Grüne wollen die Ortsmitte von Jork umgestalten
Die Straße „Am Fleet“. Foto: Altländer Archiv
Die Grünen machen sich dafür stark, dass die Gemeinde Jork ein Verkehrskonzept für den Ortskern auf den Weg bringt – insbesondere für die Straßenzüge Am Fleet und Borsteler Reihe. Ende 2019 werde die Sanierung der L 140 in Osterjork abgeschlossen sein.
Damit könne gemeinsam mit Bürgern und Anliegern sowie einem Stadtplaner die versprochene Verkehrsberuhigung in Angriff genommen werden. Diese sei schließlich auch eine Begründung für den Bau der Umgehung (K 26neu) gewesen.
Die Grünen wünschen sich, dass die alte K 26 zwischen Jorkerfelde, Jork-Mitte und Borstel „fahrrad- und fußgängerfreundlicher“ gestaltet wird. Der Durchgangsverkehr müsse in Zukunft die „neue“, bereits 2016 freigegebene, 3,1 Millionen Euro teure Ortsumgehung nutzen. „Leider ist eine Entlastung bislang nicht spürbar, der Verkehr hat sogar stark zugenommen“, sagt der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Rat, Harm-Paul Schorpp.
Ob Einengungen, Einbahnstraße oder Fahrradstreifen, alles sei offen. Bürger, Gewerbe und Anlieger sollten bei einer Überplanung durch Politik und Verwaltung eingebunden werden. „Spätestens“ nach den Herbstferien sollte der Fachausschuss in die Beratung einsteigen, so Schorpp. Die Arbeitsgruppe „Gemeindliche Entwicklungsplanung“ hatte sich vor fünf Jahren erstmals mit dem Thema beschäftigt. Tenor seinerzeit: mehr Raum für Fußgänger und Fahrradfahrer, aber auch weiter gut erreichbar für Kunden, die mit dem Auto einkaufen.
Mit der Restaurierung und dem Umbau des Zigarrenmacherhauses zu einem Kunsttempel hatte Jork bereits 2013 einen ersten Schritt zur Erhöhung der Attraktivität gemacht. Bürgermeister Gerd Hubert (BVJ) hat wiederholt betont, dass auch die Geschäftswelt durch städtebauliche Maßnahmen nach Horneburger oder Harsefelder Vorbild gestärkt werden müsse. Schließlich sei der Straßenzug Am Fleet einst eine quirlige Straße gewesen. Vorher hieß sie Hohe Straße und war ein belebtes Geschäftszentrum.
Das Areal an der Kirche war die Keimzelle Jorks, die ersten Handwerker, Händler und Schiffer ließen sich ab dem Mittelalter am Fleet und Kirchhof nieder. Eines der ältesten Gebäude ist das Haus „Am Fleet 7“ – ein Winkelbau aus zwei Fachwerkhäusern (Wohnhaus und Scheune). Der Kern stammt aus dem 17. Jahrhundert. Es war Hofstelle, aber auch Brauerei und Brennerei. Die Straße „Am Fleet“ ist ein Teil der alten Nord-Süd-Achse; 1857/1859 war der Borsteler Mutweg ausgebaut und bis Neukloster fortgeführt worden.
Vergangenheit: die Straße in den Zeiten des Wirtschaftswunders der 1950er Jahre. Foto: Altländer Archiv