Krankheit

Kommt die Blauzungenkrankheit in den Kreis Stade?

Moorschnucken sind selten geworden. Der letzte Blauzungenvirus hat auch ihren Bestand angegriffen.

Moorschnucken sind selten geworden. Der letzte Blauzungenvirus hat auch ihren Bestand angegriffen. Foto: Veigel_Milerski

Noch hält sie sich in den Sperrbezirken auf, doch sie rückt näher. Was Nutztierhalter jetzt beachten müssen.

Von Redaktion 27.07.2026, 05:50 Uhr

Landkreis. „Leider ist diese brutale Krankheit wieder auf dem Vormarsch. Da gibt es nur ein probates Mittel, nämlich impfen. Vorsorglich, so schnell wie möglich. Nur das schützt die Tiere vor schweren Verläufen. Ist die Mücke erst da, ist es oft zu spät“, sagt Wolfgang M. Schüßler, der Sprecher der GEH-Regionalgruppe im Elbe-Weser-Dreieck. Die Gruppe kümmert sich um die Erhaltung gefährdeter und vom Aussterben bedrohter Haustierrassen.

Bestand gefährdeter Nutztiere durch Impfen schützen

Der Seuchenausbruch in 2025 hatte Landwirten aber auch Züchtern im Landkreis Stade zugesetzt und Lücken in die Bestände gerissen. Bei den oft nur noch geringen Bestandszahlen, die alte Nutztierrassen aufweisen, wären weitere Blauzungenausbrüche fatal, stellt Schüßler fest. Er nannte in diesem Zusammenhang als besonders gefährdete Tiere das Angler Rind, das Deutsche Shorthorn, das Rote Höhenvieh oder im Bereich der Schafe das Bentheimer Landschaf, die Moorschnucke oder das Ostfriesische Milchschaf.

Die GEH-Regionalgruppe fordert deshalb Halter von alten und gefährdeten Nutztierrassen auf, die Impfungen gegen die Serotypen 3 und 8 vornehmen zu lassen. Die Aufforderung geht auch an die Hobby- und Kleinhalter. „Sofort reagieren bei Anzeichen von Fieber, Lahmen und Apathie. Und den Ausbruch dem Veterinäramt melden“, sagt Schüßler.

Nicht vom Winde verweht, sondern getragen

Die steifen Brisen, die derzeit auch über den Landkreis Stade pfeifen, betrachtet Schüßler im Augenblick doppelt skeptisch, denn vom Wind getragen, können die Gnitzen den Radius für ihre Beutezüge in Windeseile erweitern. Sie haben es hauptsächlich auf Schafe und Rinder abgesehen, aber auch Ziegen und anderen Wiederkäuern kann der BTV-Virus schaden. Dem Menschen kann die Mücke nichts anhaben.

Am 17. Juli erfolgte der erste Nachweis von BTV-8 in Niedersachsen in einer Rinderhaltung im Landkreis Göttingen. Aktuell liegen bereits weitere angrenzende Landkreise innerhalb der 150-Kilometer-Handelsrestriktionszone. (iha)

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