Grünabfall-Problem: Eine Lösung ist in Sicht
Wagen mit WL-Kennzeichen sind in Ardestorf oft zu sehen: Die Landkreis-Harburger dürfen ihren Grünabfall kostenlos abgeben . Fotos Michaelis
Die Nachricht, dass der Kreis Stade die Müllumschlaganlage in Ardestorf für Nutzer aus dem Kreis Harburg sperren will, hat vor allem die Neu Wulmstorfer geschockt. Jetzt zeichnet sich eine Lösung ab, bei der für die Bürger alles beim Alten bleiben soll.
Der viele Regen hat das Grün in den Gärten in diesem Jahr besonders üppig sprießen lassen, und das Resultat ist auch auf der Müllumschlaganlage in Ardestorf deutlich zu besichtigen: Im Minutentakt kommen die Fahrzeuge mit WL-Kennzeichen an und laden ihren Grünschnitt auf den riesigen Grünabfall-Berg am Ende der Anlage.
Damit sollte zunächst zum Jahresende Schluss sein, denn der Stader Kreistag hat im Juni beschlossen, dass der Kreis Stade seine Vereinbarung mit dem Kreis Harburg kündigt, nach der die Bürger aus dem Landkreis Harburg die Annahmestelle, die zwar auf Harburger Gebiet liegt, aber vom Kreis Stade betrieben wird, mitnutzen dürfen – das TAGEBLATT berichtete. Der Grund: Die Grünabfallmengen, die in Ardestorf angeliefert werden, sind über die Jahre hinweg kontinuierlich gestiegen und liegen mit mittlerweile 12 000 Tonnen jährlich deutlich über den 9650 Tonnen Grünmüll, für die die Anlage in Ardestorf vom Gewerbeaufsichtsamt zugelassen ist.
Da allein 4000 Tonnen Grünabfall aus dem Landkreis Harburg angeliefert werden – für die WL-Bürger ist die Abgabe ihres Grünmülls kostenlos – hatte der Kreis Stade die Kündigung der Vereinbarung mit Harburg beschlossen, um so die Menge wieder um 4000 Tonnen zu verringern und unter die zulässigen 10 000 Tonnen zu drücken.
Für die Bürger aus Neu Wulmstorf hätte das bedeutet, dass sie die Anlage im eigenen Gemeindegebiet ab kommendem Jahr gar nicht mehr, auch nicht für andere Abfälle, nutzen dürfen, statt dessen weite Wege nach Nenndorf oder Tostedt fahren müssten.
Das wollten weder die Gemeinde Neu Wulmstorf noch der Landkreis Harburg so hinnehmen. In Gesprächen mit der Stader Kreisverwaltung arbeitet Harburgs neue Kreisrätin Monika Scherf derzeit an einer Lösung, die dem nahekommt, was Vize-Landrat Heiner Schönecke bereits als erste Idee ins Spiel gebracht hatte: Der Landkreis Harburg bekommt auf oder neben dem Gelände der Deponie eigene Flächen, auf denen er Container aufstellt, in denen der Harburger Grün- und sonstige Abfall getrennt gelagert wird. Am direkt am Gelände liegenden Immenbecker Stadtweg, den einige Grundeigentümer eigenmächtig geschlossen hätten, der aber zur Gemeinde Neu Wulmstorf gehört, könnten „Container ohne Ende“ aufgestellt werden, weiß der Elstorfer Schönecke.
Ein externes Unternehmen soll dann beauftragt werden, das den WL-Abfall von Ardestorf abholt und entsorgt. Darüber sei die Kreisrätin mit Stade konkret im Gespräch, „und wir sind auf gutem Weg“, bestätigt Johannes Freudewald, Sprecher der Harburger Kreisverwaltung. Das Ziel, das auch Neu Wulmstorfs Bürgermeister Wolf Rosenzweig genauso unterstützt, nennt Freudewald so: „Die Bürger sollen am Ende gar nicht merken, dass es eine Veränderung gibt, für sie bleibt alles wie bisher.“
Für die Bürger aus den Kreisen Stade und Harburg gelten unterschiedliche Gebühren in Ardestorf.
Der Grünmüllberg auf der Anlage ist immens gewachsen. 4000 Tonnen produziert allein Harburg.