anbringen von einer dicken Schaube durchbohrt worden wäre. Das ursprünglich weiße Geländer ist grün verspakt, die Fugen der Backsteinspundwände sind von Pflanzen und sogar kleinen Bäumen bewachsen, die dem Mauerwerk schaden dürften. Die Bäume, im Winter voller Lämpchen, dürften gerne auch in Sommernächten beleuchtet sein. „Stattdessen prokelt jeder vor sich hin“, sagt Tim Franz vom Rebel‘s Choice.

Letzteres ist ein Irish Pub und nicht das einzige internationale Angebot: Die Gastronomen weisen darauf hin, dass sie mit italienischem, deutschem oder asiatischem Essen, mit Cafés, Kneipen und Restaurants unterschiedlichen Zuschnitts und Angebots eine große Vielfalt bieten.

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Fortunato da Silva, der lange in Lüneburg gelebt hat und jetzt die Eisdiele „Sole Mio“ in der Bitter-Passage betreibt, verweist auf das dortige Wasserviertel rund um den Stintmarkt und die trubelige Schröderstraße, wo dicht an dicht Cafés, Restaurants und Kneipen locken. „Wir sind keine Konkurrenten, das befruchtet sich gegenseitig“, sagt Matthias Schönfeld. Laut Tim Franz würde das auch für den Weihnachtsmarkt zutreffen. So, wie er jetzt stattfinde, mache er, ebenso wie Altstadtfest und Hanse ahoi, den Gastronomen am Fleth das Leben schwer, weil sie Aufmerksamkeit vom Fleth abziehen. Er würde sich wünschen, dass die großen Feste auch am Fleth stattfinden: „Wir wollen woanders nichts abschaffen, sondern ein zusätzliches Angebot machen.“

Ein wichtiger Punkt ist für alle Gastronomen der Verkehr. Die Frage, warum am Fleth immer noch Autos fahren, werde ihnen immer wieder gestellt. Sie selbst verstehen es nicht und würden sich wünschen, die 13 verbliebenen Parkbuchten zu streichen und stattdessen mehr Platz für Außengastronomie zu schaffen – und für Fahrradständer, von denen es im Fleth-Viertel viel zu wenige gebe. Sie könnten sich Regelungen vorstellen, die dies ermöglichen. Denkbar wäre eine Öffnung nur bis zum Hasenmoor, dort fahren viele Lieferanten schon jetzt Tim Franz‘ Irish Pub an – und versorgen auch andere Betriebe von dort aus, um am Fleth nicht im Weg zu stehen. Auch eine Öffnung der Kirchenstraße als Einbahnstraße mit Rückweg zum Fleth über die Fischerstraße wäre denkbar.

Noch haben die Gastronomen das Gespräch mit der Stadt nicht gesucht. Das wollen sie nun aber tun. Sie arbeiten außerdem an einem Flyer und einer Facebook-seite, um sich gemeinsam besser darzustellen, und planen gemeinsame Aktivitäten – beispielsweise zu Halloween oder Silvester.

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