Fast eine halbe Milliarde Euro für die Moore in der Region
Niedersachsen ist das Bundesland mit den meisten Mooren in Deutschland. (Archivbild) Foto: Sina Schuldt/dpa
Schilfanbau oder Photovoltaik statt Torfabbau: Auf wiedervernässten Mooren in den Stader Nachbarkreisen soll klimaschonendes Wirtschaften attraktiver werden.
Hannover. Mit fast einer halben Milliarde Euro fördert die Bundesregierung die Wiedervernässung und klimaschonende Bewirtschaftung von mindestens drei Moorgebieten in Niedersachsen. Die Bundesregierung habe dafür Moore in den Landkreisen Cuxhaven, Wesermarsch und Rotenburg (Wümme) ausgewählt, teilte das Umweltministerium in Hannover mit. Diese könnten nun mit Fördermitteln von insgesamt rund 466 Millionen Euro in den nächsten Jahren rechnen.
Niedersachsen ist das moorreichste Bundesland Deutschlands – doch ein Großteil der Moore ist heute entwässert und wird vor allem von der Landwirtschaft als Grünland, Ackerfläche oder für den Torfabbau genutzt.
Welche Moore von der Förderung profitieren
Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) hatte im Frühjahr angekündigt, die klimaschonende Bewirtschaftung von Mooren mit einer staatlichen Förderung attraktiver zu machen. Denn intakte Moore können viel schädliche Treibhausgase speichern und so beim Klimaschutz helfen. Da entwässerte Moore große Mengen klimaschädliches CO2 emittieren, ist die Wiedervernässung der meisten Moorflächen aus Sicht der Wissenschaft für den Klimaschutz dringend erforderlich.

Viele Moore sind entwässert und daher nicht mehr intakt - bei der Wiedervernässung soll nun das Förderprogramm des Bundes helfen. (Archivbild) Foto: Sina Schuldt/dpa
Das soll nun in den geförderten Moorgebieten passieren, wie Umweltminister Meyer sagt. „In den Leuchtturmregionen wollen wir großflächig Moorböden durch gezielte Maßnahmen wiedervernässen und die Bewirtschaftung darauf anpassen“, sagte der Grünen-Politiker in einer Mitteilung.
Diese Gebiete sollen gefördert werden:
- Ipweger Moor (Landkreis Wesermarsch), 160 Millionen Euro Förderung
- Ahlenmoor und Bovenmoor (Landkreis Cuxhaven), 158 Millionen Euro Förderung
- Gnarrenburger Moor (Landkreis Rotenburg), 148 Millionen Euro Förderung
Wie sich mit Mooren Geld verdienen lässt
Mit dem Fördergeld sollen die Moorflächen nicht nur wieder nass gemacht werden, auch neue Bewirtschaftungsformen sollen unterstützt werden. Das niedersächsische Umweltministerium nennt etwa extensive Beweidung, Freiflächen-Photovoltaik und sogenannte Paludikulturen als Beispiele: Auf wiedervernässten Moorböden können etwa Schilf, Rohrkolben oder Torfmoose wachsen, die beispielsweise zur Produktion von Torfersatzprodukten, Pappe, Papier sowie Bau- und Dämmstoffen verwendet werden können.
Auch das Große Moor und das Campemoor im Raum Osnabrück/Vechta sollen möglicherweise von der Bundesförderung profitieren. Eine Zusage liege für dieses Gebiet aber noch nicht vor, heißt es vom Umweltministerium. Das Land selbst plant alle geförderten Projektgebiete jeweils mit weiteren zehn Millionen Euro pro Region aus dem Klimaschutztopf des Landes zu unterstützen.