Polizei setzt nach Hamburger Demo Wasserwerfer ein
In Seitenstraßen mussten die Einsatzkräfte für Ordnung sorgen. Foto: Marcus Brandt/dpa
Katz-und-Maus-Spiel in Hamburg nach dem Ende der Demonstration: Die Polizisten müssen hin und her laufen, um Schlimmeres zu verhindern. Sie werden mit Böllern beworfen und antworten mit Wasser.
Hamburg. Brennende Barrikaden, Pfefferspray-Einsatz und Wasserwerfer als Feuerlöscher: Bei der Hamburger Demonstration unter dem Motto „Gegen Wehrpflicht - Gen Z regelt!“ hatten die Einsatzkräfte der Polizei am Ende alle Hände voll zu tun. Nach einem weitgehend störungsfreien Verlauf am Nachmittag war die Lage auf dem Steindamm in der Nähe des Hauptbahnhofes schließlich teils aus dem Ruder geraten.
Brennende Straßenabsperrungen in der Nähe des Hauptbahnhofs
So hatten gegen Ende der Demonstration schwarz gekleidete und teils vermummte Menschen mehrfach Pyrotechnik gezündet sowie Baustellenabsperrungen aus ihren Verankerungen gerissen und in Brand gesteckt. Teils waren die Einsatzkräfte auch mit Pyrotechnik und Baustellenmaterial beworfen worden. Die Polizei schritt ein, trieb die Menge wieder auseinander und setzte teils auch Pfefferspray gegen die Demonstrierenden ein. Das Feuer wurde schließlich mithilfe eines Wasserwerfers gelöscht. Im Anschluss wurde die Kundgebung durch die Polizei offiziell beendet.
Doch damit war der Einsatz für die Polizei noch nicht beendet. Sie war weiter damit beschäftigt, brennende Mülltonnen und Barrikaden mit dem Wasserwerfer zu löschen und in einigen Seitenstraßen die sich zuspitzende Lage durch ihre Präsenz wieder zu entspannen. Dabei hatte die Polizei auch eine Drohne in der Luft. „Wir sind immer noch im Viertel unterwegs, weil noch Kleingruppen unterwegs sind und versuchen, Kleinmaterial auf die Straße zu werfen und zu entzünden. Und das unterbinden wir“, sagte ein Polizeisprecher.
Polizei: Rund 6.700 Menschen bei Demonstration dabei
Zu der gegen 14.00 Uhr gestarteten Demonstration in Hamburg waren mehrere Tausend Menschen gekommen. Der Polizei zufolge hatten in der Spitze rund 6.700 Menschen gemeinsam demonstriert. Eine Sprecherin des Organisationsteams ging von rund 6.000 bis 7.000 Demonstrantinnen und Demonstranten aus.

Nach dem Aufruf der Gruppe „Gen Z regelt“ hat es auch in Hamburg eine Demo gegeben. Laut Veranstaltern sind rund 6.000 bis 7.000 Menschen gekommen. Foto: Marcus Brandt/dpa
Dem Aufruf seien viele unterschiedliche Gruppen gefolgt. Das sei auch ein Zeichen der Stärke, sagte die Sprecherin. Während der Demonstration gab es verschiedene Sprechchöre, darunter „Hoch die internationale Solidarität“ und „Die Reichen wollen Krieg, die Jugend eine Zukunft“.
Die Polizei hatte sich angesichts bundesweit angekündigter Jugendproteste auf einen Großeinsatz eingerichtet. Es waren Drohnen im Einsatz, Wasserwerfer standen bereit. Friedliche Demonstrationen hätten ihren Platz, sagte ein Polizeisprecher dazu im Vorfeld. „Wer hingegen Ärger macht oder Straftaten begeht, muss mit einem konsequenten Einschreiten rechnen.“ Dies gelte gleichermaßen für Halloween-Feiern.
Einzelhändler hatten Schaufenster mit Holzplatten geschützt
Viele Einzelhändler in der Luxus-Einkaufsstraße Neuer Wall hatten sich bereits am Freitag auf die Demonstration vorbereitet und nach den Ausschreitungen bei den Jugendprotesten in Frankreich vorsorglich ihre Schaufenster mit Holzplatten verbarrikadiert. Wegen des Reformationstages, der in Hamburg Feiertag ist, blieben die Läden am Samstag geschlossen.

Die jungen Leute sind unzufrieden und haben Angst vor der Zukunft. Foto: Marcus Brandt/dpa
Die „Gen Z regelt“-Initiative hat in ganz Deutschland zu Aktionen aufgerufen. Demonstriert werden sollte für mehr Geld für das Schulsystem, konsequenten Klimaschutz, Maßnahmen gegen steigende Lebenshaltungskosten und gegen eine Einführung der Wehrpflicht.
Plünderungen und Gewalt überschatten Gen-Z-Demonstrationen
Sorge vor Randale: Hamburger Luxusläden verbarrikadiert

Die Polizei hatte am Steindamm alle Hände voll zu tun. Foto: Marcus Brandt/dpa

Die Polizei ist wegen der Demonstration im Großeinsatz. Auch Wasserwerfer standen bereit. Foto: Marcus Brandt/dpa

In Hamburg sind viele junge Leute auf die Straße gegangen, um ihren Unmut auszudrücken. Foto: Marcus Brandt/dpa