Genossenschaft Raiffeisen Weser-Elbe hat kräftig investiert
Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2018/2019 ist der Umsatz an Kraftfutter für Rinder deutlich gestiegen. Am Futtertisch: Genossenschafts- Mitarbeiter Veit Zastrow.
Die Genossenschaft Raiffeisen Weser-Elbe hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2018/2019 kräftig investiert. Auch der Umsatz konnte um rund 19 Prozent gesteigert werden.
Beteiligt hat sich die Genossenschaft am Genossenschafts-Kraftfutterwerk der Agravis (GKW) mit Werken in Bremerhaven und Braunschweig. Mit dieser Beteiligung hat sich die Waren- und Absatzgenossenschaft mit Hauptsitz in Bederkesa und vielen Mitgliedern und Kunden im Stader Nordkreis breiter aufgestellt. Die GKW betreibt in Bremerhaven ein Werk, in dem ausschließlich Kraftfutter für Rinder hergestellt wird. 180.000 Tonnen werden hier pro Jahr produziert.
100.000 Tonnen davon werden allein über die Raiffeisen Weser-Elbe vermarktet. Deshalb ist die Genossenschaft nach der Agravis, die wiederum überwiegend von Genossenschaften getragen wird, der größte Anteilseigner mit 23 Prozent. In dem Werk in Braunschweig werden 150.000 Tonnen Kraftfutter für Rinder, Schweine und Geflügel produziert. Im Sommer 2019 wurden die Gesellschaftsverträge unterzeichnet.
Raiffeisenmarkt in Lamstedt nach Renovierung wiedereröffnet
Doch damit nicht genug: Die Raiffeisen Weser-Elbe hat eine Lagerhalle im Gewerbegebiet Debstedt in Autobahnnähe gekauft. 6000 Quadratmeter sind an die Metro vermietet, 2000 Quadratmeter wollen die Genossen als Stückgutlager selber nutzen. Ende des Jahres soll die Halle soweit hergerichtet sein und genutzt werden, berichtet der hauptamtliche Vorstand der Genossenschaft, Dr. Hauke Bronsema.
Spürbar für die Endkunden der Genossenschaft waren die Neueröffnung des Raiffeisenmarktes nach Renovierung und Umbau in Lamstedt und die neue Autowaschanlage dort. Und ganz in der Nähe wurde in Osten direkt an der B 496 eine neue Raiffeisen-Tankstelle eröffnet. Allerdings gab es auch Marktschließungen. In Drochtersen war der Mietvertrag ausgelaufen und vom Vermieter nicht verlängert worden, und in Spaden bei Bremerhaven wurde der Markt wieder geschlossen, weil die Umsätze nicht stimmten. Gebäude und Grundstück konnten an einen benachbarten Autohändler verkauft werden.
Die Raiffeisen Weser-Elbe unterstützt die Anlage von Blühwiese – auf dem Foto ist Außendienstmitarbeiter Hinnerk Witte zu sehen.
Umsatz um 13 Millionen Euro gesteigert
Durch die Übernahme des Warengeschäftes der Spar- und Darlehenskasse Börde Lamstedt-Hechthausen im vorvergangenen Geschäftsjahr konnte der Umsatz um rund 13 Millionen Euro gesteigert werden. Hinzu kommt ein Umsatzplus von rund zehn Millionen, das vor allem im Agrargeschäft und im Baustoffhandel, bei dem die Genossen außerordentlich stark sind, erzielt wurde.
Von 118 stieg der Gesamtumsatz um 19 Prozent auf 141 Millionen Euro. Im Agrarbereich wurde wegen der Trockenheit und des Futterbedarfs vor allem der Kraftfutterabsatz massiv erhöht. Insgesamt macht die Raiffeisen Weser-Elbe eG mit dem Agrarsektor einen Umsatz von 56 Prozent. Sie ist an 17 Standorten vertreten und beschäftigt 265 Mitarbeiter.
Coronavirus sorgt für Verunsicherung
Mit Blick auf die Weltwirtschaft sieht Bronsema vermehrt Faktoren, die für Verunsicherung sorgen. Besonders der Handelskonflikt China/USA, aber auch der Brexit und das Coronavirus seien hier wesentliche Faktoren. Diese Nervositäten an den Weltmärkten beträfen auch die Landwirtschaft. Die Erlöse der Bauern seien zwar einigermaßen stabil, so Bronsema weiter, aber die Kosten stiegen unverhältnismäßig höher an als die Erlöse.
Gleichwohl blickte der Genossenschafts-Chef optimistisch in die Zukunft und erwartet Stabilität in allen Geschäftsbereichen. Bei einem zufriedenstellenden Jahresergebnis kann an die 1187 Mitglieder eine Dividende von vier Prozent auf die Geschäftsanteile ausgezahlt werden. Und dabei blieb auch genügend Erlös übrig, um Projekte und Aktionen zu unterstützen. Dazu zählen etwa die Anlage von Blühflächen oder die Unterstützung von Schulkindern beim Erlernen von Grundfertigkeiten im Gemüseanbau.