Gubernatis löst laufenden Vertrag beim BSV auf
Friederike Gubernatis beendet ein Jahr früher ihre Karriere beim BSV.
Der Buxtehuder SV hat seine Kaderplanung für die Spielzeit 2020/21 abgeschlossen. Drei weitere Handballerinnen werden den Bundesligisten im Sommer verlassen. Darunter Friederike Gubernatis, die ihren Vertrag einvernehmlich aufgelöst hat.
Die Lücken kompensiert der BSV mit zwei weiteren Zugängen und einer Rückkehrerin. Dazu verlängern zwei Spielerinnen ihren Vertrag. Damit verlassen insgesamt fünf Spielerinnen den Verein und fünf Spielerinnen stoßen zum Kader dazu.
Nach sieben Jahren im Trikot des BSV wird Friederike Gubernatis ihre Karriere im Sommer beenden. Die 31-Jährige gewann mit Buxtehude 2015 und 2017 den DHB-Pokal. In 167 Bundesliga-Spielen erzielte sie bisher 599 Tore. Obwohl ihr Vertrag bis zum Sommer 2021 läuft, kam der Verein Gubernatis Wunsch nach, den Vertrag ein Jahr eher aufzulösen. „Mit Fredda verlieren wir eine erfahrene Spielerin mit großen Verdiensten für den Verein“, sagt Trainer Dirk Leun, „es war ihr Wunsch, die Karriere im Sommer zu beenden und ich kann die Entscheidung nachvollziehen.“
BSV verpflichtet Johanna Heldmann
Als Ersatz im rechten Rückraum verpflichtet der BSV Johanna Heldmann. Sie spielt derzeit beim BSV-Kooperationspartner HL Buchholz 08-Rosengarten. Mit 92 Toren in dieser Saison ist die 24-Jährige die beste Torschützin des Zweitligisten. „Johanna ist eine starke Persönlichkeit mit einer guten Spielfähigkeit im Angriff“, sagt Leun, „sie passt genau in unser Anforderungsprofil. Sie schließt die Lücke in der Altersstruktur und wird der Mannschaft gut tun.“
Heldmann freut sich auf die kommende Aufgabe in der 1. Bundesliga: „Mit dem Wechsel werde ich neue Impulse bekommen und neue Erfahrungen sammeln.“ Zunächst möchte sie sich an das Niveau der Liga und das höhere Trainingspensum gewöhnen. „Mein Ziel ist es, mich zu fordern, lernwillig zu sein und alles in das Team zu investieren.“
Die Kooperation zwischen Buxtehude und den „Luchsen“ verläuft im Sommer aber auch in die andere Richtung. Zwei Jahre nach ihrer Rückkehr aus Buchholz schließt sich Melissa Luschnat wieder den „Luchsen“ an. Bereits von 2015 bis 2018 spielte die Linksaußen für die „Luchse“. Zuvor war sie in der Jugend und der Bundesligamannschaft des BSV aktiv, mit dem sie 2015 Deutscher Pokalsieger wurde. In 82 Bundesliga-Spielen für den BSV erzielte sie bisher 59 Tore. „Der Wechsel zeigt, dass die Kooperation wechselseitig funktioniert“, sagt Leun, „Melissa hat sich mehr Spielanteile gewünscht, deswegen verstehe ich den Schritt.“
Die dienstälteste Spielerin verlängert noch einmal
Der BSV wird auf Linksaußen in der kommenden Saison mit dem Duo Lone Fischer und Teresa von Prittwitz agieren. Die dienstälteste Spielerin im BSV-Kader, Lone Fischer, hat ihren Vertrag um ein weiteres Jahr verlängert. Die 31-Jährige spielt seit 2008 in Buxtehude, gewann 2010 den EHF-Challenge-Cup sowie 2015 und 2017 den DHB-Pokal. Zudem überholte sie kürzlich Stefanie Melbeck in der ewigen Torschützenliste des BSV und führt diese mit derzeit 1045 Toren in 272 Bundesliga-Spielen an.
„Ich bin glücklich, dass Lone ihren Vertrag verlängert. Sie ist eine Leistungsträgerin mit viel Erfahrung. Bei Kontern ist sie extrem wichtig für uns“, sagt Leun. Nach dem Abgang von Maike Schirmer muss er damit nicht eine weitere Stammspielerin ersetzen. „Wenn wir beide verloren hätten, hätten wir eine Menge Erfahrung verloren. Außerdem ist Lone eine unserer stabilsten Spielerinnen.“
Liv Süchting gehört ein weiteres Jahr zum Kader
Hinter Fischer zieht der BSV Teresa von Prittwitz aus dem Juniorenteam in den Bundesliga-Kader hoch. Die U 20-Nationalspielerin habe sich in dieser Saison stetig weiterentwickelt und sich die Chance verdient. „Teresa ist ein großes Talent. Sie ist sehr trainingsfleißig“, sagt Leun, „wir können stolz sein, wieder eine Nachwuchsspielerin in die erste Liga gebracht zu haben und ihr helfen zu können, sich an die Bundesliga zu gewöhnen.“
„Die 1. Bundesliga ist immer mein großes Ziel gewesen“, sagt Teresa von Prittwitz, die vor allem von ihrer Linksaußen-Mitspielerin Fischer lernen möchte. „Von Lone als sehr erfahrene Spielerin kann ich sportlich viel von ihrer Wurfvariabilität und ihrem Durchsetzungsvermögen lernen. Sie ist seit vielen Jahren eine wichtige Spielerin der Mannschaft, zu der ich mich noch entwickeln werde.“
Ein weiteres Jahr zum Kader gehören wird auch Rückraumspielerin Liv Süchting. Nach ihrer Kreuzbandverletzung im Oktober hat sie den Großteil der Saison verpasst. Nun möchte der Verein ihr helfen, wieder an ihr Leistungsvermögen anzuschließen. „Liv war auf einem guten Weg bis zu ihrer Verletzung“, sagt Leun. Zunächst habe er ihr den großen Schritt aus dem Juniorenteam der 3. Liga in die 1. Bundesliga angemerkt. „Sie ist trainingsfleißig und lernfähig. Wir werden sie wieder in Richtung 1. Bundesliga aufbauen, auch wenn es nach der Verletzung schwer wird.“
Prior zurück in den Bundesliga-Kader
Die Rückraumspielerin kam im Sommer 2018 nach einem zweijährigen Gastspiel beim Kooperationspartner HL Buchholz 08-Rosengarten wieder zum BSV. Aufgrund von anhaltenden Achillessehnenproblemen kam sie nur sporadisch zum Einsatz. Im Sommer 2019 entschied sie sich, eine Handballpause einzulegen. Sie arbeitete weiter an ihrem Comeback und trainiert mittlerweile wieder schmerzfrei.
Nicht mehr zum Kader zählen wird in der kommenden Saison Mannschaftskapitänin Christina Haurum. Die 31-Jährige wird ihre Karriere wie Gubernatis und auch Lisa Prior beenden. Die Kreisläuferin spielt seit 2017 für Buxtehude. In bisher 69 Bundesliga-Spielen erzielte sie 94 Tore. „Es ist ein Verlust für uns. Sie ist nicht umsonst Kapitänin. Sie hat als Person eine wichtige Rolle in der Mannschaft. Mit ihrer soliden Leistung ist sie zudem ein Stabilisationsfaktor“, sagt Leun. Mit Lynn Schneider und Lisa Antl ist der BSV auf dieser Position weiterhin doppelt besetzt. Deswegen sieht Leun auch keinen Handlungsbedarf. „Es wird eine Herausforderung für Lynn und Lisa, aber ich mache mir keine Sorgen. Wir sind auf einem guten Weg.“
Insgesamt werden den Verein somit fünf Spielerinnen am Ende dieser Spielzeit verlassen. Vor Friederike Gubernatis, Melissa Luschnat und Christina Haurum haben bereits Lisa Prior (Karriereende) und Maike Schirmer, die ins Ausland wechselt, ihren Abschied bekannt gegeben. Die Lücke schließt der BSV neben den Verpflichtungen von Johanna Heldmann, Teresa von Prittwitz und der Rückkehr von Paula Prior. Zuvor wurden schon Caroline Müller-Korn (Borussia Dortmund) und Meret Ossenkopp (HC Rödertal) verpflichtet. Damit schließt der BSV seine Kaderplanung ab und sieht sich für die Saison 2020/21 gut gerüstet.