Gemälde von Britta Brüning in der Sparkasse Stade-Altes Land
Die Malerin Britta Brüning vor ihrem Lieblingswerk, einem der fünf ausgestellten Bilder. Foto Felsch
Diese Bilder verlangen Abstand – räumlich gesehen. Denn zu viel Nähe würde es den Betrachtern erschweren, die Werke von Britta Brüning, die seit Mittwoch in der Sparkasse Stade-Altes Land unter dem unaufgeregten Titel „5_Arbeiten“ ausgestellt sind, überhaupt zu erfassen.
Der Besucher muss schon ein paar Meter zurücktreten, um die zwei Meter breiten und 140 Zentimeter hohen zweiteiligen Leinwände als Kunstwerke zu sehen, denn auf den ersten Blick könnte es sich auch um ein Stück bemalte Tapete handeln.
Auf den zweiten Blick sind gewischte Farben erkennbar. Sie wurden mit simplen Haushaltsschwämmen auf die mit Stoff bezogenen Rahmen gebracht, wie der Stader Künstler Matthias Weber in seiner Einführung verriet.
Die in Steinkirchen lebende Künstlerin und Atelierbesitzerin Britta Brüning habe sich damit beschäftigt, wie weit die Oberfläche zu reduzieren sei, um den Blick zu öffnen für das, was dahinter liege, erläuterte Weber.
Die oft geäußerte Frage „Was will der Künstler uns mit seiner Kunst sagen?“ spricht auch Sparkassen-Vorstandsvorsitzender Wolfgang Schult bei der Vernissage an. Weber dagegen stellt sie sich nicht: Anders herum mache es Sinn. Das Bild rege den Betrachter an, sich Gedanken zu machen, was er entdecke. „Die moderne Malerei ist nur noch denkbar, durch die Fragen, die wir stellen“, meint Weber, der seine Künstlerkollegin als fleißigen und experimentierfreudigen Menschen beschreibt: „Sie haben Glück gehabt, es gibt Bilder von ihr, da sieht man noch weniger.“
Obwohl das kaum vorstellbar ist. Zumindest sollte die Brille beim Besuch der Ausstellung nicht vergessen werden. Dann sind die fünf Werke – Acryl und Pigmente auf Nessel – durchaus interessant, genauso wie der gezeigte Film, der dazugehört und in seiner Reduziertheit einen Einstieg in eine Welt bietet, die sich erst nachgeordnet erschließt.
Die Werke tragen lediglich das Datum, an dem sie fertiggestellt wurden. Titel hat die 44-jährige Künstlerin bewusst weggelassen, „um die Interpretation nicht zu beeinflussen.“ Sie will Effekthascherei vermeiden, eine Hommage an die Leere schaffen, die ihrer Meinung nach alles andere als blutleer ist.
Die Ausstellung „5_Arbeiten“ ist noch bis Donnerstag, 2. Juni, im Obergeschoss der Hauptgeschäftsstelle Jork der Sparkasse Stade-Altes-Land in Westerjork 10 zu sehen.