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Großmeister Al Dacascos inspiziert die Kung-Fu-Schule in Buxtehude

Al Dacascos spricht vor dem Lehrgang zu den Schülern der Kung-Fu-Schule von Martin Krebs. Foto Scholz

Al Dacascos spricht vor dem Lehrgang zu den Schülern der Kung-Fu-Schule von Martin Krebs. Foto Scholz

Al Dacascos ist der Begründer des weltweit erfolgreichen Kampfkunst-Stils Wun Hop Kuen Do. Bei seinem Besuch in der Kung Fu & Fitness Schule in Buxtehude plauderte der Großmeister aus dem Nähkästchen – über seine Scheidungen und Filmstars.

Von Tim Scholz Donnerstag, 02.06.2016, 18:03 Uhr

Der Raum ist kaum größer als ein Kinderzimmer, und doch drängen sich zwölf Menschen hinein. Sie sind alle nur wegen dem Mann am Tresen gekommen. Er trägt einen schwarzen Anorak, eine Goldkette und nippt an einer Tasse Kaffee, wenn ihn nicht gerade einer begrüßt und ihm die Hand reicht. Und das sind an diesem Tag nicht wenige.

Am Tresen sitzt Al Dacascos. Der Hawaiianer ist der Begründer des erfolgreichen Kampfkunst-Stils Wun Hop Kuen Do. Allein hierzulande haben die Kung-Fu-Schulen laut des deutschen Verbandes DWKV 3500 Mitglieder. Zurzeit stattet der Großmeister zusammen mit seinem langjährigen Freund Ron Lew mehreren Schulen einen Besuch ab.

Nun war die Kung Fu & Fitness Schule in Buxtehude an der Reihe. Bereits zum dritten Mal war Dacascos hier. „Das ist absolut eine große Ehre“, sagt der Inhaber der Schule und Sifu („Lehrer und Vater“), Martin Krebs. Dacascos wollte sich von Schule und Schülern überzeugen und ihnen Techniken mitgeben, wie sie sich ohne Waffen gegen Angriffe verteidigen können.

Der Großmeister ist begeistert. „Wäre das ein Hotel, würde ich fünf Sterne geben“, sagt Dacascos. Die Schüler seien gut und lernwillig, die Schule sehr gut organisiert. Das einzige, was ihn stört, ist das schlechte Wetter. Dabei hatte Dacascos mehrere Jahre mit seiner Familie in Hamburg gelebt und dort eine Kampfsportschule eröffnet, ehe er wieder auf seine sonnenverwöhnte Heimatinsel Hawaii zurückkehrte.

Al Dacascos ist gut gelaunt und sehr zugänglich. Mit Martin Krebs und Dale Provost, der als Dolmetscher fungiert, spricht er über vieles: seine sechs Scheidungen, die Filmstars Chuck Norris und Bruce Lee, die er auf ihre Kampfauftritte vor der Kamera vorbereitet hat, oder das Rezept seiner guten Fitness: Stand Up Paddling. Wobei Dacascos zurzeit Abstriche machen muss, er arbeitet an einem Buch über sein Leben. Der Titel: „Legacy“ – Erbe.

Vor dem Lehrgang wird der Star des Abends von Kindern umringt. Geduldig malt der 73-Jährige mit einem dicken schwarzen Stift Autogramme auf die weißen Gurte der Kinder und lächelt mit ihnen in die Kameras der Eltern. Auch Ron Lew schießt Erinnerungsfotos. Martin Krebs lehnt am Tresen und beobachtet das Treiben um Dacascos.

Martin Krebs und Al Dacascos kennen sich seit 32 Jahren. Der Großmeister kann sich noch an das erste Treffen erinnern: „Martin hatte damals noch mehr Haare auf dem Kopf.“ Dacascos und Krebs lachen herzlich. Und sie verbindet noch mehr: Mit dem „Dacascos Kung Fu Show Team“ ist der gebürtige Harburger 18 Jahre lang auf der ganzen Welt aufgetreten, um Wun Hop Kuen Do populärer zu machen.

Wun Hop Kuen Do kombiniert verschiedene Faustkampfstile und chinesische Kampfkünste und gilt als modern. „Die Musik von Beethoven ist traditionelle Klassik“, sagt Dacascos. „Wenn wir daraus nun eine Jazz-Version machen, ist das modern und das ist Wun Hop Kuen Do.“

Al Dacascos legt seinen Anorak ab. Zum Vorschein kommt ein grauer Kung-Fu-Anzug. Als er dann vom Eingangsbereich in den Trainingsraum schreitet, stehen da bereits 20 Männer, Frauen und Jugendliche in Kung-Fu-Anzügen gleichmäßig verteilt. Sie regen sich kaum, warten auf Dacascos’ Ansprache.

Dreieinhalb Stunden später ist der Lehrgang vorbei, doch der Abend noch lange nicht. Al Dacascos ist wieder am Tresen. Er schreibt Autogramme, lässt sich fotografieren und beantwortet Fragen. „Er und Ron waren total entspannt“, sagt Martin Krebs, der seine Gäste um Mitternacht zurück nach Hamburg gefahren hat. Um drei Uhr lag er selbst im Bett.

Große Ehre

Martin Krebs wurde beim Besuch von Al Dacascos in Hamburg der fünfte Meistergrad verliehen. Damit ist er einer von rund sechs in ganz Europa, den diese Ehre zuteil geworden ist. Al Dacascos saß auch im Komitee, als Krebs’ Sohn Tjark die Schwarzgurt-Prüfung erfolgreich abgelegt hatte.

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